Tagesablauf
Der Ablauf des Tage ist eng mit den Himmelskörper verknüpft. Ob es derer drei oder vier gibt, ist unter Forschern umstritten. Unumstritten ist jedoch, dass der Tag mit dem Aufgang des Blauen Mondes nach der Nichtzeit beginnt.
Die Nichtzeit zwischen den Tagen ist vom Fehlen jeglichen Himmelskörpers geprägt. Während dieses kurzen Zeitraums herrscht absolute Finsternis. Der Schein des Feuers stirbt nach wenigen Schritten. Die Sterne am Himmelsgewölbe sind verdunkelt. Man erkennt die Hand vor Augen nicht.
Alles Leben meidet es unterwegs in freier Natur zu sein; sie ziehen sich lieber in ihre Häuser und Betten zurück; schlagen ein sicheres Nachtlager auf und halten Wache. Sie fürchten aber nicht das Verbrechergesindel, denn auch dieses meidet es während dieser Stunde unterwegs zu sein. Denn sie wissen, dass einzig und allein das Nichtleben: die Toten und Geister oder gar die schrecklichen Daimoniden diese kurze Zeit zwischen den Tagen ihr Eigen nennt.
Der Aufgang des Blauen Mondes besiegelt die Nichtzeit und verbannt die Geister, Toten und Daimonen vom Antlitz der Welt. Der Schlaf der Lebenden wird ruhiger und entspannter. Die Sterne funkeln neben dem bläulich schimmernden Mond. Nur Wenige sind zu dieser frühen Stunde schon wach und arbeiten: Bäcker kneten ihre Teige, formen und backen die Brote. Die Nachtwächter ziehen ihre Runden und jagen die Einbrecher.
Wenn sich die der Blaue Mond dem Horizont entgegen neigt und die Sonne ihr Haupt erhebt, setzt die morgendliche Dämmerung ein. Ein grünliches Zwilicht entsteht; es wird heller und heller. In dieser Phase des Tages erwacht das Leben. Es wird aufgestanden und langsam mit dem Tageswerk begonnen.
Wenn der Mond komplett untergegangen ist, ist auch die Sonne voll am Himmelszelt zu sehen. Dieser Abschnitt des Tages wird einfach "Vormittag", selten auch mal "Erstes Licht" genannt. Nun tobt das Leben: es ist hell genug um einer Arbeit nachzugehen, ohne eine Lampe oder Kerze nutzen zu müssen. Die Händler bauen ihre Markstände auf. Fuhrleute schaffen die Waren in die Städte. Schiffe stechen in See. Kriege werden geführt. In dieser Phase des Tages wird traditionell auch Recht gesprochen, Gesetze erlassen und Bittgesuche eingereicht.
Zur Mitte des Tages versinkt die Sonne wieder am Horizont, sodass es immer dunkler wird. Bevor es jedoch stockfinster geworden ist, erhebt sich die Sonne wieder und es wird wieder heller. (Anm.: An dieser Stelle entsteht der Zwist zwischen den Gelehrten: einige behaupten es sei eine andere Sonne, die nun auftaucht und nicht dieselbe des Morgens.) Während dieser Dämmerung kehrt Ruhe in die Städte und Dörfer ein. Die Menschen unterbrechen ihre Arbeit, essen zu Mittag und ruhen sich vom Vormittag aus. Insbesondere in traditionsbewussten Städten und auf dem Land wird jegliche Arbeit unterbrochen: Läden schließen, Handwerker legen eine Pause ein, Landarbeiter verlassen die Felder und kehren in die Kneipen und Gasthäuser ein, die einzig und allein ihren Betrieb nicht einstellen. Dort ist nun Hochbetrieb. Die Menschen treffen sich zum Klönen, Spielen, Essen und Trinken.
Nur in den großen, modernen Städten haben nun noch einige, wenige Läden offen und arbeiten die Handwerker nach einem kurzen Mittagsmahl weiter.
Mit dem Zweiten Licht -einfach Nachmittag genannt- kommt dann auch wieder das Leben in die Städte und Dörfer zurück. Die Felder werden wieder bestellt, Schwerter geschmiedet und Waren gehandelt. Der Nachmittag ist die Zeit der Tränen, sowohl derer der Freude als auch des Unglückes. Denn nun werden die Bittgesuche des Vormittags entschieden, aber auch die Urteile vollstreckt: Blut fließt über die Richtblöcke und Menschen werden in die Kerker geworfen.
Der Abend setzt mit dem Untergang der Sonne und dem Aufgang des roten Mondes hüllt die Welt in ein oranges Zwielicht. Die Arbeiter kehren nun in die Gaststätten zum Essen und Trinken ein. Man trifft sich zum gemeinsamen Sport und Spiel. In den Theatern betreten die Schauspieler die Bühne. Die Kraztick-Manschaften jagen in den Stadien den Bällen nach und in den Rennbahnen fahren die Wagen um die Wette. Man ist fröhlich und ausgelassen.
Sobald die Sonne komplett untergangen ist und der Rote Mond am Himmel zwischen den funkelnden Sternen steht, ist die Nacht hereingebrochen und die Menschen begeben sich nach und nach zur Ruhe. Nur die finstersten und geheimnisvollsten Persönlichkeiten sind noch auf den Beinen, wenn der Mond untergegangen ist und die Nichtzeit hereinbricht...