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Marquis de Sade - Die 120 Tage von Sodom
(sr) In diesem "Klassiker der Weltliteratur" erzählt de Sade auf fast 500 Seiten von den widerlichsten sexuellen Perversionen, die jeden "normalen" Menschen zu Erschaudern bringen sollten. Dieses Buch ist tatsächlich das härteste und abstoßendste, was man sich wohl ausdenken könnte. Keine wirkliche Handlung, keine literarischen Meisterleistungen - aber eine gute Gelegenheit, sich über die Abgründe des menschlichen Geistes Gedanken zu machen.

David Safier - Mieses Karma
(sr) Dieses Buch wurde mir von einem sehr lieben Menschen empfohlen, hat mich stellenweise aber leider enttäuscht. Dabei beginnt es ganz putzig: Die Protagonistin dieses nicht einmal 300 Seiten starken Romanes stirbt und wird als Ameise wiedergeboren, um das titelgebende "miese Karma" durch gute Taten wieder wett zu machen. Dies liest sich sehr amüsant, aber das extremst kitschige und unglaubwürdige Ende hätte sich der Autor besser sparen können. Daher meine Empfehlung: Laßt beim Lesen die letzten 50 Seiten einfach weg, dann habt ihr ein gutes Buch.

Jonathan Safranfoer - Alles ist erleuchtet
(su) Wieder so ein buch, daß ich vom Lesestapel fische und denke: Warum hab ich mir das bloß gekauft? 'Literarischer Überraschungsbestseller'... aha... die Geschichte über die Suche eines jungen jüdischen Amerikaners in den tiefesten Tiefen der Ukraine nach der Frau, die seinem Großvater während des Zweiten Weltkrieges die Flucht in die USA ermöglichte - begleitet wird er dabei von einem Rentner als Fahrer und seinem Enkel als Dolmetscher... hmm... das hab ich erworben? Na gut... und dann las ich es... und war begeistert. Der Enkel spricht ein so herrlich verrücktes Englisch, daß ich oft laut loslachte, der junge Amerikaner schreibt eine so wilde Geschichte über den Ort Trachimbrod im Niemandsland der Ukraine, daß man dabei nur träumen und grinsen kann, der Großvater ist so herrlich melancholisch und selbst mit Kriegsnachwehen belastet, daß man vor Spannung kaum mitkommt... dieses Buch ist verspielt, verkuschelt, verworren, veralbernd und verrückt... kann ich mit bestem Gewissen empfehlen.

J.D. Salinger - Der Fänger im Roggen
(sr) Salinger hat nur einen richtigen Roman geschrieben und dieser verhalf ihm zu Weltruhm - und das volkommen zu recht. Wir erleben die Geschichte des 16jährigen Holden Caulfield, der vom Internet geflogen ist und einige Tage durch New York irrt. Anfangs noch eher kindlich und unvernünftig in seinen Gedanken, so findet er letzten Endes doch den Weg zum Glück. Ein ganz großes Buch, fuck goddam.

José Saramago – Die Stadt der Sehenden
(sr) Bei einer politischen Wahl erhalten die Politiker eines namenlosen westlichen Landes eine schallende Ohrfeige, denn fast alle abgegebenen Stimmzettel sind weiß. Entrüstet riegelt die Regierung daraufhin die Hauptstadt ab und wartet darauf, dass dort das pure Chaos ausbricht – aber diesen Gefallen tun die braven Bürger ihren Volksvertretern nicht. Intelligent geschrieben, aber sprachlich recht schwierig und nicht immer spannend. Hat mir ehrlich gesagt nicht so gut gefallen.

Jean-Paul Satre – Das Sein und das Nichts
(su) Alles andere als leicht verständliche Philosophie, die über die 1000 Seiten hinweg ihre Wirkung durchaus zu entfalten versteht. Abstrakt, kopflastig, kompliziert, aber trotzdem ein Meisterwerk. Irgendwie. Nur mit äußerster Konzentration und anfangs einem Wörterbuch zu lesen.

Frank Schätzing - Der Schwarm
(sr) Der große Verkaufsrenner des letzten Jahres. Ein knapp tausend Seiten starker Öko-Thriller, den jeder, den ich kenne, wirklich klasse findet. Spannend geschrieben, plausibel recherchiert und sprachlich ausgewogen, aber irgend etwas hat mir an diesem Buch gefehlt. Ein gutes Buch, aber eben kein intelligentes. Perfekt, um beim Lesen abzuschalten.

Frank Schätzing - Die dunkle Seite
(sr) Die Amerikaner haben Dan Brown (Sakrileg u.a.) und wir haben unseren Frank Schätzing, der mit "Der Schwarm" monatelang ebenfalls ganz oben in den Bestsellerlisten stand. Auch vom Stil her kann man beide Autoren miteinander vergleichen: Nicht allzu anspruchsvoll, manchmal mit einem Hang zu hanebüchenen Passagen bis hin zur Albernheit - aber immer gut zu lesen und stets unterhaltsam. Ein Buch, das man trotz seiner über 500 Seiten an zwei Tagen gut schaffen kann.

Frank Schätzing - Nachrichten aus einem unbekannten Universum
(sr) "Eine Zeitreise durch die Meere" lautet der Untertitel dieses Buches und genau das erwartet uns auch: Schätzing beschreibt hier die Entwicklung des Lebens, von den ersten Einzellern bis hin zum Auftauchen des Menschen auf der globalen Bildfläche. Flott beschreibt er dabei wissenschaftliche Fakten, so dass die Lektüre dieses Sachbuches sowohl unterhält als auch informiert. Literarisch ist sicher kein Meilenstein dabei heraus gekommen, aber immerhin über 600 Seiten kurzweiliges Lesevergnügen.

Stefan Schwarz - Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut
(sr) Der Untertitel dieses Buches lautet "Neue schreckliche Einzelheiten aus dem Leben eines Mann von mittlerer Statur". Hinter dieser Umschreibung verbrigt sich eine satirische Sammlung von Kurzgeschichten aus dem vermeintlich "normalen" Alltag eines Durchschnittsmenschen. Leicht zu lesen ist sie, manchmal auch durchaus zum Schmunzeln geeignet - aber das war's dann auch schon. Wenige Tage nach dem Lesen hat man schon wieder vergessen, was auf den gerade einmal 140 Seiten dieses Buches eigentlich steht. Prädikat: Kein Ärgernis, aber belanglos.

Michelle Schwefel – Answin von Rabenmund I: Macht
(sr) „Mal wieder einen DSA-Roman“, das war meine Intention, als ich mir dieses Buch über eine der meiner Meinung nach interessantesten aventurischen Persönlichkeiten kaufte. In diesem ersten Band wird der Aufstieg Answins unter Kaiser Reto dargestellt. Bestimmt kein literarisch anspruchsvolles Werk und manchmal auch mit stilistischen Schwächen, aber für Fans des Rollenspiels absolut lesenswert.

Michelle Schwefel – Answin von Rabenmund II: Verrat
(sr) Der zweite Band der Answin-Biographie knüpft genau dort an, wo der erste Teil aufhört. Answin, auf dem Höhepunkt seiner Macht, wird vor eine harte Prüfung gestellt. Kaiser Hal, unfähiger Potentat auf dem Thron, führt das Reich von einer Krise in der nächste. Also trifft Answin einen Entschluss, der weitreichende Folgen haben wird. Wie auch der erste Teil ist dieses Buch keine literarische Sensation, aber für DSA-Fans sicherlich zu empfehlen.

Martin Scott - Orks ante portas
(su) Dies ist bereits der siebte Band rund um die Abenteuer des übergewichtigen, versoffenen, intelligenten, Frauen nicht verstehenden Fantasy-Privatdetektives Thraxas - wie immer ein ordentliches Lesevergnügen. Nicht ganz so witzig wie die vorherigen Bände, dafür aber ungewohnt spannend geschrieben. Angeheuert von der Frau eines seiner ärgsten Feinde darf Thraxas diesmal eben diesen Feind vor dem Galgen retten, obwohl der das eigentlich gar nicht will. Nebenbei sorgen Gerüchte über einen Angriff der Orks und die Leseabende der Frauenzimmervereinigung sowie amouröse Blumen-schenk-Arien für reichlich Verwirrung. Kann man lesen - muß man aber nicht...

David Sedaris - Schöner wird's nicht
(sr) Sedaris ist ein griechischstämmiger amerikanischer Essayist und Radiomitarbeiter, der 2001 vom renommierten Time-Magazine zum "Humorist of the Year" gewählt wurde. In seinen Werken beschreibt er meist Alltagssituationen, die durch seine spezielle Betrachtungsweise grotesk und skurill erscheinen. Eine durchgängige Handlung gibt es in diesem Buch nicht. Einige der Kurzgeschichten haben mich in der Tat unterhalten, die meisten fand ich persönlich allerdings eher einschläfernd und uninteressant. Angeblich sollen seine anderen Bücher besser sein, ausprobieren werde ich es aber wohl nicht.

Steinunn Sigurdadottir - Gletschertheater
(su) Zu Chechovs 140sten Geburtstag kommt dem örtlichen Laienspielverein des dorfes Papavik auf Island die abstruse Idee dessen Stück 'Der Kirschgarten' aufzuführen, dafür extra ein eigenes Theater zu bauen und alle Rollen nur mit Männern zu besetzen. Irrungen und Wirrungen á la Chechov sind dann die Folge im Dorf und spätestens als extra ein Regisseur aus Berlin sowie eine Nebelmaschine aus Bulgarien eingeflogen werden, können die Schauspieler nur noch eins tun: Gegenantrinken. Ein absolutes Lesevergnügen gesäumt von Ehe- und Lebenskrisen, aufgeschobenen Selbstmorden, verwirrenden Kindermädchen, lüsternen Greisen und peinlichen Mutterschlachtschiffen.

Clifford D. Simak - Als es noch Menschen gab
(sr) Bei diesem Buch habe ich spontan zugegriffen, wohl auch, weil es mit den Worten "Einer der berühmtesten Science-Fiction-Romane aller Zeiten" beworden wird. Ich hätte vermutlich darauf verzichten sollen. Simak liefert uns hier eine Reihe von Kurzgeschichten, in dem sich die Tiere der Zukunft Fabeln erzählen, die von einer fast vergessenen Rasse namens "Mensch" handeln. In den frühen 50ern, als das Buch erschien, mögen einige der Gedankengänge und medizinischen Erklärungen für den Aufstieg z.B. von Hunden zur bestimmenden Spezies ja noch halbwegs plausibel gewesen sein - in den Augen des heutigen Lesers erscheinen sie jedoch fast durch die Bank weg lächerlich. Von diesem Buch sollte man besser die Finger lassen.

Dan Simmons - Ilium
(su) Wow, Wahnsinn, ein Geniestreich. Mein absoluter Lieblingsautor setzt mit diesem Werk den Maßstab an dem sich alle großen SciFi-Sagen dieses neuen Jahrtausends messen werden müssen. Drei ineinander verwobene Geschichten rund um die große Schlacht um Troja und Homers Ilias kombiniert mit Shakespeare und Proust zitierenden Robotern aus dem Jupitergürtel und obendrein noch die Nachmenschen auf der Erde bei dem verzweifelten Versuch herauszufinden, was hier eigentlich los ist. Hochgradig spannend, stellenweise extrem komisch, historisch und literarisch wertvoll - dieser Mann schreibt und denkt wie ein gott... und dann war es nur der erste teil...

Dan Simmons - Welten und Zeit genug
(su) Fünf phantastische Kurzgeschichten vom derzeit vermutlich besten Science Fiction-, Horror-, Fantasy-Autor den man lesen kann. Stilistisch unglaublich gut entwirft er auf 40 bis 50 Seiten eine kreative Weltenvielfalt, die einen nicht los läßt. Für alle Fans ein Muß, für alle Einsteiger perfekt geeignet. Der Mann ist einfach gut. Leider merken es einfach zu wenige.

Dan Simmons - Olympos
(sr) Der Vorgänger, Ilium, gilt bei vielen Lesern als einer der besten Science-Fiction-Romane der letzten Jahre, hatte mich persönlich aber nicht ganz zufrieden gestellt. Mit ein wenig Skepsis bin ich dann auch an diesen 1000seitigen Wälzer heran gegangen - und habe mich letzten Endes auch nicht geirrt. Schwankte Simmons bei "Hyperion" noch zwischen Genialität und Brillianz, so zieht sich dieser Roman über weite Teile hin wie ein weggeworfenes Kaugummi. Dies soll nicht bedeuten, dass keine Spannung aufgebaut wird, doch irgendwie konnte ich trotz einiger wirklich genialer Szenen keine Beziehung zu den beschriebenen Charakteren aufbauen. Schade.

(su) Nach der Lektüre dieses Wälzers war ich doch ein wenig enttäuscht: Einer meiner absoluten Lieblingsautoren, dessen Werke ich bisher verschlungen hatte, legt einen doch enttäuschenden zweiten Teil seiner Ilium-Serie vor. War die Hürde einfach zu hoch nach dem grandiosen ersten Teil oder war er einfach nur schlecht in Form? Tja - kann ich diesmal ausnahmsweise nicht empfehlen...

Dan Simmons - Helix
(sr) 5 Kurzgeschichten hat Simmons in diesem Band vereint. Nicht alle Stories gefallen mir gleich gut, im Ergebnis bleibt aber gute Science-Fiction-Unterhaltung. Heyne hat übrigens exakt diese Geschichten im Jahre 2004 unter dem Titel "Welten und Zeit genug" und einem anderen Klappentext bereits einmal veröffentlicht - eine Vorgehensweise, die bei Fans nicht gerade für Begeisterungsstürme gesorgt hat.

Jana Simon - Denn wir sind anders
(sr) Als "spannend" und "tiefgründig" bezeichnen etliche Kritiker dieses Buch, in dem Jana Simon die (reale) Geschichte ihrer großen Jugendliebe Felix erzählt. Felix ist Hooligan, Türsteher, erfolgreicher Kampfsportler und angeblich ein sehr sensibler Kerl. Auf mich wirkte er beim Lesen aber eher wie ein Idiot. Eine verklärte Geschichte ohne nennenswerte Handlungsstränge, dafür aber voller Kitsch und Pseudo-Philosophie.

Paul Robert Smith - Gespräch mit Igel
(sr) Benton hat's nicht leicht: Seine Verlobte ist vom Dach gestürzt und erfroren, der Schwiegervater im Auto von einem Zug angefahren und Fluffy, die Katze, vom Dach gesprungen. Und so sitzt er schließlich nachts im Park mit einem Igel auf einem Baum und denkt über das Leben und die Frauen nach. Eine völlig rasante und irrwitzige Lebensgeschichte - und ein Buch, welches man gelesen haben sollte.

Sasa Stanisic - Wie der Soldat das Grammofon repariert
(sr) Gestern noch kannten ihn nur Rollenspieler als Autor eines DSA-Abenteuers, heute ist Stanisic so etwas wie das Lieblingskind der deutschen Literaturszene. In "Wie der Soldat..." erleben wir die Geschichte eines bosnischen Kindes, in dessen Kindheit unvermittelt der Bürgerkrieg platzt und ihn in ein fremdes Land treibt. Jahre später kehrt der Protagonist in seine Heimat zurück, doch das Ziel seiner Suche findet er doch nicht mehr. Dies ist zusammengefasst die (stark autobiographische) Handlung des Buches. Vielleicht nicht immer spannend geschrieben, aber dennoch von einer derartigen Intensität und Phantasie, dass man einen Blick in diesen Buch durchaus riskieren kann.

Heinrich Steinfest - Gewitter über Pluto
(sr) Lorenz Mohn ist vierzig Jahre alt und verdient seinen Lebensunterhalt als Pornodarsteller. Doch plötzlich beschliesst er, sein Leben radikal zu ändern - und einen Strickwarenladen zu eröffnen. Was anfangs einfach nur "seltsam" klingt, wandelt sich im Laufe des Buches zu einer wahrhaft skurilen Geschichte. Außerirdische und Schrödingers Katze spielen dabei eine Rolle, über die an dieser Stelle jedoch noch nicht allzu viel verraten sei. Die positiven Kritiken über dieses Buch haben mich zum Kauf bewogen, ganz überzeugen konnte mich die Lektüre allerdings nicht. Insofern halte ich mich auch mit einer Kaufempfehlung zurück.

Neal Stephenson - Snow Crash
(su) Dieses buch ist schnell. Unglaublich schnell. Dazu noch sowas wie Indiana Jones auf Speed. Rock'n'Roll-Literatur im Cyberspace. Oder so ähnlich. Ein Pizza-Lieferant, eine Paketbotin und ein Irrer mit einer Atombombe. Dazu ein Medien-Tycoon und ein ganzer Haufen Cyberspace. Auf jeden Fall gut, aber bestimmt nicht jedermanns Sache.

Heinz Strunk - Fleisch ist mein Gemüse
(su) Der Hamburger Autor und Kultmusiker ('Computerfreak') schreibt hier eine tragisch-komische Autobiographie über seine Jugendjahre südlich der Elbe, in Hamburg-Harburg. Als Mitglied der Tanzband 'Tiffanys' tendiert dort seine sexuelle Ausstrahlung gen Null, dafür sind seine Süchte und Sehnsüchte umso größer. Hab von sehr vielen gehört, denen das buch sehr gut gefallen hat - mir nicht. Alle anderen fanden es witzig - irgendwie war es nicht witzig... eher mitleiderregend - naja, man kann nicht alles haben.

Heinz Strunk - Fleckenteufel
(sr) Vor einigen Jahren tourte Strunk zusammen mit Charlotte Roche mit dem Vortrag "Penisverletzungen bei der Masturbation mit Staubsaugern" durch Deutschland. Wen wundert es also, dass er nun, da Roche mit ihrem Roman "Feuchtgebiete" auf überaus nieveaulose Weise die deutschen Belletristikcharts stürmte, auf den gleichen Zug aufspringt. Das sollte man übrigens wörtlich nehmen, denn Strunks Buch ist nicht viel mehr als eine auf über 200 Seiten langgezogene Erzählung über eine kirchliche Jugendausfahrt. Das alles ist auf einem furchtbaren Pipi-Kacka-Wichsi-Niveau, dass es eigentlich schon wieder lustig ist. Nun - vielleicht auch nicht. Zumindest in diesem Zusammenhang steht Strunk Roche in nichts nach. Finger weg!

Mark T. Sullivan - 66095
(su) Eventuell spannender, aber eigentlich nur anspruchsloser Thriller um einen Wunderstein aus dem Weltall. Ein Klischee neben dem anderen. Denken ist nicht erforderlich - hier kann man auch währenddessen bügeln, der Soap-Opera oder im morgendlichen S-Bahn-Halbschlaf der Handlung folgen. Der aufkleber 'Thriller des Jahres' ist auf dem Cover angebracht... Gedankennotiz: Dieses Jahr keine Thriller mehr kaufen.

Christoph Straßer - Porno Stern
(sr) Der Hauptdarsteller dieses Buches hat es nicht leicht: Im Job läuft es mies, die Ex nervt und der eigene Freundeskreis ist auf einen Kaktus zusammengeschrumpft. Dies ist die Geschichte von "Rod Reptile", einem Mann, der eher zufällig ins Porno-Business gerät und dabei schnell zum neuen Star der Branche hochgejubelt wird. Schnell muss er aber erkennen, dass dieses Geschäft vor allem Schattenseiten hat. Dieses Buch hat mich positiv überrascht, da es neben den - zugegebenermaßen recht pikanten - Sex-Szenen eine Menge Sarkasmus enthält.

Vikas Swarup - Rupien! Rupien!
(sr) Dieser Roman bildete die literarische Vorlage für den grandiosen und mehrfach oscar-prämierten Film "Slumdog Millionaire". Er erzählt die Geschichte eines jungen Mannes aus den Slums, der als erster Kandidat in der indischen Version von "Wer wird Millionär" den Hauptgewinn abräumt. Ich habe den Film zuerst gesehen und muss gestehen, dass mir dieser wesentlich besser gefallen hat als die Vorlage. Gerade die eindringlichsten Szenen des Filmes (Kindheit im Slum, Beziehung zur Jugendliebe) kommen im Buch überhaupt nicht vor. Dieses ist zwar spannend geschrieben, allerdings kein echtes Highlight.

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Tintenfaß Nummer 29 - Das Magazin für den überforderten Intellektuellen
(su) Ein Magazin in Taschenbuchform, das Einblick in das Leben und Wirken weltberühmter Autoren gibt, wundervolle Leseproben beinhaltet, schrecklich schöne Aufsätze sein eigen nennt und leider nur einmal im Jahr zur Buchmesse erscheint. Für Literaturliebhaber ein absolutes Goldstück.

J.R.R. Tolkien - Der Herr der Ringe
(sr) In einer vernünftigen Sammlung von Rezensionen darf natürlich dieser zeitlose Klassiker nicht fehlen. Lange vor den Kinofilmen habe ich ihn sowohl auf deutsch als auch auf englisch gelesen und war sofort gefesselt von der unglaublich phantasievollen und epischen Welt, die Tolkien hier in einer wunderschönen Sprache erschafft. Manche Passagen sind bestimmt etwas langatmig, dafür hat man aber stets das Gefühl, eines der Bücher in Händen zu haben, von dem man in fünfhundert Jahren noch spricht.

Travel Guide - Molwanien
(su) Jeder kennt dieses Buch, jeder liebt es: der Reiseführer über das nicht existente Land Molwanien, gelegen irgendwo in Osteuropa und mit Sicherheit der Ort der Welt, an dem man so schnell bestimmt nicht Urlaub macht. Ein einziges Gag-Feuerwerk und garantiert nichts für Leute mit schlechten Nerven: Man kichert und lacht überall drauflos - komische Blicke sind garantiert. Wer schon immer mal wieder über unglaublich kreativen Blödsinn lachen wollte, der sollte dieses Buch zur Hand nehmen... und alle anderen auch.

(sr) Ja, ich habe es mir auch gekauft. Die Texte sind "für zwischendurch" sicherlich für einen Lacher gut. Belustigt hat es mich übrigens, das Ding als Hörbuch bei Amazon gesehen zu haben.

Travel Guide - Phaic Tan - das Land des krampfhaften Lächelns
(sr) Wer "Molwanien" kennt, der kann sich in etwa vorstellen, worum es in diesem Reiseführer durch das fiktive Land "Phaic Tan", auch genannt "die Achselhöhle Asiens" geht. Vielleicht hätte man dieses Buch besser nicht geschrieben, denn ohne den spröden Osteuropa-Charme des Vorgängers wirken die Gags in der zweiten Auflage weitaus weniger witzig und umso mehr klischeehaft. Muss man nicht haben.

U

Volker Uhl - Die erste Leiche vergißt man nicht
(sr) Zwei Dutzend Polizeibeamte verarbeiten hier in Kurzgeschichten die Erlebnisse aus ihrem Berufsalltag. Buch beim Händler gesehen, mich an die guten Kritiken bei Amazon erinnert - und bitter enttäuscht worden. Ein gut gemeinter Ansatz, aber die Qualität der Texte bleibt auf Hobby-Autoren-Niveau. Wenn überhaupt. Schade, denn die Thematik ist an sich interessant.

Christian Ulmen - Für Uwe
(sr) Christian Ulmen ist ja vor allem als Moderator und Schauspieler bekannt, mit diesem Buch hat er sich auf dem Feld der Autoren versucht. Die Geschichte ist recht simpel erzählt: Uwe Wöllner, 31 Jahre alt, lebt noch bei Mama und Papa in seinem Kinderzimmer im beschaulichen Hannover-Garbsen, verbringt die meiste Zeit vor dem Computer und hat in seinem Leben noch nichts erreicht. Als seiner Mutter bei einem tragischen Unglück stirbt, setzt verändert sich Uwes Leben gravierend: Sein Vater beschafft ihm eine Wohnung und eine Stelle bei einem befreundeten Bestattungsunternehmen in Berlin und lässt den unbeholfenen Uwe damit auf die reale Welt los. Natürlich läuft dort nicht alles so reibungslos wie erhofft. Dieses Buch ist recht amüsant geschrieben, ohne allerdings besondere Ansprüche an Glaubwürdigkeit oder Niveau zu stellen.

V

Steve Voake - Moskito
(sr) Ein Spontankauf von einem Büchergutschein, den ich gewonnen hatte: Voake liefert uns mit seinem Erstlingswerk einen soliden kleinen Fantasy-Roman ohne allzu viel Anspruch. Dieses Buch würde ich eher jüngeren Lesern empfehlen, die Spaß an phantasiereichen, aber teilweise recht kruden Parallelwelten haben.

W

Hans Waal - Die Nachhut
(sr) 60 Jahre nach Kriegsende öffnen sich die Tore eines unterirdischen Bunkers und heraus kommen Josef, Otto, Konrad und Fritz. Die vier rüstig-klapprigen SS-Männer platzen mitten in eine Welt, die sie nicht mehr verstehen und schon bald reißen sich die Medien um das Quartett. Dieses Buch ist kein großes literarisches Erlebnis, aber für den einen oder anderen Lacher gut.

David Foster Wallace - Kleines Mädchen mit komischen Haaren
(su) Wieder ein Kurzgeschichtenband auf meinem Lesestapel und wieder eine angenehme Überraschung, denn die vielleicht schönste Umschreibung für Zungenküsse findet sich darin: 'Wir applizierten uns wechselseitig die Zunge in den Mund'... ach ja: Die fünf Geschichten sind übrigens allesamt hervorragend. Sei es die Story über die langjährige Jeopardy-Championess, die über den schwulen Lyndon-B.-Johnson-Assisstenten, die über John Billy, den größten, schönsten und stärksten Mann weit und breit... usw... einfach schön... und witzig.

Jo Walton - Der Clan der Klauen
(su) Ein Roman über eine viktorianische Gesellschaft unter Drachen. Eine Familie verklagt die andere, Duelle, Heiratsanträge, Morde, Liebe und Spannung... und weil es unter Drachen spielt, wird es nebenbei zu einem sehr guten Fantasy-Roman. Hat nicht umsonst den "World Fantasy Award 2004" abgesahnt. Prädikat empfehlenswert.

Alan Weisman - Die Welt ohne uns
(sr) Wie würde sich die Welt entwickeln, wenn die Menschheit von einem Tag auf den anderen auf einmal verschwunden wäre? Alan Weisman gibt in diesem Sachbuch Antworten auf diese Fragen - und das war's dann aber auch schon. Ich hatte mir angesichts der interessanten Thematik mehr versprochen als diese etwas lieblose Ansammlung von nüchternen Spekulationen über rostende Stahlträger, geflutete U-Bahn-Tunnel und überall sprießende Pflanzen.

Irvine Welsh - Trainspotting
(sr) Welsh liefert uns hier einen tiefen Eindruck in die Subkultur der Drogenszene von Edinburgh, Schottland. Dies ist die Heimat von Renton, Spud, Begbie, Sick Boy und Diane, die in einer verkommenen Vororthölle nur fünf Dinge im Kopf haben: Musik, Drogen, Fußball, Bier und Sex. Ein wirklich drastisches Buch über gescheiterte Existenzen und eine Gesellschaft, die ihren eigenen Untergang feiert. In Verbindung mit dem gleichnamigen Film ein absoluter Must-read.

Irvine Welsh - Drecksau
(sr) Bruce ist Polizist und ganz nebenbei auch die titelgebende Drecksau. Mit einer ungeheuren Intensität schildert Welsh hier den wohl verschrobendsten, abscheulichsten und verlogensten Menschen überhaupt. Dieses Buch wurde nicht zu Unrecht als "der unkorrekteste Roman" des Jahres bezeichnet, denn nicht einmal in einem Porno dürfte häufiger das Wort 'Fotze' fallen als hier. Im Laufe der Handlung, die parallel von Bruce und einem in seinem Darm lebenden Bandwurm erzählt wird (!), meinen wir den Protagonisten erst zu verstehen, dann zu hassen und schließlich zu bemitleiden. Ein großartiges Buch mit einem cleveren Ende, welches sich durch etliche innovative Stilmittel hervortut. Sollte man mal gelesen haben, aber ich warne jeden: Dieses Buch ist nichts für sensible Leser.

Irvine Welsh - Der Durchblicker
(sr) Eine kurze Novelle von Welsh für zwischendurch, dachte ich mir, als ich zu diesem Buch griff. Mehr erwartete mich auch nicht: In der gewohnt derben Sprache schildert Welsh - wieder einmal - das Leben eines hoffnungslosen Jugendlichen aus der Drogenszene Edinburghs. Nichts neues von Welsh also, schnell konsumiert und vermutlich ebenso schnell wieder vergessen.

Irvine Welsh - Porno
(sr) Mal wieder ein typischer Welsh: Zehn Jahre nach "Trainspotting" treibt es Rents, Begie & Co. wieder zusammen und sie haben sich ein Ziel gesetzt: Einen großartigen Pornofilm zu drehen. Dass dabei wieder eine Menge unflätiger Ausdrücke und auch Drogen im Spiel sind, versteht sich ja quasi von selbst; wo "Welsh" draufsteht, ist auch garantiert "Welsh" drin. Wer gerne drastischere Sachen liest, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

Irvine Welsh - Klebstoff
(sr) Mal wieder Edinburgh, mal wieder Randgesellschaft und natürlich dürfen Drogen auch nicht fehlen - dieses Buch ist "ein typischer Welsh", wie wir ihn aus Trainspotting, Drecksau oder Porno kennen. Vielleicht liegt es daran, dass ich dieses etwa 620 Seiten starke Buch fast an einem Tag während zweier langer Bahnfahrten durchgelesen habe, aber viel ist davon leider nicht bei mir hängen geblieben. Prädikat: Mittelmäßig, Welsh' Stil nutzt sich mit der Zeit eben ab.

Tad Williams - Der Drachenbeinthron
(sr) Ich gebe zu, dass ich dieses Buch hauptsächlich deshalb aus dem Buchladen mitgenommen habe, weil sich die Hardcover-Neuauflage zusammen mit den kommenden Teilen dieser episch angelegten Fantasy-Saga wohl gut im Regal machen werden. Davon abgesehen bekommen wir hier eine tatsächlich groß angelegte Geschichte geliefert, die meines Erachtens jedoch ein wenig zu langsam wirklich in Fahrt kommt. Einige der fast 1.000 Seiten hätte der Autor sich auch sparen können, aber immerhin gibt's ein solides Fantasy-Abenteuer - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Robert Anton Wilson – Schrödingers Katze (Das Universum nebenan) / Die Brieftauben / Der Zauberhut
(su) Der Autor ist ehemaliger Chefredakteur des Playboy, schrieb diverse Bestseller und widmet sich nun drei Bänden über Quantenphysik und der Erklärung von Schrödingers Katze – natürlich als Roman. Klingt so, als ob es wissenschaftlich wäre? Stimmt. Mit jeder Menge nackten Tatsachen? Stimmt. Verdreht, verwirrt, verstörend? Stimmt. Science fiction? Irgendwie schon. Das schönste an diesen Bänden: Man kann sie in beliebiger Reihenfolge lesen, es ist wirklich egal, man versteht danach trotzdem so einiges über Quantenphysik und hat nebenbei die bekiffte Fassung von "Alice im Wunderland " verschlungen. Es ist wirr, es ist anstrengend, es ist zum Schreien komisch und ganz nebenbei sogar noch äußerst lehrreich.

Robert L. Wolke - Was Einstein seinem Friseur erzählte
(sr) Hier wird Physik anhand von ganz normalen Alltagssituationen erläutert. Sehr kurzweilig zu lesen, regt dieses Buch zum Nachdenken an - und am Ende kommt dann meist ein "Ja, das ist eigentlich ganz einleuchtend".

Barbara Wood - Kristall der Träume
(ts) Naja, das ist wohl eher eine Frauen-Autorin. Es geht um einen Kristall, der vor Millionen von Jahren aus Weltraumschutt oder so ähnlich entstand und irgendwie besondere Kräfte zu besitzen scheint. Um diesen Kristall herum bastelt die Autorin mehrere in sich abgeschlossene Geschichten, beginnend mit Urmenschen und Neandertalern und in der Zeitgeschichte immer weiter vorrückend bis ins 19. Jahrhundert. Eine gute Urlaubslektüre.

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