Aus RSCT94
Schulklasse vermißt!
Große Sorge in der Rosenstadt Uetersen: Seit der Nacht von Samstag auf Sonntag gelten sieben Schüler und ein Lehrer der Klasse 1a der Friedrich-Ebert-Grundschule als vermißt. Die Klasse war am späten Samstag zu einer Nachtwanderung über den historischen Friedhof aufgebrochen. Anwohner gaben an, spät in der Nacht mehrere Schreie von dort gehört zu haben. Am nächsten Morgen wurde lediglich ein einziges Kind, der sechsjährige Arne F., unweit des Geländes gefunden. Er steht derzeit noch unter Schock und soll in den nächsten Tagen eingehend psychologisch untersucht werden. Wer sachdienliche Hinweise zum Verschwinden der Gruppe hat, wende sich bitte an die örtliche Polizeistation.
(Uetersener Nachrichten vom 24. Juli 2006)
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Ideen sind dazu da, um auch umgesetzt zu werden. Mir schwebte bereits seit einiger Zeit der Gedanke im Kopf herum, einmal im Stadtwerkehaus ein kleines Live-Abenteuer zu veranstalten. Der Moment, diese Idee in die Tat umzusetzen, bot sich am 22. Juli 2006. Gegen Mitternacht waren gerade einige Spielrunden beendet worden und nun war guter Rat teuer: Was sollte man machen? Da ich keine große Lust hatte, noch länger als unbedingt nötig im verdammt stickigen Stadtwerkehaus zu sitzen, kramte ich spontan die Idee zu einem kleinen Live-Abenteuer aus dem hintersten Winkel meines Gedächtnisses hervor. Der Vorschlag wurde auch recht begeistert angenommen und mit Ian fand ich schnell einen Mitorganisator, der mit mir den nahe gelegenen ehemaligen Friedhof aufsuchte, wo wir uns in nicht einmal 15 Minuten einen Plot ausdachten. Danach wurden noch Stefan (Quast), der große Daniel und Nadja als NSCs gewonnen, einige Teelichte sowie eine Taschenlampe als Requisiten besorgt und schon konnte es losgehen.
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Idee & Plot
Sven & Ian
NSC
Nadja als Die Seherin
Großer Daniel als Zombie
Stefan als Zombie
Cast
Arne als Kleiner Arne
Christian als Kleiner Christian
Kleiner Daniel als Kleiner Kleiner Daniel
Gianni als Kleiner Gianni
Hanni als Kleiner Hanni
Merten als Kleiner Klassensprecher Merten
Regina als Kleine Regina
und
Timo als Kleiner Timo
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Ja, losgehen womit überhaupt? Als Setting hatten wir uns für ein Crossover aus 'Cthulhu' und 'Kleine Ängste' entschieden. Unsere acht Mitspieler (siehe Textkasten links) stellten eine Gruppe von Erstklässlern dar, die mit ihrem Lehrer Manfred (gespielt von mir selbst) eine Nachtwanderung unternahmen. Die Dunkelheit selbst flößte den nur mit einer Taschenlampe ausgestatteten Kindern schon angst ein, doch dies sollte nicht alles bleiben: Als der Lehrer von einer Pinkelpause im Gebüsch nicht wiederkam und die Kinder einen schrecklichen Schrei hörten, begann das Abenteuer erst richtig.
Die Kinder machten sich auf dem unübersichlichen Gelände auf die Suche - und marschierte glatt mindestens einmal nur wenige Meter an mir vorbei, ohne mich zu sehen. Schließlich entdeckte man den Lehrer in einem Steinkreis, der von einer unsichtbaren Barriere umgeben war. Einen Rat für dieses Problem hatte die mysteriöse "Seherin", die später an einer anderen Stelle des Parks auftauchte. Sie eröffnete den Kindern, dass sie die dreizehn magischen Lichter finden und jeweils eines auf einem der Steine platzieren müßten, um den Bann dann mit einem kleinen Ritual brechen zu können. Also machten sich unsere Kinder auf den Weg, die Lichter zu suchen. Eigentlich kein großes Problem... oh, erwähnte ich, dass sich nebenbei noch Zombies aus ihren Gräbern erhoben und diejenigen, die von ihnen berührt wurden, sich ebenfalls in Untote verwandelten? Nicht? Mein Fehler. Ich weiß nicht, ob sich der moderne Sechsjährige vor so etwas fürchtet - der im Schnitt vielleicht 20jährigen Spielerschar wurde doch der eine oder andere Schrecken eingejagt.
| Nach insgesamt einer Stunde waren nur noch vier Kinder übrig, die noch nicht selbst als Untote durch die Gegend wankten: Der kleine Kleine Daniel, der kleine Arne, der kleine Hanni und der kleine Merten, seines Zeichens Klassensprecher der 1a. Man hatte alle Lichter gefunden und konnten nun endlich das Ritual vollziehen. Friede, Freude, Eierkuchen. Nun, nicht ganz, denn mal ehrlich: Welches Cthulhu-Abenteuer hat schon ein Happy End? Bedauerlicherweise steckte ein Dämon in dem Lehrer, der bereits seit Generationen versucht, in diese Welt zu kommen. Alles was er dafür benötigt, ist ein kleines Ritual, ausgeführt von einer Gruppe unschuldiger Kinder. Tja... und eben dieses hatten die Kinder nichtsahnend gerade ausgeführt. Oh-oh.
Letzten Endes gelang es nur einem einzigen Mitspieler, Arne nämlich, den Friedhof heil zu verlassen, ohne von dem Dämon, der verschlagenen Seherin oder einem der Zombies erwischt zu werden. Aber ob er sich jemals wieder von den seelischen Schäden dieser Nacht erholen wird, steht in den Sternen. Die Moral von der Geschichte: Bist du als Sechsjähriger nachts auf einem Friedhof unterwegs und irgend jemand bittet dich, ein seltsames Ritual zu vollziehen... dann laß es besser. Lauf weg, rufe die Polizei oder gib deinen Eltern bescheid. Aber komme ja nicht auf dumme Gedanken.
Den Rückmeldungen der beteiligten Spieler habe ich entnommen, dass es allen sehr viel Spaß gemacht hat, Würfel und Charakterdokumente einmal links liegen zu lassen und sich stattdessen mitten in der Nacht in einem dunklen Park herumzutreiben. Ein Lob geht natürlich auch für das nette rollengerechte Verhalten (einen sechsjährigen zu spielen ist nicht so einfach wie man denken mag...) und die Diszipliniertheit an die Mitspieler, die trotz etlicher Schockmomente (ein Zombie, der auf einmal direkt neben dir aus dem Gebüsch kommt...) von lautem Schreien etc. absahen, um keinen unnötigen Lärm für die Anwohner zu verursachen. Lobend erwähnen möchte ich außerdem noch Nadja, Stefan und Daniel für das wirklich gute Ausspielen ihrer Rollen sowie Ian für seine Ratschläge zum Plot und seine Rolle als Aufsicht und Ansprechpartner für die Gruppe.
Dies war sicherlich nicht unser letztes Live-Abenteuer.
Sven
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