Weihnachtsfeier (18. Dezember 2004)

Aus RSCT94

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Weltuntergang verhindert


Jüdische Weltverschwörung und Naziterror halten die Welt in Atem


Arvi Katzenbach zermalmt / Izmir in Angst und Schrecken / Massaker in Chicago / Sensationelle Funde in Ephesos


Nevada. Stand unsere Welt vor dem unmittelbaren Untergang? Wie ein apokalyptisches Szenario wirkte gestern zumindest das Hauptquartier des mächtigen Katzenbach-Imperiums, von dem nicht viel mehr als rauchende Trümmer übrig geblieben sind. Gleichzeitig erschüttert das mysteriöse Ableben des Vorstandsvorsitzenden Arvi Katzenbach die Finanzwelt. Ein Augenzeuge dazu: "Das war total scännig. Vollkommen durchgedreht war der Alte, das könnt ihr mir glauben. Wollte Raketen oder so'n Zeugs auf die großen Finanzzentren jagen, um so die Weltherrschaft an sich zu reißen. Ein total durchgedrehter Plan, wenn ihr mich fragt. Dann kamen aber diese Typen mit den LKWs und haben ihn platt gemacht. Geile Action."

Einer der Feuerwehrleute vor Ort beurteilte die Lage weniger positiv: "Action? Also ich finde das hier ist der verdammt größte Haufen Scheiße, der mir jemals untergekommen ist. So ein Chaos habe ich noch nie gesehen, hier müssen ja die Vandalen gehaust haben. Wir können froh sein, dass uns das Gebäude nicht über dem Kopf zusammengebrochen ist."

Verwirrung herrscht über die wahren Hintergründe des gestrigen Tages. Wie Nachrichtendienste aus aller Welt berichten, werden derzeit zahlreiche Abschußbasen demontiert, bestückt mit Raketen unbekannter Herkunft. Ob sie in einem Kontext stehen zu den unlängst erfolgten umfangreichen Aktivitäten des Katzenbach-Imperiums im Stahl- und Raketentreibstoffbusiness bleibt zu klären. Levy Goldstein, der eilig eingesetzte neue Vorsitzende, wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

Doch auch aus anderen Teilen der Welt erreichte uns seltsame Kunde. In Izmir (Westtürkei) versetzte ein Amokfahrer die Innenstadt in Angst und Schrecken, als er scheinbar orientierungslos und ohne Rücksicht auf Passanten über die Bürgersteige jagte. Noch viel größer das Chaos auf dem internationalen Flughafen:

Am frühen Morgen haben sich zwei Gruppen, unbekannter Herkunft, im Airport-Hotel Akbar-Al-Hami eine wilde Schießerei geliefert. Die beiden Parteien hinterließen, nachdem sie das Hotel verlassen hatten, in dem angrenzenden Parkhaus, ein wahres Blutbad. Es entstand an 53 Autos ein Gesamtschaden von ca. 25 Mio. Lira. Außerdem wurde ein Liebespaar in einem Auto lebensgefährlich verletzt.


LoneStar-Hauptquartier in Chicago in Flammen - Mysteriöse Morde

Chicago. Am gestrigen Nachmittag wurde das Hauptquartier von LoneStar in einer gewaltigen Feuersbrunst zerstört. Augenzeugen wollen vorher eine wilde Schießerei sowie entsetzliche Todesschreie gehört haben. Einzige Überlebende dieses Feuers ist eine Gruppe von Verbrechern, die in dem allgemeinen Chaos aus den Zellen entwischen konnte und im Zusammenhang mit der Ermordung des stadtbekannten Wohltäters und Kunstmäzenen Christoph Mejoin inhaftiert worden war. Die Gruppe soll angeblich unter Verwendung von tödlichen Klingenwaffen die gesamte Wachmannschaft des Millionärs ausgeschaltet und gnadenlos aufgeschlitzt haben. Die Suche nach den Flüchtigen dauerte bei Druckbeginn noch an.


Schießerei harrt Aufklärung

Seattle. Einer Schießerei in einer Monorail-Station gibt Lone Star Rätsel auf. Wie Augenzeugen berichteten, könnte es sich um eine Gang-Konfrontation gehandelt haben. Die unterlegene Partei schien dabei rassistische Motive gehabt zu haben, denn ihre Gegner sollen zum großen Teil aus Metamenschen bestanden haben. Besondere Aufmerksamkeit erregt der Fall zudem, da Symbole eines alten Polyclubs namens "NSDAP" bei den Toten gefunden wurden. Die Waffen der Toten wurden bereits bei einer der Gangs der Umgebung beschlagnahmt, diese konnten allerdings ein Alibi vorweisen, das in einem Überfall auf die nahegelegene R-Mart-Filiale besteht. Außerdem hat diese Gang größtenteils menschliche Mitglieder.


Kniffel-Landesmeister konnte Titel nicht verteidigen

Seattle. Der Kniffel-Landesmeister des Vorjahres, Maurice Jackson, schied in diesem Jahr bereits in der Vorrunde aus. Der Mangel an Konzentration war ihm deutlich anzusehen, er konnte am Ende nur 96 Punkte vorweisen. Nach eigener Angabe hatte seine Glückssträhne ein Ende, nachdem er während eines privaten Spieleabends von einer Bekannten besiegt wurde. "Danach habe ich kein einziges Spiel mehr gewonnen", so Jackson, im Hauptberuf Chemiker. Unseren Verdacht, dass seine schwache Leistung mit der durch die schwierige finanzielle Lage seines Arbeitgebers, der dem Katzenbach-Imperium angehört, verursachten betriebsbedingten Kündigung zusammenhänge, wollte er nicht bestätigen. Sieger des Turniers wurde der Außenseiter Mikail Tschokuro.


Was haben all diese Vorfälle zu bedeuten? Stehen sie in einem Kontext zum ebenso rätselhaften wie von weiten Teilen der Bevölkerung ebenso begrüßten Verschwinden der "Kameradschaft NNSDAP"? Die Gruppierung, der in der Vergangenheit immer wieder Verstrickungen in die rechte Szene nachgesagt wurden, scheint wie vom Erdboden getilgt. Gerüchte, die dieses Verschwinden in einen Kontext zu den Geschehnissen in Nevada bringen, reißen nicht ab. Die verkohlten Leichen, die aus einem brennenden LKW einige Meilen vom Katzenbach-Hauptquartier gefunden wurden, werden derzeit noch identifiziert. In einer offiziellen Stellungnahme des verbliebenen "NNSDAP"-Vorstands ist jedoch von "bedauernswerten Rückschlägen" die Rede, welche nur durch "die Abwendung der jüdischen Weltverschwörung kompensiert" würden. Eben diese Abwendung der jüdischen Weltverschwörung nahm die Gruppierung in der Vergangenheit nahezu wöchentlich für sich in Anspruch.

Wir bleiben am Ball. Offen. Schonungslos. Unparteiisch.


Irdisch
Weihnachtsfeier
18. Dezember 2005

Halten wir kurz fest: Am 18.12. fand im Stadtwerkehaus die traditionelle Weihnachtsfeier des RSCT 94 statt. Nachdem wir im letzten Jahr den "Tag des ungespielten Rollenspiels" veranstaltet hatten, stand nun ein multiparalleler Shadowrun mit vier Gruppen auf dem Programmplan. Gerüchte sprechen davon, dass Walter sich den Plot für dieses Abenteuer nach einem längeren Aufenthalt im Down Under und in einem angeheiterten Zustand ausgedacht hat. Was dabei herausgekommen ist, habt ihr oben ja bereits gelesen: Eine Weltverschwörung größten Ausmaßes, vollgepackt mit bitterbösen Nazis, fiesen Verfolgungsjagden, Nachforschungen in Area 51 und vor allem jeder Menge Spaß. Allein die Tatsache, dass an diesem Tag 22 Leute den Weg ins Stadtwerkehaus fanden, um an diesem Abenteuer mitzuspielen, spricht wohl für sich. Ich denke, die anwesende Horde an Rollenspielern wurde gut unterhalten. Aber ich gebe das Wort nun ab an meine Meisterkollegen: (Sven)


Ich hoffe wirklich, das meine Gruppe Spaß an dem hatte, was ich ihnen da vorgesetzt habe. Ihre Aufgabe war es, den Chemiker Maurice Jackson zu schützen. Dieser selbst hat um diesen Schutz gebeten, denn er hat an der Entwicklung der "Geheimwaffe" mitgewirkt und hatte Angst, als unnötiger Mitwisser von Seiten seines Arbeitgebers, Katzenbach, abserviert zu werden. Die Runner trafen den übergewichtigen Mann in der Monorail-Station in der Nähe der Bar und mussten ihn sogleich verteidigen, weil es offenbar einige Nazis auf ihn abgesehen hatten. Dann haben sie es sich bei ihm gemütlich gemacht. Weil es ohne was zu tun so langweilig gewesen wäre, schlug Maurice schließlich vor, einen netten Spieleabend zu machen. Da ich im Stadtwerkehaus keine simplen Brettspiele finden konnte (die vollständig und nicht zu lang gewesen wären) musste es eben Kniffel sein (Würfel genug haben wir ja dafür). Sophia konnte dabei mit einer erstaunlichen Punktzahl den Sieg erringen. Dann bekamen die Runner vom Auftraggeber ein Angebot. Wenn sie den Chemiker an den israelischen Geheimdienst ausliefern, bekommen sie die doppelte Entlohnung. Maurice hatte das zufällig mitbekommen und ergriff die Flucht. Meine Gruppe versuchte dabei derart hartnäckig, die Flucht zu vereiteln, dass die Gruppe gegenüber den anderen in Zeitverzug geriet. Wahrscheinlich muss ich in dieser Hinsicht mehr Autorität walten lassen, anstatt zu versuchen, sie innerhalb der Spielwelt zu besiegen. Die Gruppe nahm schließlich die Fährte ihres Schützlings Richtung New Orleans auf, wo es neben einer Verfolgungsjagd und einem Gefecht im Sumpf zu einer Begegnung und Vermischung mit Walters Gruppe kam. Anschließend ging es auch schon mit leicht geänderter Besetzung in die Wüste Nevada, relativ direkt zum Finale des Abenteuers. (Mirco)


Die Anwerbung der Runner in einer miesen Bar, die wie ich finde sehr gut gelungen war, war sicherlich ein Highlight und hat allen viel Spaß gemacht. Mir kam bei diesem Abschnitt eine besondere Rolle zu., ich durfte den Türsteher (Troll) spielen. Es gab viele erstaunte Gesichter als ich mit einem Schlagstock (Staubsaugerrohr) bewaffnet vor dem Eingang der Bar stand und die Runner mit Fragen genervt habe. Mit Sprüchen wie: "Deine Schuhe gefallen mir, die will ich haben!!", oder "Hast du Waffen dabei?" "Ja, wieso?" "Ja, weil für ein Milchgesicht wie dich es sonst zu gefährlich in der Bar wird!" versuchte ich die Besucher der Bar zu verunsichern. (Olaf)


Ich als Autor dieses Machwerks bedanke mich zuerst einmal bei den anderen drei Meistern, dass sie die Rohfassung des Abenteuers, die im wesentlichen aus einzelnen Szenen und einem verworrenen Handlungsfaden sowie Anmerkungen a la [Hier böse Verbrecherorganisaion einfügen] bestand, überhaupt verstanden und so gut angenommen haben. Hatte mich ja immerhin einige Cocktails und ne Nacht vor dem PC gekostet...Außerdem haben die drei selber auch noch ordentlich Arbeit in den Run gesteckt, was diverse Ausdrucke und Zeitungsanzeigen beweisen..... Meine Gruppe schlug sich äußerst erfolgreich und kreativ mit ihrem Teil der großen Weltverschwörung rum, hatte nur leider das Problem, dass sie auf Mircos Gruppe doch ein bisschen arg lange warten musste, mit der ein Treffen vor dem Showdown erforderlich war. Glücklicherweise amüsierten sie sich äußerst gut in einem Rachmaninov-Konzert und motzten ihren Mietwagen ordentlich auf...... Sehr viel Spaß hatte ich meinerseits am (von den drei Meistern wegen Zeitverzug komplett improvisierten) Finale und dem Decking-Teil des Runs. Insgesamt glaube ich, dass alle auf ihre Kosten gekommen sind und hoffentlich auch nächstes Jahr wieder freiwillig an einer ähnlichen Aktion teilnehmen. Mir hat es jedenfalls mal wieder eine Menge Spaß gemacht.

(Walter)

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