Uni Con 32
Aus RSCT94
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Bericht - Fotos |
Bereits zum 32. Male lud der 'Arbeitskreis Fantasy' an der Universität in Kiel zum traditionellen Uni Con. Nachdem wir aus terminlichen Gründen im letzten Jahr nicht dabei sein konnten, ließen es sich diesmal ganze 6 Mitglieder des RSCT94 nicht nehmen, den Weg nach Kiel auf sich zu nehmen. Frei nach der Farbe unserer Vereinsshirts hieß also wieder einmal: "Orange Army on tour", als sich Mirko, Walter, Merten, Lilli, der kleine Daniel und der Autor dieses Textes (Sven) auf den Weg machten.
Die Anfahrt verlief dabei relativ problemlos, kannten wir die Örtlichkeit (Die EWF/Alte PH in der Olshausenstraße 75) doch bereits aus dem Jahre 2002, als wir das letzte Mal dort waren. Die Convention an sich hatte durchgängig von Samstag, 10 Uhr bis Sonntag, 16 Uhr, geöffnet. Man konnte also entweder durchspielen oder sich mit Isomatte und Schlafsack über Nacht in einen der oberen Räume zurück ziehen. Doch so weit waren wir noch lange nicht, als wir pünktlich zum Beginn auf dem Campus der Christian-Albrechts-Universität aufkreuzten. Dort erwartete uns erst einmal eine Überraschung: 'Nanu, so wenig los hier?' Und tatsächlich: Vor dem Gebäude erwartete uns keine Schlange, wie man es sonst von solchen Veranstaltungen kennt. Also ging's gleich zur Kasse, wo wir den Eintritt bezahlten. Dieser war mit 4 bzw. 5 Euro für einen oder beide Tage übrigens im Rahmen, wobei die ganze Wagemutigen ihren Eintrittspreis auch erwürfeln konnten. Pech für Lilli, die nach einem Wurf mit dem W8 satte 7 Euro bezahlen musste...
Im Gebäude selbst mussten wir uns erst einmal ein wenig umsehen, hatten wir doch ein anderes Bild erwartet: Die Räume wirkten noch ungewöhnlich leer, die Händler im Untergeschoss (Truant, Drachenei, Gandalph) fingen erst langsam damit an, überhaupt ihre Stände aufzubauen. Ein wenig voller war es bereits im großen Tabletop-Bereich, der allerdings mit Ausnahme von Mirko für uns nicht so interessant war. Hier fand das vermutlich größte Warhammer-Turnier Deutschlands statt, an dem gute 120 Besucher teilnahmen, darunter auch Gäste aus Österreich und der Schweiz. Auch der Infostand schien noch im hektischen Aufbaustress zu sein, also wagten wir einen ersten Blick auf den Spielrundenaushang...
... und wurden leider etwas negativ überrascht.
Warum? Nun, die angebotenen Spielrunden hielten sich doch sehr in Grenzen, ganze drei Rollenspiele wurden zu diesem Zeitpunkt angeboten. Also warteten wir noch eine Weile und vertrieben uns die Zeit mit ein wenig Smalltalk mit bekannten Gesichtern, zu denen auch Björn, Jost und Pu vom SDNV gehörten. Nach und nach wurden dann tatsächlich noch einige Runden ausgehängt, allerdings war für uns nichts von Interesse dabei. Also beschlossen Lilli und ich jeweils ein DSA-Abenteuer anzubieten, wofür sich dann auch Spieler einfanden. Meine Runde führte die Mitspieler (drei Leute, dazu Walter von uns) ins nordöstliche Bornland, wo die Helden ein kleines Abenteuer rund um ein dämonisches Wesen erlebten. Ich glaube, wir hatten drei Stunden recht kurzweilige Unterhaltung - ein Beleg dafür mag sein, dass es eine andere Gruppe aufgrund unserer Lautstärke vorzog, an einen weiter entfernten Tisch umzuziehen. Apropos Tische: Davon waren im Veranstaltungsgebäude etliche frei, denn ich schätze, dass nicht einmal die Hälfte davon mit Spielrunden belegt war. Die Besucherzahl würde ich an diesem Samstag auf rund 200 schätzen, wobei der Tabletop-Bereich wie bereits oben erwähnt deutlich stärker vertreten war als die Rollenspieler.
Nachdem wir das Abenteuer beendet hatten, verschlug es uns erneut auf die Rundenaushänge. Neben einigen Workshops (z.B. zu den Themen "Abenteuerentwicklung" oder mittelalterliche Tänze) hingen nun noch einige andere Runden aus, von denen viele allerdings auch am Sonntag stattfanden, wie etwa das Shadowrun-MPA. Irgendwie landeten wir dann aber doch in einer DSA-Runde, die spontan angeboten wurde. Loben muss ich in diesem Zusammenhang die Spielrundenorganisation. Diese wirkte zuweilen zwar etwas planlos, gab sich aber immerhin redliche Mühe, die Spieler mit einem Meister zu versorgen. Hut ab vor den Jungs und Mädels, die trotz einiger kleinerer Verstimmungen immer freundlich und zuvorkommend waren.
Die DSA-Runde konnten wir allerdings nicht beenden, da sowohl wir (Daniel, Merten, Lilli und ich) als auch unser Spielleiter am großen 'Cthulhu Live' teilnehmen wollten, welches um 20 Uhr beginnen sollte. Dieses wurde wie schon beim Adventure Con von den Leuten von Green Abyss organisiert und stellte m.E. das absolute Highlight des Programms dar.
Kurz zum Inhalt: Das Abenteuer trug den Titel 'Zarenblut' und versetzte die gut 20 Mitspieler in das St. Petersburg des Jahres 1917. Wir spielten westliche Bürger, die in den Strudel der Revolution hinein gerieten und mit der Hilfe eines Professors an der dortigen Universität versuchen außer Landes zu kommen. Dieser Plot wurde, wie bei Live Abenteuern üblich, sehr phantasievoll ausgespielt. Hierbei war das gesamte Uni-Gebäude unser Setting und wir konnten uns relativ frei bewegen - wären da nicht die aufständischen Kosaken gewesen, die das Gebäude besetzt hatten und vor denen wir nahezu ständig auf der Flucht waren. Es entwickelte sich also ein spannendes Versteckspiel u.a. in den Kellerräumen der Uni, bei dem wir auf die Spur einer verfluchten Statue kamen und auch das eine oder andere Rätsel lösen mussten. Dabei machten wir die schmerzliche Erfahrung, dass unsere Gruppe nach und nach kleiner wurde, da die Kosaken mit Gefangenen nicht gerade zimperlich umgingen. Diese Spieler verstärkten dann im weiteren Abenteuer die Gruppe der Kosaken.
Alles in allem hat dieses Abenteuer Spaß gemacht, auch wenn ein einzelner Spieler durch seine Handlungen (Verstecken von wichtigen Informationen) fast den gesamten Plot gekillt hätte und sich das Abenteuer mit zunehmender Dauer im Gebäude ein wenig auseinander zog. Auch hätten wir vielleicht etwas planvoller gegen die Kosaken vorgehen sollen, aber das sind auch die einzigen Kritikpunkte, für welche die Macher dieses Abenteuers natürlich nichts können. Diese seien übrigens noch einmal für ihre liebevolle Ausstattung (Uniformen der Kosaken, Gasangriff auf den Keller u.a.) gelobt. Gegen 0.30 Uhr, nachdem der Autor dieses Berichtes schon längst exekutiert und in die Reihen der NSCs gewechselt war, endete das Abenteuer dann.
Fotos, Videoausschnitte und weitere Angaben direkt von den Machern gibt es übrigens hier.
Nachdem wir nunmehr etliche Stunden durch das Gebäude gelaufen waren, stand uns der Sinn nicht mehr danach, uns auch noch die Nacht in Kiel um die Ohren zu schlagen. Also packten wir unsere Sachen ein, verabschiedeten uns noch kurz von Walter (der nachmittags die kranke Sophia besucht hatte und nun noch etwas länger bleiben wollte) und machten uns dann auf den Weg. Dieser führte uns in Kiel dann noch im Palenke vorbei, wo wir bei einem kleinen Getränk den Tag geruhsam ausklingen ließen. Gegen 3 Uhr waren wir dann wieder daheim und konnten endlich unsere Betten aufsuchen.
Fazit
Der Uni Con ist vorbei und was bleibt, ist eigentlich nur noch das Fazit. Viele Punkte habe ich ja schon in meinem Bericht angesprochen. Sicherlich lief die gesamte Veranstaltung mehr als schleppend an, gerade das 'Cthulhu Live' konnte aber die mangelnde Auswahl an Spielrunden wieder wett machen. Es ist schade, dass sich nicht mehr Spielleiter bereit erklärt haben, eine Runde anzubieten und dadurch der gesamte Rollenspiel-Bereich ein wenig verwaist wirkte. Vielleicht sollte man überlegen, im nächsten Jahr wieder in eine kleinere Örtlichkeit umzuziehen,die dann besser gefüllt ist. Von diesen Punkten abgesehen, war die Organisation und auch die Verpflegung (Pizza-Pipeline, Würstchen und Brötchen zu fairen Preisen) in Ordnung.
Sven
