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Herzlich Willkommen

Worum geht es überhaupt?

Mit Rollenspielen können Sie spannende, unheimliche, lustige und gefährliche Abenteuer erleben – ohne daß Sie dabei Ihr Leben riskieren müßten. Manchmal werden diese Spiele auch “Abenteuerspiele” genannt, und es gibt sie zu den verschiedensten Themen und Genres: Fantasy, Science Fiction, Spionage, Horror, Krimi und so weiter. Es gibt sogar Rollenspiele zu populären Filmen und Fernsehserien, und wem das nicht reicht, der kann im Rollenspiel auch seine eigene Phantasiewelt zum Leben erwecken.

 

Was braucht man?

Nicht viel. Eine Gruppe von Freunden – sagen wir, eine Runde von drei bis acht Spielern –, ein paar Bleistifte und Würfel, etwas Papier, einen Tisch und das jeweilige Regelbuch. Das Alter der Spieler ist egal, jeder muß einfach nur ein wenig Phantasie und Vorstellungskraft mitbringen.

Wie wird’s gemacht?

Spannende Abenteuer erleben, ohne daß es gefährlich wird? Ja, weil jeder Spieler die Rolle eines erfundenen Helden bzw. einer Heldin übernimmt, wie man sie aus seinen Lieblingsromanen und -filmen kennt. Indiana Jones, Conan der Barbar, Luke Skywalker, Dana Scully, James Bond – das sind alles Beispiele für Rollen, in die man beim Rollenspiel schlüpfen kann.

Es ist, als würde man leibhaftig in einen abenteuerlichen Film eintauchen und gleichzeitig eine der Hauptrollen darin spielen, wobei man selbst bestimmt, was der Held – die Spielerfigur, auch Charakter genannt – macht.

Wenn man auf die übliche Weise ein Buch liest oder einen Film anschaut, muß man stets hilflos mit ansehen, wenn der Held eine dumme Entscheidung trifft und in sein Verderben läuft, kann nichts daran ändern, obwohl man an Stelle des Helden vielfach etwas ganz anderes getan hätte... Im Rollenspiel nun sind Sie der Held, und Sie allein bestimmen über Ihre Tate. Sie entscheiden, wie Sie den Gefahren, Rätseln und Freuden des Rollenspielabenteuers begegnen, denn das “Drehbuch” dieser “Filme” ist nicht vorausbestimmt. Die Geschichte entwickelt sich vielmehr im Verlaufe des Spiels erst durch Ihre Entscheidungen frei fort.

All die faszinierenden Höhen und Tiefen eines solchen Abenteuers erlebt Ihre Spielerfigur, Ihr Rollenspielcharakter, allerdings nicht allein. Denn auch Ihre Mitspieler schlüpfen in die Rollen abenteuerlustiger Gefährten, die gemeinsam mit Ihnen ausziehen, um fremde Planeten zu erforschen oder magische Schwerter den Klauen feuerspeiender Drachen zu entreißen oder im geheimen Regierungsauftrag herauszufinden, ob das Nördlinger Ries wirklich durch einen UFO-Absturz entstand, oder...

Was macht’s spannend?

Natürlich dürfen die Spieler nicht im voraus wissen, was sie an jenen geheimnisvollen Orten erwartet, die ihre Abenteurer besuchen. Außerdem wäre eine Geschichte, in der immer nur dieselben paar Helden allein aufträten, bald langweilig. Deshalb übernimmt einer aus der Spielergruppe eine besondere Rolle: Er oder sie ist Spielleiter.

Vor dem Spiel bereitet der Spielleiter sozusagen die Bühne, d.h., er legt die Örtlichkeiten und Bewohner der Spielwelt fest, mit denen die Spieler es voraussichtlich zu tun bekommen. Dafür reicht es, sich eine fertige Spielhilfe (ein Abenteuer) durchzulesen, die es im Fachhandel in breiter Auswahl zu kaufen gibt. Man kann solche Abenteuer aber genausogut auch auf eigene Faust entwerfen.

Während des Spiels übernimmt der Spielleiter dann die Rollen all jener Personen und Kreaturen, denen die Spielercharaktere begegnen – seien sie nun hilfreich oder gefährlich, lustig oder geheimnisvoll.

Dadurch weiß zu Beginn nur der Spielleiter um die Geheimnisse der Spielwelt Bescheid. Er sagt den anderen Spielern jeweils, was deren Charaktere sehen, wenn sie in einen unbekannten Raum eindringen, und was geschieht, wenn sie etwas Bestimmtes tun, wie zum Beispiel den violetten Knopf an der Wand vor ihnen linksherum zu drehen... Das bedeutet auch, daß er der einzige ist, der die Regeln einigermaßen zu kennen braucht.

Auf diese Weise entfaltet sich Zug um Zug eine abenteuerliche Geschichte: indem die Spieler erzählen, was ihre Figuren sagen oder unternehmen wollen, und der Spielleiter erzählt, was daraufhin geschieht bzw. wie die angesprochenen Personen reagieren. Der Spielleiter dient sozusagen als Auge, Ohr und alle anderen Sinnesorgane der Abenteurer.

Was der Spielleiter nicht weiß, ist, wie die Spieler auf Orte, Personen und Ereignisse der Spielwelt reagieren und was sie unternehmen. Daher ist auch für ihn der Fortgang des Abenteuers stets spannend und immer wieder überraschend.

Wozu die Regeln?

Regeln sind Entscheidungshilfen, die das Spiel vereinfachen. Statt lange Diskussionen zu führen, wie stark, schlau, mutig usw. ein Held nun genau ist, werden alle wichtigen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen der Abenteurer als Zahlenwerte dargestellt. Jemand mit einer Stärke von 5 ist zum Beispiel kräftiger als jemand mit einer Stärke von 3. Auf diese Weise kann man sich die Figuren besser vorstellen.

Damit aber nicht alles vorhersehbar – und damit langweilig – wird, kommt zusätzlich ein wenig Zufall ins Spiel: die Würfel. Um daher eine Spielaktion durchzuführen (z.B. die Palastmauer zu erklettern oder unbemerkt an Bord des außerirdischen Raumschiffs zu schleichen), kombiniert man einfach eine passende Fähigkeit des Abenteurers (z.B. Klettern oder Schleichen) mit einem Würfelwurf. Das Ergebnis muß einen bestimmten Wert erreichen oder unterbieten, der vom Schwierigkeitsgrad der Aktion abhängt. Es kann also auch schiefgehen!

Der Held mit Stärke 5 hat dadurch zwar größere Chancen, ein Fallgitter anzuheben, als sein Gefährte mit Stärke 3 - gelingen könnte es aber beiden. Jemand mit höherer Geschicklichkeit als Kraft könnte hingegen vielleicht den geheimen Mechanismus finden, der das Gitter automatisch hochzieht...

War das schon alles?

Nein. Ein zusätzlicher Reiz vieler Rollenspiele liegt in der Möglichkeit, daß die Helden mit der Zeit ihre Fähigkeiten steigern können (auch jung Siegfried hat mal klein angefangen). Man spielt dazu nicht nur ein Einzelabenteuer, sondern kann auch eine ganze Reihe zusammenhängender Geschichten erleben, in deren Verlauf die eigenen Helden immer stärker, geschickter, aber auch reicher und berühmter werden. Jedes neue Abenteuer fängt dort an, wo das letzte geendet hat, ähnlich wie etwa bei einem mehrbändigen Roman.

DAS IST EIN ROLLENSPIEL!

Weitere Arten des Rollenspiels

Bei der oben beschriebenen Art des Rollenspiels handelt es sich um sogenannte Pen & Paper Rollenspiele. Es gibt noch andere Arten wie z.B. Live-Rollenspiele, Computer-Rollenspiele oder Online-Rollenspiele.

Diese haben haben alle gemeinsam, dass der Spieler eine oder auch mehrere Charakterrollen spielt, nur die Art und Weise, wie nun gespielt wird, unterscheidet sich von der beschrieben Spielart.

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