Rollenspiel:Bücherrezensionen 3

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Rezensionen

Seid gegrüßt, werte Leser,

auf dieser Seite findet ihr eine Reihe von Kurzrezensionen. Diese Liste hat ihren Ursprung in dem Thread "Was lest ihr gerade", welchen ich im Jahre 2005 in unserem alten Forum gestartet habe. Mit der Zeit ist so eine lange Liste mit Büchern entstanden, die ich gelesen und kurz bewertet habe. Ein Teil der Bücher entstammt dabei dem Genre der Phantastik, allerdings befinden sich auch zahlreiche andere Stilrichtungen darunter, wie etwa Thriller, Komödien oder historische Abhandlungen. Nunmehr habe ich diese Rezensionen geordnet und präsentiere sie auf dieser Seite, um sie vielleicht einem größeren Lesekreis zugänglich zu machen.

Mit dieser Seite rufe ich gleichzeitig alle Interessierten auf, sich mit eigenen Rezensionen daran zu beteiligen. Als ersten Schritt hierzu habe ich die Rezensionen hinzu gefügt, die Walter ursprünglich auf seiner Homepage veröffentlicht hat. Beachtet dabei bitte, dass es bewusst um Kurzrezensionen handelt - längere Abhandlungen sind hier also fehl am Platze Die Liste ist alphabetisch geordnet, innerhalb einzelner Autoren in der chronologischen Lesefolge. Neue Bücher können jederzeit hinzu gefügt werden.

Und nun viel Spaß beim Stöbern!

Sven


Alphabetisches Autorenverzeichnis
A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z

N

Natascha - Seelenficker
(sr) Ich kann nicht genau sagen, ob es sich bei diesem Buch um eine tatsächliche Lebensgeschichte handelt oder um reine Fiktion, aber eines ist klar: Diese Geschichte um ein drogenabhängiges Mädchen, das auf den Strich geht, ist alles andere als leichte Kost. Hart und ungeschönt wird hier ein verkorkstes Leben dargestellt, welches von perversen Freiern, Selbsthass und Sucht geprägt ist. Nicht jedem wird dieses Buch gefallen - aber Existenzen wie diese gibt es nun einmal, davor sollte man nicht die Augen verschließen.

Mikael Niemi - Populärmusik aus Vittula
(su) Das Aufwachsen zweier Jungen in einer kleinen Stadt am äußersten Zipfel Schwedens, schon fast zu Finnland gehörig. Eine herrliche Reise durch die Sechziger und Siebziger, die Entdeckung des Rock'n'Roll, die Erfindung des Punk, Jungenträume, Rituale und eigene Erfahrungen. Manchmal fühlt man sich ertappt und manchmal wünscht man sogar, man wäre auch dort aufgewachsen. Ideal für zwischendurch, aber trotzdem unvergeßlich.

(sr) Eine herrlich schräge und inhaltslose Beschreibung einer Kindheit und Jugend in der nordschwedischen Einöde. Nach diesem Buch wünscht man sich, selbst in dieser Gegend mit all ihrer Tristesse, den stumpfen Bewohnern und der beschissenen Kälte aufgewachsen zu sein. Allein der Prolog gehört mit seiner überraschenden Lösung eines außergewöhnlichen Problems zum besten, was ich seit langer Zeit gelesen habe. Dieses Buch ist ein Muss - und lasst euch nicht von der Empfehlung der Frauenzeitschrift 'Brigitte' auf dem Umschlag abhalten. Lesen!

Mikael Niemi - Das Loch in der Schwarte
(sr) "Mikael Niemi spinnt" - wenn sogar die "Norrlandska Socialdemokraten" das so schreibt, dann ist da schon etwas dran. In diesem Science-Fiction-Roman, der eher eine Kurzgeschichtensammlung als ein abgeschlossener Roman ist, zeigt der Autor uns die abstrusesten Situationen aus einer hoffentlich noch allzu fernen Zukunft. Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und denke, dass der Autor beim Schreiben einen ebenso großen Spaß hatte. Allein Leuten empfohlen, die wissen möchten, warum "Senf gibt's im Auto" einmal der bedeutungsvollste Satz der Menschheit sein wird und die gute Unterhaltung "für Zwischendurch" suchen.

Mikael Niemi - Der Mann, der starb wie ein Lachs
(sr) In seinem dritten Buch kehrt Niemi wieder in seine Heimat Pajala im Norden Schwedens zurück. Diesmal ist es ein Mordfall an einem scheinbar harmlosen Mann, der die Gemüter in der Einöde erhitzt. >Eine junge Polizistin aus Stockholm ermittelt und lernt dabei zugleich Land und Leute kennen. Aber schon bald stellt sich heraus, dass das Mordopfer alles andere als unschuldig war - mehr sei an dieser Stelle aber nicht verraten. Dieses Buch ist für Fans von Niemi sicherlich einen Blick wert.

Stan Nicholls - Die Orks
(sr) Ein Besteller, der eine ganze Serie an ähnlichen Büchern nach sich zog. Nicholls beschreibt hier die Abenteuer einer Gruppe von Orks, die ansonsten in Fantasy-Romanen nur als Gegner auftauchen. Trotz den gut gemeinten Ansatzes ist dieses Werk für mich eines der langweiligsten und inhaltslosesten Bücher der letzten Jahre. Die Charaktere bleiben eindimensional, ganze (Schlachten-)Passagen werden quasi immer wieder wiederholt und überhaupt liest sich die gesamte Story äußerst fad. Ich mag mich täuschen, aber: Laßt bloß die Finger von diesem Machwerk!

O

Flann O'Brien - Auf Schwimmen-Zwei-Vögel
(su) Dieses buch ist irisch und zwar durch und durch. Voll von Whiskey, schrägem Humor, wundervollen Sagen, großer Poesie und grandios kaputten Charaktären, die alle gemeinsam über die Insel Schwimmen-zwei-Vögel wandern. Die Handlung zusammenzufassen wäre ein Verbrechen am schrägen Verständnis des Autors und so bleibt jedem nur, dieses absolut respekt- und verantwortungslose Buch zu lesen. So muß ein Roman nach Joyce aussehen. Pflicht.

(sr) Harry Rowohlt fasst dieses Buch wohl am passendsten zusammen: "Eine Gruppe von Menschen geht von A nach B und quatscht sich dazwischen fest." Ein intelligentes Buch, welches wohl mehr über den Charakter Irlands aussagt als jeder Reiseführer. Literatur wie ein wohltemperiertes Cider in einem Irish Pub. Lesen.

Andy Oakes - Drachenaugen
(su) Ein Krimi spielend in Shanghai mit jeder Menge Einblick in die Verhältnisse der Supermacht China. Kalt, böse, anheimelnd, nichts für allzu zarte Gemüter, frei von Sentimentalitäten, spannend bis zur letzten Seite, einfach gut. Genau das erwarte ich von einem Krimi.

P

Chuck Palahniuk - Fight Club
(sr) Den Film kennen wohl die meisten von uns. Mischief, Mayhem, Soap - und das alles in eine verdammte "Wir sind der singende und tanzende Abschaum dieser Welt und niemand kann uns was"-Einstellung verpackt. Wie der Film ist auch das Buch vor allem eines: Rasant. Respektlos. Überraschend.

Chuck Palahniuk - Flug 2039
(sr) Der einzige Überlebende einer verrückten Sekte erzählt hier einer Blackbox sein Leben, bevor er ein Flugzeug zum Absturz bringen will. Wie man es aus Palahniuks "Fight Club" bereits kennt, gefällt mir hier wieder die zuweilen wirre Gedankengang-Erzählweise. Joyce für Arme sozusagen. Inhaltlich gesehen hat mich das letzte Drittel nach einem großartigen Anfang etwas enttäuscht. Dennoch lesenswert.

Chuck Palahniuk - Der Simulant
(sr) Die Geschichte erzählt von der Beziehung des sexsüchtigen Ich-Erzählers und seiner demenzkranken Mutter. 80 % des Buches werden die absonderlichsten Sex- und Masturbationspraktiken detailliert geschildert, dass einem die Schamesröte ins Gesicht steigen könnte. Provokation heißt hier die Devise. Die reichlich verworrene Handlung des Buches kann leider mit der sehr dichten Atmosphäre nicht mithalten.

Chuck Palahniuk - Lullaby
(sr) Mehrere mysteriöse Todesfälle und ein afrikanisches Wiegenlied, welches dem Zuhörer den Tod bringt - das ist die sicherlich interessante Hintergrundidee dieses Romans. So rasant wie Erzählstil Palahniuks ist auch der Plot durchgepeitscht. Nach gut 60 Seiten ist die Ursache für die Todesfälle geklärt, was auf den restlichen 180 Seiten noch folgt, ist ein eher mittelprächtiges Nachspiel. So sehr ich den Autor auch für sein geniales Erstlingswerk "Fight Club" auch bewundere - mit Lullaby hat er nur ein mäßiges Buch abgeliefert.

Chuck Palahniuk - Das letzte Protokoll
(sr) Palahniuk entführt uns hier auf die fiktive amerikanische Insel Waytansea, auf der seltsame Dinge vor sich gehen. Mauern tauchen dort auf, wo Türen sein sollten, Räume verschwinden und in die Wände geritzte Prophezeiungen drohen jedem, der einen Fuß auf die Insel setzt, mit dem Tod. Auch wenn einige seiner Stilmittel mittlerweile recht abgedroschen wirken, so ist dieses Buch doch spannend erzählt und leicht zu lesen. Kein Vergleich zum grandiosen "Fight Club", aber dennoch ein lesenswertes Buch.

Chuck Palahniuk – Stranger than Fiction
(sr) In dieser Kurzgeschichtensammlung veröffentlicht Palahniuk eine Reihe von Erzählungen, die er zwischen seinen anderen Büchern verfaßt und größtenteils in Zeitschriften veröffentlicht hat. Sehr offen geht er dabei mit privaten Erfahrungen wie z.B. dem mysteriösem Mord an seinem Vater oder seinen Job für ein Hospiz um. Manchmal ist eben die Wirklichkeit seltsamer als jede Geschichte.

Chuck Palahniuk – Die Kolonie
(sr) Eine Gruppe von Autoren wird ohne fließend Wasser, ohne Nahrung und ohne Heizung für drei Monate in ein altes Kino eingesperrt, um dort ein Meisterwerk zu verfassen. Aber die Sache entwickelt sich zur Hölle auf Erden, denn alle Beteiligten gleitet zunehmend in eine Hölle aus Wahnsinn und sogar Kannibalismus ab. Diese Geschichte ist die Rahmenhandlung für 23 Kurzgeschichten, die ebenso schockierend wie faszinierend sind. Dieses Buch ist nur etwas für Hartgesottene, hart an der Grenze zum Ekel.

Chuck Palahniuk - Das Kainsmal
(sr) Auch einige Wochen nach dem Lesen dieses Buches bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich es entweder abgrundtief schlecht oder schlichtweg genial finden soll. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen, aber ungewöhnlich ist dieses als "Oral History" erzählte Buch allemal. Buster "Rant" Casey führt(e) ein Leben auf Messers Schneide, steckt sich wiederholt und mit voller Absicht mit Tollwut an, baut spektakuläre Unfälle und heimst den Ruf als "Engel des Todes" nicht umsonst ein. Eine unerwartete Wende zum Schluss gibt es auch noch. Für Fans einen Versuch wert.

Chuck Palahniuk - Fratze
(sr) Mehr als 10 Jahre nach seinem Erscheinen liegt nun Palahniuks "Fratze" erstmals auf deutsch vor. Erzählt wird die Geschichte von Shannon McFarland, einem begehrenswerten Modell, deren Leben durch einen Unfall eine jähe Wende nimmt. Was ihr bleibt, ist die titelgebende Fratze und damit ein großer Schritt in ein neues Leben. Dieses Buch ist rasant erzählt, abgrundtief böse, ja sogar verstörend zu nennen - Prädikat "großartig".

Chuck Palahniuk – Snuff Bild:Aktuell.gif
(sr) Die alternde Pornolegende Cassie Wright plant einen letzten großen Coup: Einen Gangbang, bei dem sie von 600 Männern genommen wird und an den Folgen stirbt. Diese Geschichte ist aus der Sicht von Personen am Set erzählt, darunter ein Pornoveteran, der immer nur Cassie liebte und ein schüchterner Jüngling mit Blumenstrauß. Dieses Buch gibt uns einen tiefen Einblick in die Abgründe der Pornoindustrie und ist zugleich eine derb-rührende Familiengeschichte.

Norman Partridge – Die dunkle Saat
(sr) Einmal im Jahr, an Halloween, erwacht draußen in den Maisfeldern eine seltsame Kreatur, die von allen nur „October Bay“ genannt wird. Gierig warten die heranwachsenden Burschen der Stadt darauf, dieses Wesen zur Strecke zu bringen, so auch Pete McCormick. Doch dann muss er die schreckliche Wahrheit hinter diesem blutigen Ritual erkennen und eine gnadenlose Jagd beginnt. Eine nette kleine Horror-Geschichte mit nicht einmal 200 Seiten, schnell gelesen und schnell verdaut.

C.D. Payne - Tauben, die den Mambo tanzen
(su) Militante Tierschützer befreien aus einem Labor mehrere Tauben, die dort auf die schädlichen Wirkungen von Alkohol, Zigaretten und fettem Essen getestet wurden, und schenken diesen dann mitten in SanFrancisco die Freiheit. Aus der Sicht der Tauben, die noch nie außerhalb des Labors waren und allesamt alkohol- und nikotinsüchtig sind, geht es nun ums nackte Überleben und die ständige Suche nach dem nächsten Rauschmittel. Verzweifelt versuchen diese, in ihr Labor zurückzukehren und hinterlassen dabei allerhand Chaos in und um die Golden Gate Bridge. Vergnüglicher Lesespaß für den Sommer am Strand. Kann man lesen, muß man aber nicht. Die Idee ist auf jeden Fall schon mal ein Geniestreich...

Viktor Pelewin - Die Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin
(sr) Ein seltsamer Titel für ein durchaus "seltsames" Buch. Pelewin beschreibt hier die Geschichte eines russischen Self-Made-Bänkers, der sein Leben der Zahl 34 verschrieben hat. Dieses Buch ist eine bitterböse Parabel auf das Rußland Vladimir Putins mit seinen mafiösen Strukturen, einer vordergründigen Demokratie und einem allesfressenden Kapitalismus. Intelligent und hintergründig geschrieben - wirklich sehr empfehlenswert.

Viktor Pelewin - Generation P
(sr) Pelewin setzt sich hier mit dem Thema des post-sowjetischen Rußland auseinander, welches mit voller Wucht auf die westliche Marketingwelt trifft. Der Werbetexter Babilen Tatarski gerät voll in diesen Strudel der neuen Werte und verliert dabei nach und nach den Bezug zur Realität. Im Laufe des Buches vermischen sich Fakt und Fiktion immer mehr und bilden schließlich einen Zustand, der wohl als Synonym für das ganze Land verstanden werden kann. Nicht immer leicht nachzuvollziehen und durchaus mit einem anspruchsvollen Vokabular - wer sich's traut, kann ja mal reinschauen.

Kate Pepper - 5 Tage im Sommer
(sr) Ich gebe zu: Der Klappentext und der Aufkleber "Bestseller" haben mich bewogen, diesen Roman aus dem Bücherladen mitzunehmen. Gelesen habe ich die gut 300 Seiten in etwa zwei Tagen - zwei Tage, die ich auch besser hätte nutzen können. Ein höchst mittelmäßiger Thriller, in dem nur selten wirkliche Spannung aufkommt.

D.B.C. Pierre - Jesus von Texas
(su) Jesus richtet 16 Mitschüler, einen Lehrer und danach sich selbst. Da er aber alleine lebte und es keinen gibt, den man direkt zur Verantwortung ziehen kann, sucht sich der Volkszorn halt einen Bösen: Den besten Kumpel von Jesus. Dieser Kumpel ist Vernon und hat das Massaker nur überlebt, da er gerade zufällig auf dem Klo war. Absicht oder Zufall? Die ganze Stadt hetzt den 15jährigen und versucht verzweifelt, ihm die Schuld am Amoklauf von Jesus in die Schuhe zu schieben, während korrupte Fernsehreporter das Ganze ausweiden. Das Buch driftet nach und nach ab in eine Art Reality-TV-Serie: Überzeichnet, auf bittere Weise komisch und noch dazu durch und durch schockierend. Für alle, die schon immer wußten, daß die USA bestenfalls eine Bananenrepublik sind.

(sr) Eine kranke Geschichte: Der titelgebende Jesus hat gerade in einer texanischen Schule 16 Klassenkameraden ins Jenseits befördert und anschließend sich selbst gerichtet. Die ignorante Gesellschaft tut das, was sie am besten kann: Sie sucht einen Sündenbock und findet diesen in Vernon Little, dem ehemals besten Kumpel des Mörders. Locker-flockig zu lesen, sehr skurril, aber nicht unbedingt etwas, das den Leser vom Hocker reißt.

André Pilz - No llores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz. Ein Skinhead-Roman
(sr) André Pilz liefert hier einen interessanten Blick in die Skinhead-Szene: Rico und seine Freunde sind keine Nazis, aber ihr Leben wird von drei Komponenten bestimmt: Gewalt, Sex und Alkohol. Ein fast schon obszön zu nennendes Buch, dessen Autor bewusst Stilmittel einsetzt, die man als Effekthascherei bezeichnen kann. Kein Meilenstein der Literaturgeschichte, aber so echt wie das Leben in dieser Subkultur - wer Bücher von Irvine Welsh, "Fight Club" oder "Taxi Driver" mag, dem wird dieser Roman sehr gefallen.

Akif Pirincci - Der Rumpf
(sr) Pirincci hat bei mir seit 'Felidae' einen großen Stein im Brett und daher war es auch nur eine Frage der Zeit, wann ich einmal zu diesem Roman greifen würde. Zur Handlung: Daniel ist ein echter Scheißkerl - hochintelligent, aber abgrundtief böse und von dem Gedanken besessen, den perfekten Mord zu begehen. Dass er ohne Arme und Beine geboren wurde und damit quasi bewegungsunfähig ist, hindert den namensgebenden "Rumpf" jedoch nicht daran, seinen teuflischen Plan in die Tat umzusetzen. Doch es kommt alles anders als gedacht. Ein gut zu lesender Krimi mit etlichen exzellenten Szenen. Zu empfehlen.

Frederik Pohl - Die Gateway-Trilogie
(su) Heimlich, still und leise hatte sich dieses Buch den Weg nach ganz oben auf meinem aktuellen Lesestapel erschlichen und als ich es zu Beginn in die Hand nahm, hab ich schon überlegt, was mich wohl vor ein paar Monaten bewogen hatte, dieses Werk zu erwerben. Ein zwanzig Jahre alter dreiteiliger Science-Fiction-Klassiker - ein Genre, das mir bisher nicht wirklich für gute und verständliche Lesbarkeit sowie guten Stil aufgefallen war... bis zu diesem Buch. Schnell, entspannt und direkt, dazu aber auch in einer schriftstellerischen Qualität, die sich durchaus sehen lassen kann. Über achthundert Seiten gute Unterhaltung - worum es geht? Hmm.. gute Frage... in Kürze etwa darum: Die Menschen entdecken und erforschen die diversen zurückgelassenen Technologien einer verschwundenen Rasse, die offensichtlich nicht nur unser Sonnensystem, sondern das ganze Universum bevölkert hat, bis sie sich irgendwann entschloss, in einem Versteck unterzutauchen... weil Gefahr drohte... ich kann's guten Gewissens empfehlen, vor allem der Psychiater-Roboter 'Sigfrid Seelenklempner' wächst einem dann doch ans Herz...

Terry Pratchett - Ab die Post
(sr) Da ist er also, der mittlerweile dreißigste Roman aus Pratchetts Scheibenwelt - und noch immer wird der Großmeister der humorvollen Fantasy kein bisschen müde. Sicherlich ist dieses Buch kein Meilenstein der Literatur, aber immer unterhaltsam zu lesen und stets zu einem Schmunzeln anregend.

Terry Pratchett - Die Nachtwächter
(sr) Kommandeur Mumm von der Stadtwache wird durch einen Unfall in die Vergangenheit geworfen, wo er nicht nur sich selbst begegnet, sondern auch mitten in einer Revolution landet. Von Pratchett erwartet man ja immer ein hohes Lesevergnügen, aber dieser Roman ist einer der besten - wenn nicht sogar der beste - Scheibenwelt-Roman, den ich gelesen habe. Für Fans uneingeschränkt zu empfehlen.

Terry Pratchett - Weiberregiment
(sr) In diesem Roman schildert Pratchett auf gewohnt souveräne Art und Weise die Geschichte einer Einheit Soldaten, die allesamt nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Amüsant, aber alles in allem ein eher mittelmäßiger Scheibenwelt-Roman.

Terry Pratchett - Fliegende Fetzen
(sr) Im Meer zwischen Ankh Morpork und Klatsch taucht eine neue Insel aus den Fluten auf - und natürlich entbrennt sofort ein Streit zwischen den beiden Ländern um dieses trostlose Eiland. Als dann auch noch ein Attentat auf einen Gesandten verübt wird, droht die Lage vollends zu eskalieren. Ein - wie gewohnt - munter zu lesendes Intrigenspiel mit kurzweiliger Handlung, viel Wortwitz und meinen Lieblingscharakteren von der Stadtwache. Zum Pratchett kann man eigentlich immer greifen und wird nie enttäuscht dabei.

Matthias Praxenthaler - Horst der Held
(sr) Mit dem Namen ist man ja eigentlich schon genug gestraft, aber auch sonst hat es Horst in seiner Kindheit nicht leicht: Mäßige Optik, ein erzkonservatives Elternhaus, kein Erfolg bei den Mädchen - die Titelfigur dieses knapp 200 Seiten umfassenden Romans hat es nicht leicht. Nur einmal hat er in seinem Leben Glück, denn als 10.000. Besucher eines Puffs gewinnt er eine Reise nach Vietnam. Dumm nur, dass er damit unfreiwillig in der Presse landet und wenig später das Schicksal erst richtig seinen Lauf nimmt. Dieses Buch ist nicht gerade glaubwürdig und tendiert stark zu überzeichneten und slapstickartigen Szenen, dafür ist es aber leicht zu lesen und ist damit gute Kost, wenn man einmal zwei Stunden geistig abschalten möchte.

Marcel Proust - In Swanns Welt. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 1
(ts) Dieses Buch ist recht gewöhnungsbedürftig. Das liegt daran, dass eigentlich die ganze Zeit kaum etwas passiert, dieses jedoch unglaublich detailliert dargestellt wird. Es fängt z.B. schon mit einem elend langen Kapitel an, das sich fast ausschließlich um den Gutenachtkuss der Mutter dreht. Das macht mich irgendwie ungeduldig, zumal nach diesem ersten Teil, der noch nicht mal zur Hälfte bewältigt ist, noch 6 Bände in der Bücherei auf mich warten. Jedenfalls wenn ich mich dazu entschließen sollte, dass diese Lektüre keine "verlorene Zeit" darstellt...

Q

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R

Tilman Rammstedt - Erledigungen vor der Feier
(su) Wow... egal, welche Seite man in diesem Buch liest oder aufschlägt, ständig wird man etwas finden, das man zitieren möchte. Immer düster, immer melancholisch, aber immer mit der Rose im Knopfloch und der Ironie zwischen den Zeilen. Etwa fünfzehn Kurzgeschichten finden sich in diesem kleinen Buchband von Tillmann Rammstedt und mit jeder einzelnen weiß der Autor zu begeistern. Alle spielen sie in der heutigen Zeit, alle handeln vom Autor, seiner Freundin, Partys, Frauen und all diesen anderen wichtigen Dingen des lebens. Selten hab ich jemanden so schön nachdenken gelesen... küssen ist einfacher als geküsst haben.....

(sr) "Küssen ist einfacher als sich geküsst haben" - kleine Zitate wie diese sind es, weswegen man ständig aus Rammstedts Erstlingswerk zitieren möchte. Schnell stellt man fest, wie viel Wahrheit in den oberflächlich betrachtet eher banalen Kurzgeschichten steckt, die uns der Autor auf knapp 130 Seiten präsentiert. Ein netter Zeitvertreib und ein Buch, aus dem man gut vorlesen kann.

Tilman Rammstedt - Wir bleiben in der Nähe
(sr) Felix, Konrad und Katharina waren einmal unzertrennliche Freunde, bis sie sich irgendwann auseinander gelebt haben. Als Felix und Konrad erfahren, dass Katharina heiraten wird, fassen sie einen irrwitzigen Plan, um sie von diesem Vorhaben abzubringen: Sie entführen sie und versuchen so, alte Zeiten wieder aufleben zu lassen. Doch die Uhr lässt sich nicht zurück drehen. Kein spektakuläres Buch, aber eine Geschichte zum Nachdenken, skurril und angenehm zu lesen.

Michael Reaves - Schatten über Baker Street
(su) "Sherlock Holmes goes Lovecraft" lautete die Intention der Herausgeber dieses Bandes und sie fanden dafür auch jede Menge gute Autoren - Die meisten Texte sind allerdings eher durchschnittlich und bestenfalls laue Krimis. Kann man getrost im Regal stehen lassen.

Sven Regener - Neue Vahr Süd
(sr) Zehn Jahre vor "Herr Lehmann": Frank lebt noch in Bremen bei seinen Eltern, als ihm eines Tages der Einberufungsbescheid ins Haus flattert. Er hat nämlich vergessen, den Wehrdienst zu verweigern. Auf gut 630 Seiten beschreibt Regener hier die Vergangenheit seines berühmten Protagonisten. Stellenweise ist die dumpf-naive Welt um ihn herum zum Brüllen komisch, in weiten Teilen aber meines Erachtens nur unerträglich langweilig und unverständlich, ohne den Witz des Vorgängers. Da dieses Buch aber vielen Leuten gefallen hat, kann man einen Blick durchaus mal riskieren.

Sven Regener - Der kleine Bruder
(sr) Die Handlung dieses Romans ist zwischen Regeners Werken "Herr Lehmann" und "Neue Vahr Süd" anzusiedeln. Gerade von der Bundeswehr entlassen, fährt Frank Lehmann ins Berlin der 80er Jahre, um seinen verschwundenen Bruder zu suchen. Dabei taucht er tief in die damalige Punk- und Hausbesetzerszene ein. Dieses Buch lebt wie auch seine Vorgänger vom Sprachwitz und den sehr lebensnahen Dialogen und wußte mich damit auch einigermaßen zu unterhalten. Vom Hocker gerissen hat mich die Handlung allerdings nicht.

Dan Rhodes - Timoleon kehrt zurück
(su) Der schwule Cockroft setzt seine Promenadenmischung mit den wunderschönen Augen namens Timoleon auf Druck seines neuen Liebhabers mitten in Rom aus. Aber Timoleon macht sich tapfer auf den Rückweg und begegnet dabei allerhand faszinierenden Gestalten. Diese Geschichte hat es in sich und man merkt gar nicht, wie sehr man hineingezogen wird, bis man ganz am Ende lautstark die Handlung zu kommentieren beginnt und sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel wischt. Die drei Stunden sollte sich jeder nehmen - man wird es nicht bereuen.

Tom Robbins – Völker dieser Welt, relaxed
(su) Dieses Buch ist wild, einfach nur wild. Geheimagent Switters, ein bekennender Pädophiler und Broadwaysonghörer, fliegt im Auftrag seiner Oma mit deren Papagei in den Dschungel, zeigt merkwürdige Eßgewohnheiten, trifft Personen mit dreieckigen Köpfen, verschanzt sich auf Krücken in der Wüste Israels in einem Nonnenkloster und rettet nebenbei die Welt. Oder so. Auch "Finnegan's Wake", Vaseline, "Send in the Clowns" und Frank Zappa spielen eine wichtige Rolle. Nichts für bekennende Spießer oder Leute ohne Humor. Aber etwas für schlaflose Nächte.

(sr) Walter hatte mir dieses Buch als "Must read" empfohlen und er sollte Recht behalten. Robbins ist ein wahrer Künstler, der mit der Sprache spielt und den Leser sofort in seinen Bann zieht. Voller Wortwitz, Abstrusität und Genialität. Wer dieses Buch nicht liebt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Tom Robbins - Jitterbug Perfume
(su) Ein komisches, intelligentes und fulminantes Werk über Parfüm, Rote Beete, Unsterblichkeit, die Hölle, den Gott Pan und New Orleans - gut und flüssig lesbar, man weiß nie, wo die Story hinführt bzw. was sie überhaupt bezweckt, aber trotzdem bleibt das ganze immer stimmig und auf eine verquere Art und Weise sinnvoll - kein 'Must', aber ein äußerst angenehmer Zeitvertreib.

Tom Robbins - Salomes siebter Schleier
(sr) in echter Robbins wieder einmal. Verrückt, witzig, genial. Nicht mehr, nicht weniger. Robbins' Werke sind oftmals hintergründig und von einem perfiden Wortwitz, so dass das Lesen manchmal nicht ganz einfach ist. Aber immer zu empfehlen.

Tom Robbins - Halbschlaf im Froschpyjama
(su) Ich mag diesen Autor. Weil er wild schreibt... und wirr... chaotisch nicht zu vergessen... manchmal auch sinnlos... aber immer äußerst unterhaltsam und angenehm kurzweilig. Ein kleines Bauchmuskeltraining ist vor der Lektüre auf jeden Fall mal wieder angebracht, denn diesmal gehts in die heile Welt der Brokerin Gwen Mati, die durch einen Börsencrash ins Wanken gerät. Um nicht komplett vor dem Ruin zu stehen, versucht sie ein Wochenende lang den Ex-Broker Larry Diamond zu umgarnen, damit der ihr seine Tricks verrät, ihrem leicht debilen und äußerst gutmütigen Freund sein Geld abzuschwatzen, ihm nebenbei zu helfen, sein Haustier (einen als Affen wiedergeborenen Juwelendieb) zu fassen und nach ihrer vermißten übergewichtigen Tarot-Karten-lesenden Freundin zu suchen - wie immer gut, was Tom Robbins da angenehm vor sich hin denkend zwischen zwei Buchdeckel bringt. Gesondert zu erwähnen: Noch nie wurde Sex auf dem Vordersitz eines Porsche so gut beschrieben...

(sr) Dass Robbins ein Kultautor ist, dürfte ja hinlänglich bekannt sein. Auch dieser Roman um eine Maklerin und ihre Erfahrungen rund um den großen Börsencrash bietet wieder einmal einen intelligenten, feingeistigen und humoristen Lesefluss erster Güte. Schade, dass die eigentliche Handlung dagegen nur Mittel zum Zweck ist und klar in den Hintergrund tritt. Aber Robbins kann man solche Feinheiten auch verzeihen.

Tom Robbins - Der Buntspecht
(su) Ein verschrobener Liebesroman in bester 'Romeo und Julia'-Manier, das Problem und/oder der Segen der Rothaarigkeit, Brombeeren so weit das Auge reicht, oh-oh Spaghetti-oh, Ralph Nader und die Vorliebe des Autors für Analverkehr - all das in einem sehr schönen Buch. Ich kann's nur empfehlen und 250 Seiten schafft jeder mal eben locker zwischendurch...

Tom Robbins - Villa Ingognito
(sr) Mal wieder ein Robbins, dachte ich mir, als ich zu diesem Buch griff. Erneut besticht der Autor hier wieder einmal mit seiner wortgewaltigen Sprache, blumigen Formulierungen und intelligenten Sätzen. So weit, so gut. Leider habe ich von Robbins auch schon bessere Handlungen gelesen als diese Geschichte um eine Gruppe Aussteiger im laotischen Dschungel. Was bleibt, ist nur noch die Erkenntnis, dass ein schwacher Robbins immer noch besser ist als viele andere Schriftsteller, aber irgendwie hatte ich mir ein wenig mehr versprochen. Ein Buch für Fans.

Bruce Robinson - Die merkwürdigen Erinnerungen des Thomas Penman
(sr) Die renommierte Süddeutsche Zeitung und sämtliche Rezensenten bei Amazon.de waren voll des Lobes über das Erstlingswerk Robinson - Grund genug also, einige entspannte Stunden mit den knapp 350 Seiten dieses Romans zu verbringen. Wir erleben die skurille Kindheit des namensgebenden Thomas Penman, dessen Existens auf drei Grundelementen basiert: Pornografie, Liebe und Paranoia. Ein skurriles Buch voller Tragik und Komik, von dem ich mir allerdings mehr versprochen hatte. Kann man lesen, muss man aber nicht.

Patrick Robinson - Barracuda 945
(su) Mein Vater hatte mir dieses Buch empfohlen. Spannend und einfach genial sollte es sein, noch dazu mit realistischem Hintergrund und hochgradig aktuell. Tja....nach dem Buch hab ich mch gefragt, ob wir wirklich verwandt sind: Eine arabische Terrortruppe, angeführt durch einen bekehrten englischen Major, kauft sich mit Hilfe Chinas ein russisches Atom-U-Boot und greift damit die amerikanischen Wirtschaftsstandorte der Westküste an. Schrott mit unglaubwürdigen Protagonisten und einer katastrophalen Handlung.

Sonia Rossi – Fucking Berlin
(sr) Dieses Buch ist momentan in den Bestsellerlisten relativ weit oben zu finden und so habe auch ich spontan im Buchladen zugegriffen. Die Autorin schildert hier in einer (angeblich) autobiografischen Erzählung fünf Jahre ihres Lebens, die man durchaus als ‚bewegt’ bezeichnen kann: Verheiratet mit einem Versager, muss sie ihr Studium als Hure in Bordells und Massagesalons finanzieren. Teilweise – vielleicht glücklicherweise – recht oberflächlich, aber die fast 300 Seiten kann man fast locker in einem Rutsch durchlesen, ohne dass wirkliche Langeweile aufkommt.

Theodore Roszak - Schattenlichter
(su) Wow. Das ist ein Buch. Ich würd es ja Thriller nennen, aber es gibt weder Tote, noch Verletzte, noch Schußwaffen, noch irgendeine Form der Gewalt. Ein Plot, der in den Tiefen der Kinogeschichte spielt und so perfekt in die Wirklichkeit eingewoben ist, daß ich nach der Lektüre erstmal länger durchs Netz gesurft bin, um rauszufinden, was real war und was nicht. Ganz langsam schreitet die Story voran, das Wissen des Lesers über Filme steigert sich immer weiter und man fliegt nur so durch die Seiten, um endlich Neues zum eigentlichen Plot zu erfahren. Trotzdem wird dieses Buch nie langweilig. Ein absolutes muss für jeden, der sich auch nur annähernd für Filme interessiert. Ein "Buch noir", dessen beinahe 900 seiten von mir in 48 Stunden verschlungen wurden.

(sr) Seit Dan Brown sind Verschwörungsgeschichten ja ganz groß in Mode, aber Theodore Roszak hat so etwas schon vor guten 15 Jahren geschrieben. Leute, die das gute alte Hollywood mit seinen Schwarz-Weiß-Klassikern lieben, werden dieses Buch vergöttern. Anderen werden vor allem die stellenweise unnötigen Längen dieses Buches negativ auffallen. 200 Seiten weniger, dann wär's ein All-Time-Classik, so bleibt unter dem Strich nur ein empfehlenswertes Buch.

Philip Roth - Der menschliche Makel
(sr) Wer Roth kennt, der schätzt die unglaubliche Stärke, mit der er seine Charaktere und deren Umgebung zu beschreiben weiß. So auch hier: Ein alternder Professor lebt mit der gewaltigsten aller Lügen und beginnt zugleich eine skandalumwitterte Affäre mit einer halb so alten Putzfrau. Bill Clinton lässt sich von einer Praktikantin einen blasen und die amerikanische Gesellschaft steuert langsam aber sicher dem Untergang entgegen. Und das ist auch gut so, genau wie das Buch sicherlich kein schlechtes ist. Lesenswert.

Philip Roth - The Great American Novel
(su) Zu Anfang hält man dieses Werk für ausgemachten Blödsinn, denn was für einen Sinn könnte es schon haben, einen Roman über eine während des zweiten Weltkrieges untergegangene Baseball-Liga zu schreiben, die von IHNEN heute totgeschwiegen und verleugnet wird. Aber spätestens zur Hälfte des Buches war ich plötzlich glühender Fan der Ruppert Mundys, dieser Gurkentruppe bestehend aus Einarmigen, Einbeinigen, Rentnern, Kiddies, Genies, Debilen, Alkoholikern und sonstwie geschädigten. Wie gerne hätte ich eine der schmutzig grauen Auswärtsuniformen des Teams... ähm... also... man wird einfach hineingesogen in dieses Buch - ob man will oder nicht... nächstes Mal, wähle auch ich Luke Gofannon.

(sr) Baseball finde ich langweilig, aber was Roth hier präsentiert ist einfach wunderbar: Die fiktive Geschichte einer Baseball-Liga in den 40ern, die gleichzeitig ein Sittengemälde einer ganzen Nation darstellt. Wie immer großartig erzählt, fiebert man mit den enorm plastischen Charakteren dieses Buches wirklich mit - und wer nach der Lektüre noch bestreitet, das Luke Gofannon der großartigste Spieler aller Zeiten ist, dem kann nicht mehr geholfen werden.

Philip Roth - Mein Leben als Sohn
(sr) Roth ist einer meiner Lieblingsautoren und auch mit diesem Werk hat er ganze Arbeit geleistet. Im Gegensatz zu seinen anderen Werken handelt es sich nicht um eine fiktive Geschichte, sondern um eine höchst persönliche Darstellung der letzten Lebensmonate seines schwerkranken Vaters. Unglaublich liebevoll und emotional geschrieben, ohne dabei jemals kitschig zu werden.

Philip Roth - Täuschung
(sr) Ein durchaus ungewöhnlicher Roman: Roth erzählt nahezu die gesamte Handlung als Kette von Dialogen zweier namenloser Personen, die gerade Sex miteinander hatten. Ein sehr direktes Werk, welches mich wieder einmal überzeugen konnte - aber Philip Roth könnte vermutlich auch eine Betriebsanleitung für eine Mikrowelle verfassen und sie wäre grandios.

Philip Roth - Verschwörung gegen Amerika
(sr) Nicht unbedingt Roths bester Roman, aber mit dieser "Was wäre wenn?"-Geschichte beweist der Pulitzer-Preis-Träger wieder einmal seine ganze Klasse. Inhaltlich geht es um seine eigene (fiktive) Kindheit in einem Amerika, in dem Hitler-Sympathisant Charles Lindbergh an die Macht kommt. Das Ende finde ich nicht ganz so gut gelungen, aber: Roth bleibt Roth und das ist gut.

Philip Roth - Sabbaths Theater
(sr) Eines ist klar: GOTT schreibt unter dem Namen 'Philip Roth' Bücher, denn anders kann man sich die unglaublich faszinierenden Werke des amerikanischen Autors nicht erklären. Ich habe zwar schon bessere Bücher von ihm gelesen (Amerikanisches Idyll z.B.), aber auch in dieser Geschichte um den alternden Puppenspieler Sabbath und seinem Schicksal gibt es viel zu entdecken: Spannung, geistreiche Unterhaltung, tiefgründige Charakterisierungen und noch vieles mehr. Lesen!

Philip Roth – Jedermann
(sr) Die Beerdigung des Protagonisten bildet den Aufhänger für dieses mit knapp 160 Seiten recht schmale Buch. Souverän wie immer schildert Roth hier das Leben und den Tod seines ‚Jedermann’, eines jüdischen Schwerenöters und Genussmenschen. Nicht unbedingt schlecht, aber meines Erachtens meilenweit von Roths besten Romanen entfernt.

Philip Roth - Die Anatomiestunde
(sr) Roths Alter Ego, der Autor Nathan Zuckermann, steckt in einer echten Lebenskrise. Kein Arzt kann ihm bei seinen körperlichen Leiden helfen und auch sein Harem an willigen Gespielinnen bringt ihm die Kreativität seiner früheren Tage wieder zurück. Dieser Roman hat all das, was man von einem 'klassichen' Roth erwartet: Starke Charakterbeschreibungen, einen tiefen Einblick in die jüdische Seele und - ja, das darf natürlich nicht fehlen - das eine oder andere amoröse Abenteuer. Nicht sein bester Roman, aber ein guter allemal.

Rezensentenverzeichnis:
(lh) Lilli
(ms) Mischa
(sr) Sven
(su) Walter
(ts) Tanja
(rm) Mona
(mm) Marie
Anzahl der Rezensionen:
Derzeit 247.

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