Rollenspiel:Bücherrezensionen
Aus RSCT94
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Rezensionen |
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Seid gegrüßt, werte Leser,
auf dieser Seite findet ihr eine Reihe von Kurzrezensionen. Diese Liste hat ihren Ursprung in dem Thread "Was lest ihr gerade", welchen ich im Jahre 2005 in unserem alten Forum gestartet habe. Mit der Zeit ist so eine lange Liste mit Büchern entstanden, die ich gelesen und kurz bewertet habe. Ein Teil der Bücher entstammt dabei dem Genre der Phantastik, allerdings befinden sich auch zahlreiche andere Stilrichtungen darunter, wie etwa Thriller, Komödien oder historische Abhandlungen. Nunmehr habe ich diese Rezensionen geordnet und präsentiere sie auf dieser Seite, um sie vielleicht einem größeren Lesekreis zugänglich zu machen.
Mit dieser Seite rufe ich gleichzeitig alle Interessierten auf, sich mit eigenen Rezensionen daran zu beteiligen. Als ersten Schritt hierzu habe ich die Rezensionen hinzu gefügt, die Walter ursprünglich auf seiner Homepage veröffentlicht hat. Beachtet dabei bitte, dass es bewusst um Kurzrezensionen handelt - längere Abhandlungen sind hier also fehl am Platze Die Liste ist alphabetisch geordnet, innerhalb einzelner Autoren in der chronologischen Lesefolge. Neue Bücher können jederzeit hinzu gefügt werden.
Und nun viel Spaß beim Stöbern!
Sven
| Alphabetisches Autorenverzeichnis | |||||||||||||||||||||||||
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A
Richard Adams – Unten am Fluss ![]()
(sr) Eine putzige und zugleich tragische Geschichte um eine Gruppe von Kaninchen, die angetrieben von einer Vision ihr angestammtes Gehege verlässt und sich eine neue Heimat sucht. Die Zeichentrick-Umsetzung dieser Saga ist sehr bekannt, aber auch das Buch sollte man mal gelesen haben.
Isaac Asimov - Die frühe Foundation-Trilogie
(sr) Auf über 800 Seiten vereint dieser Sammelband drei klassische Science-Fiction-Romane, die Anfang der 50er geschrieben wurden. Sprachlich nicht unbedingt anspruchsvoll und von der gesamten Handlung auch nicht hintergründig, aber zumindest teilweise spannend zu lesen. Science Fiction pur halt.
B
Stephen Baxter - Die Zeit-Odyssee
(sr) Leichte Science Fiction um eine Welt, die von mysteriösen Außerirdischen aus verschiedenen Zeitepochen neu zusammengesetzt wird. Nette Grundidee, kurzweilige Unterhaltung.
Stephen Baxter - Sonnensturm
(sr) Quasi der zweite Teil zu Baxters Zeit-Odyssee, hat mich dieses Buch doch ein wenig enttäuscht. Eine interessante Idee wird leider durch stumpfe Charaktere und etliche Klischees nicht ausreichend genutzt. So gibt es höchstens ein „mittelmäßig“.
Matt Beaufort – Email an alle
(su) Ein Buch bestehend nur aus Emails, die in einer Werbeagentur hin- und herfliegen. Eine Intrige jagt die andere, Lügen und Schmeicheleien wie im wahren Leben, übertrieben, aber trotzdem witzig und unterhaltsam. Friedliche Sommerlektüre fürs Freibad.
Matt Beaumont - Gummi
(su) Chaos beim Dreh eines Werbespots für Autoreifen: Das für diesen Dreh engagierte Hollywood-Traumpaar ist schon lange keins mehr, sie wird wegen Koks am Flughafen verhaftet, er ist in den Zeitungen, weil sein **** angeblich extrem klein ist, der Regisseur ist eine Künstler-Diva, der
Beauftragte der Autofirma ein Idiot, die Producerin nur darauf erpicht, sich nach oben zu schlafen, der Beauftragte der Werbeagentur versucht, seine diversen Verhältnisse zu verheimlichen, seine Ehe zu retten und geht neue Verhältnisse ein, usw., usw.,... ein rundum vergnügliches Chaos in einer
feinen Sommerlektüre - hatte leider das problem, das erste Buch nach der 'Stadt der träumenden Bücher'-Hürde zu sein - sonst wäre es sicherlich noch besser bewertet worden....
Simon Beckett – Die Chemie des Todes
(sr) Ja, ich gebe es zu: Ich habe dieses Buch vor allem deshalb gelesen, weil es monatelang in der Spiegel-Bestseller-Liste ganz oben stand. Manchmal liegt der Massengeschmack ja gehörig daneben, doch dieses Buch lässt sich wirklich gut lesen: Ein spannender Thriller mit einigen Schockeffekten und einem flüssigen Schreibstil, den man auch „nebenbei“ ganz gut verfolgen kann, ohne sich sonderlich auf die Handlung konzentrieren zu müssen. Nur das Ende hat mir – ohne zuviel zu verraten – nicht besonders gut gefallen.
Frank Beddor - Das Spiegellabyrinth
(su) Die Punkversion von "Alice im Wunderland" als Auftakt zu einer Trilogie. Witzig, hintergründig, charmant, temporeich und vor allem im besten Sinne fantastisch. Überbordend vor Ideen. Die junge Alyss muß aus dem Wunderland fliehen, weil dort ihre böse Tante die Macht übernimmt, und landet im viktorianischen England, wo man sie so gar nicht versteht. Aber eines Tages kehrt sie wieder zurück, um Seite an Seite mit Doppelgänger-Generälen, Lehrern, Türmen und Springern gegen die Kartensoldaten und den Kater ihrer Tante anzutreten. Ein wirklich schöner Fantasy-Roman für Erwachsene.
Dirk Bernemann - Ich hab die Unschuld kotzen sehen
(sr) Die Leser des Orkus-Magazins haben dieses kleine Büchlein 2006 zum Buch des Jahres gewählt. Gut, man kann sagen, dass Gothics manchmal einen seltsamen Geschmack haben, allerdings erweist sich dieser hier als gar nicht einmal so schlecht. Die Kurzgeschichten und Gedichte sind allesamt vulgär, schonungslos und desillusionierend - und genau diese schonungslose Offenheit macht sie zu einem schockierenden Leseerlebnis. Kein Buch für Leute mit rosaroten Brillen.
Dirk Bernemann – Und wir scheitern immer schöner ![]()
(sr) „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“ steht als Untertitel auf dem Einband und schon wissen wir, was uns auf den Seiten erwartet. Bernemann glänzt hier erneut mit seinem kompromisslosen Stil, der diese Welt kalt und grausam bis in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele erscheinen lässt. Realität? Fiktion? Dies möge der geneigte Leser entscheiden.
Stefan Beuse - Kometen
(su) Ein Masterplan des Zufalls - in etwa so kann man dieses Buch vermutlich beschreiben... oder aber auch als diffuse Verwirrgeschichte... oder als Lesepuzzle für besonders Kreative. Irgendwann am Ende fügt sich alles zusammen... naja, jedenfalls das meiste. Ob ich's verstanden hab? Keine Ahnung. Vielleicht.
Daniel Bielenstein - Die Frau fürs Leben
(sr) Für schlappe 5 Euro habe ich diesen Buch im Laden entdeckt und mich daran erinnert, dass mir irgend jemand es mal als "witzige Unterhaltung" empfohlen hat. Dieses Buch erwies sich jedoch als glatter Fehlgriff, denn die Geschichte um den Mittdreißiger Gregor, der eines Tages beschließt, die (titelgebende) Frau fürs Leben zu finden, ist einfach nur plump und vorhersehbar. Wer auf platten Pseudo-Humor steht, der kann zugreifen - allen anderen sei aber abgeraten.
Michel Birbaek - Was mich fertig macht ist nicht das Leben, sondern die Tage dazwischen
(sr) Ein spaßig-langer Buchtitel macht noch lange keinen intellektuellen und feinsinnigen Roman aus - dies muss man bei Birbaeks Werk vor allem erkennen. Die Story ist so hanebüchen, dass man sie einige Tage nach dem Lesen eigentlich schon wieder vergessen hat.
Roger Boyes - My dear Krauts
(sr) Manchmal erweisen sich Spontankäufe in der Buchhandlung als echte Schätze. Gleiches hatte ich mir von dieser (Zitat) "rasanten, pointenreichen Sittenkomödie in bester angelsächsischer Tradition" auch erwartet - und wurde leider enttäuscht. Ein halbgares Machwerk über Vorurteile von Engländern über uns Deutsche: Ebenso schnell wieder vergessen wie gelesen.
T.C. Boyle - World's End
(sr) Mehr als 600 Seiten umfasst diese epische Saga rund um zwei Familien im Amerika des 18. und des 20. Jahrhunderts. Sehr eindringliche Charakterzeichnungen, aber irgendwie konnte mich dieses Buch nicht in seinen Bann ziehen. Schade.
Harold Brodkey - Unschuld
(su) Erster Band von zweien voll mit äußerst intensiven, sinnlichen und teilweise auch sehr erotischen Geschichten. Man hat irgendwie das Gefühl an einer dämonischen Erkundung der menschlichen Seele teilzunehmen... wie? Das ist unverständlich? Na ja... mag sein... aber es trifft das Buch trotzdem ganz gut.
Charles Bukowski - Jeder zahlt drauf
(sr) Die Bezeichnung "Kurzgeschichtensammlung" trifft dieses Buch nicht ganz, denn die einzelnen Texte bilden in sich keine abgeschlossenen Handlungen, sondern eher Fetzen aus den Leben von Verlierern. So bemitleidenswert und abstoßen die von Bukowski präsentierten Charaktere sind, so drastisch ist seine Sprache: Schonungslos, ungeschminkt und hart. Harter Tobak für etwa 2 Stunden Lesezeit.
Augusten Burroughs - Krass! Meine Geschichte
(sr) "Krass!" ist der Inhalt dieses Buches tatsächlich. Burroughs erzählt hier die (vermeintliche) Geschichte seiner eigenen Kindheit. Er wächst im Haushalt des wohl verrücktesten Psychiaters schlechthin auf und entwickelt sich selbst zu einer überaus schillernden Figur. Alles zu abgehoben, um wirklich gut zu sein, denn zumindest mir fehlte komplett der Zugang zum Protagonisten. Ein gerade noch mittelprächtiges Werk.
C
Michael Chabon - Wonder boys
(su) Interessant, verwirrend, berauscht und urkomisch - so läßt sich dieses Werk am ehesten beschreiben, in dem ein buchschreibender Collegeprofessor, der seit mehr als 10 Jahren an seinem aktuellen Werk arbeitet, zusammen mit seinem bekennend schwulen Lektor, einem seiner selbstmordgefährdeten Studenten, einem toten Hund und einer Tuba sowie diversen verschiedenen Rauschmitteln ein verrücktes wochenende in Pittsburgh verlebt, in dessen Verlauf er von seiner Frau verlassen, seine Geliebte und Frau seines Chefs ihre Schwangerschaft gesteht, eine Kobra überfahren und ein traditionell jüdisches Abendessen begangen wird. Prädikat empfehlenswert.
Michel Chabon - Das letzte Rätsel
(su) Der fast 90jährige Sherlock Holmes lebt inzwischen auf dem Land, züchtet Bienen und stolpert unversehens in seinen allerletzten Kriminalfall rund um einen taubstummen deutschen Jungen und einen Papagei, der wirre Zahlenkolonnen aufsagt und deshalb für den Geheimdienst interessant ist - Könnte ja ein Code sein. Bis hierhin ist die Geschichte nett, danach verläuft das Ganze wirr im Sande und so großartig der Stil des Autors auch ist: Der Plot ist einfach schlecht. Prädikat nicht empfehlenswert.
Clifford Chase – Winkie
(sr) Winkie ist eigentlich nur ein plüschiger Teddybär, der es nach Jahren auf dem Regal seines inzwischen erwachsen gewordenen Besitzers satt hat, immer nur aus dem Fenster zu gucken. Also beschließt er, in die große weite Welt hinaus zu ziehen. Dummerweise gerät er dabei ausgerechnet in die Fänge des FBI und einer Gerichtsbarkeit, die ihn in einem wahnwitzigen Prozess zum Erzschurken des Jahrtausends abstempeln möchte. Eine beißende Satire auf das Amerika der Bush-Ära. Free Winkie!
Winston S. Churchill - Der zweite Weltkrieg
(sr) Ohne Churchill würden wir vielleicht heute alle Seitenscheitel und Schnauzbärtchen tragen und so ist seine etwa 1.100 Seiten starke Betrachtung der zweiten Urkatastrophe des letzten Jahrhunderts natürlich ein sehr interessantes Werk. Wer sich für Geschichte interessiert, wird diesen Wälzer lieben.
Joseph Conrad - Herz der Finsternis
(sr) "Beklemmend" ist wohl das Adjektiv, mit dem sich Conrads Novelle wohl am ehesten beschreiben lässt. Auf gerade einmal 125 Seiten beschreibt er uns die Reise eines jungen Engländers den Kongo hinauf auf der Suche auf der Suche nach einem Mann, der gleichzeitig abstoßend als auch faszinierend ist. Eine beeindruckende Aussage gegen den Kolonialismus aus einer Zeit, in der das Empire auf dem Gipfel seiner Macht war.
Clive Cussler - Der goldene Buddha
(su) Hab mal versucht den neuen Roman eines Schriftstellers ausugraben, den ich vor zehn Jahren regelrecht verschlungen habe. War ein Fehler. Passiert mir nicht wieder. Unglaubwürdig, phantasielos und einfach nur schlecht. Schade. Früher hat der Typ echt gute Weltverschwörungsthriller geschrieben.
D
Matthew Delaney - Dämon
(su) Ein sehr schöner und insgesamt durchaus überzeugender Thriller oder Horrorroman. Gerade der auf drei Ebenen geschriebene Anfang macht es hochinteressant - leider runiert das nicht ganz so starke Finale das Vergnügen ein wenig. Aber für jeden, der mal nen guten Spannungsroman lesen will, kann ich das Werk nur empfehlen: Ein paar New Yorker Cops machen Jagd auf einen uralten Dämonen, der sich und seine Kumpanen wieder zum Leben erwecken will. Schön dabei, wie die Cops langsam aber sicher an derart Unwahrscheinliches glauben lernen.
Mark Dunn - Nollops Vermächtnis
(su) Wenig Inhalt, großer Stil, schöne Spielerei. So zumindest mein Kurzfazit. Auf der Insel Nollop gibt es im Sockel des Inselhelden und Inselgründers eine Inschrift mit einem Satz, der alle Buchstaben des Alphabets enthält. Irgendwann fällt das 'Z' ab und der Inselrat verbietet daraufhin die Nutzung dieses Buchstabens. Von Woche zu Woche lösen sich dann weitere Buchstaben und das totalitäre Chaos auf dieser Insel nimmt seinen erschreckend komischen Verlauf - Immer herrlich nachzulesen in den ebenfalls der entsprechenden Buchstaben beraubten Texte des Autors. Ein Vergnügen für jeden, der gerne mit Sprache spielt.
(sr) Ein aberwitziges kleines Buch, welches von einer Insel handelt, auf der nach und nach einzelne Buchstaben verboten werden. Der komplett in Briefform geschriebene Roman erinnert in seiner Grundaussage (Die Macht der Sprache als Kontrollmittel über das Volk) irgendwie an Orwells "Brave New World", ohne dabei dessen Klasse zu erreichen. Eher was für Zwischendurch.
E
Bret Easton Ellis - Unter Null
(sr) Im Alter von gerade einmal 20 Jahren hat Ellis dieses Buch geschrieben, welches die vollkommene, grenzenlose (innere) Leere einer degenerierten, emotionslosen Gesellschaft am Beispiel einiger Jugendlicher - Kinder reicher Eltern - darstellt. Eine durchgängige Handlung findet man in den Szenen nur schwer, auch sonst ist der Zugang zu diesem Buch nicht leicht. Man könnte sagen, das Lesen sei langweilig und ohne Höhepunkte... und das hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, denn wir erkennen, dass eben dies der Zustand der Protagonisten ist.
F
Thomas Finn - Der Funke des Chronos
(sr) Thomas hat ja im letzten Jahr auf dem ConTor aus diesem Buch gelesen und nun bin ich endlich selbst dazu gekommen. In seinem gewohnt souveränen und flüssig zu lesenden Schreibstil schildert der Autor hier eine kurzweilige und sauber recherchierte Geschichte aus dem Hamburg des Jahres 1842. Kein Meilenstein der Literaturgeschichte, aber ein wirklich sehr guter Vertreter des phantastischen Genres.
Len Fisher - Reise zum Mittelpunkt des Frühstückseis
(su) Ein äußerst vergnügliches Werk über angewandte Wissenschaft: Wer schon immer mal wissen wollte, wie man am besten einen Keks eintaucht, wie man am einfachsten seinen Kassenzettel kontrolliert, wie Frühstückseier optimal zubereitet werden oder wie jeder einen Ball fangen kann, der hat genau das richtige Werk in der Hand. All diese und noch weitere Dinge werden mit Hilfe von Physik erklärt und so beleuchtet, daß man nachher sogar einige nette wissenschaftliche Dinge gelernt hat. Am besten im Sommer am Strand lesen.
Richard Flanagan – Goulds Buch der Fische
(su) Gut. Einfach nur gut. Unzweifelhaft. Die Geschichte des Sträflings William Gould, Fälscher, Mörder, Maler von Fischen – erzählt in zwölf Fischen. Ein wunderbares Bild von Tasmanien und dessen Besiedlung, eine Reise durch die Entdeckung der Kunst, komisch, zuweilen eklig, in einem sehr bilderreichen Stil. Literatur. Wenn ich das so sagen darf. 'Meine Mutter war ein Fisch' ...
G
William Gaddis – JR
(su) Ein Buch, das ist, wie man selber sein möchte: Kompliziert, humorvoll, nichts für nebenbei, ein Meisterwerk, komplex, intelligent und einfach phantastisch. Der kleine JR (12 jahre) spekuliert sich über das Schultelefon einen riesigen Konzern zusammen, kauft und verkauft Unternehmen, geht an die Börse, verschiebt ganze Belegschaften und spannt seinen debilen Musiklehrer als Geschäftsführer ein. Nur wörtliche Rede. Kein einziger Absatz. Orte und Handlungen wechseln auch gerne mal innerhalb eines Gespräches. Ein Geniestreich.
William Gaddis - Das mechanische Klavier
(su) Jeder, der schon einmal Gaddis gelesen hat, weiß was ihn erwartet - für alle anderen ist es vielleicht das ideale Einstiegsbuch in das Werk meines absoluten Lieblingsautors. 124 Seiten, kein einziger Absatz, immer nur den wirren Gedanken eines im Sterben liegenden Schriftstellers folgend, der über die schrecklichste Erfindung aller Zeiten redet (das mechanische Klavier) und dabei immer wieder abschweift. Die Mechanisierung der Künste - insgesamt eine art Brandrede... fordernd, anspruchsvoll, aber immer mit einer ordentlich Portion Humor... wie immer die Bestnote für diesen, leider zu früh verstorbenen, Autor.
Neil Gaiman - Coraline
(sr) Eine nette kleine Horrorgeschichte um ein kleines Mädchen, welches schuldlos in eine vollkommen abstruse Welt gerät. Als Buch das Äquivalent eines kühlen Getränks an einem heißen Tag - angenehm zu lesen, aber mehr auch nicht. Als Grundidee für ein Rollenspielabenteuer zu verwerten.
Neil Gaiman - American Gods
(su) Die alten Götter bereiten sich auf eine monumentale Schlacht im Herzen der USA vor. Ihre Gegner: die neuen Götter Konsum, Technik, Internet, Medien, usw. Odin braucht einen Fahrer und engagiert den frisch aus dem Knast entlassenen Shadow, der ihn auf seiner Rekrutierungstour zu Kali, Ibis usw. begleitet. Klingt wirr und ist es auch. Nichtsdestotrotz ist es grandios und überaus unterhaltsam. Komische Literatur mit ernstem Thema von einem der guten neuen englischen Autoren. Sollte man durchaus gelesen haben.
(sr) Was passiert eigentlich mit Göttern, an die niemand mehr glaubt? Sie sterben - das aber nicht ohne Gegenwehr. Gaiman erzählt hier die amüsante Geschichte eines Gescheiterten, der unabsichtlich in einen epochalen Krieg gerät. der ebenso phantastisch wie abstrus ist. Sicherlich eine nette Idee mit vielen sehr guten Ansätzen, aber irgendwie hat mich dieses Buch nicht vom Hocker gerissen.
Neil Gaiman - Niemalsland
(sr) "Mal wieder was von Gaiman für zwischendurch", dachte sich der Autor diesen Zeilen und griff zu "Niemalsland". Es wird die Geschichte von Richard erzählt, einem Mann, der eigentlich alles hat, einen ordentlichen Job und eine attraktive Verlobte inbegriffen. Doch dann gabelt er eines Nachts ein zerlumpt aussehendes Mädchen auf der Straße auf und mit einem Schlag ist seine bisherige Existenz ausgelöscht und niemand scheint ihn mehr zu kennen. Dafür lernt er im Londoner Untergrund eine mysteriöse Parallelwelt kennen, bevölkert von Ungeheuern und Heiligen, Sadisten und Engeln. Ein rasant erzählter Fantasy-Roman mit einem der wohl grandiosesten und zugleich widerwärtigstem Killerpärchen der Geschichte. Sehr empfehlenswert.
Neil Gaiman - Anansi Boys
(sr) Man stelle sich folgende Konstellation vor: Der Hauptprotagonist dieses Buches erfährt, dass sein Vater ein waschechter Spinnengott war und lernt bei dieser Gelegenheit auch noch seinen Bruder kennen, mit dem ihn ein ganz besonderes Geheimnis verbirgt. Konfus? Sicherlich. Spannend? Auf jeden Fall!
Neil Gaiman - Sternwanderer
(sr) Gaiman ist ja für seinen lockeren Schreibstil und seine phantasievollen Welten bekannt - nicht mehr, aber auch nicht weniger liefert er mit diesem kleinen Roman ab. Wer ein modernes Märchen in einer fremden Welt sucht, der wird sie beim Lesen dieses Werkes auf jeden Fall finden. Für Fantasy-Fans auf jeden Fall zu empfehlen.
Johann Wolfgang Goethe - Die Leiden des jungen Werthers
(sr) Zwischendurch mal einen echten Klassiker der Weltliteratur: Mit seinem "Werther" hat Goethe seinen größten Erfolg hingelegt und damit das Denken einer ganzen Generation nachhaltig beeinflusst. Damals revolutionär, den heutigen Leser wird dieser in Briefform geschriebene Roman allerdings nicht vom Hocker reißen.
William Goldman - Die Brautprinzessin
(sr) Wer den Film "Die Braut des Prinzen" kennt, der braucht dieses Buch im Grunde genommen nicht zu lesen, da er sich sehr eng an die Vorlage hält. Alle anderen erwartet ein vor Wortwitz sprühendes und kurzweiliges Lesevergnügen. Sicherlich kein Meilenstein der phantastischen Literatur, aber doch sehr lesenswert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Max Goldt - Die Radiotrinkerin
(sr) 44 mehr oder weniger kurze Texte präsentiert Goldt in diesem Sammelband und sie alle verbindet irgendwie eines: Ihre Absurdität. Oftmals erschließt sich der Sinn des eben Gelesenen nicht sofort, aber dennoch weiß Goldt durchaus zu unterhalten. Nette Lektüre für eine einstündige Bahnfahrt oder vergleichbare Aktivitäten.
Günter Grass - Die Blechtrommel
(sr) Den Film kennt (fast) jeder, das Buch kann man ebenfalls lesen: Die Rede ist natürlich von Grass' Klassiker um Oskar, den Blechtrommler. Oskar, den Schelm. Oskar, das Monstrum, das mit 3 Jahren nicht mehr wachsen will. Dieses Buch ist ein Stück deutscher Zeitgeschichte, tief bewegend, teilweise aber auch erdrückend langatmig.
Christian Günther – Under the black Rainbow
(su) Entspannter Cyberpunk-Roman von einem deutschen Autor. Schöne, spannende Geschichte mit allem, was man sich in einem Cyberpunkbuch wünscht. Spielt dazu noch in und um Hamburg. Nicht umsonst für den deutschen Science-Fiction-Preis 2004 nominiert.
Christian Günther - Rost
(sr) Eine erneute Dystopie aus der Feder von Deutschlands Science-Fiction-Geheimtipp Christian Günther. Auf 280 Seiten präsentiert uns der Hamburger eine postapokalyptische Welt in der Aron, der Hauptdarsteller dieses Buches, sich eigentlich nur seine Zeit damit vertreiben wollte, einige Ausgestoßene aus Spaß zu jagen und zu erschießen. Doch dabei gerät er unversehens in eine unvorhergesehene Situation und lernt, was es heißt, selbst ausgestoßen zu sein. Ein wirklich guter Roman, mit dem Christian erneut sein großes schreiberisches Talent offenbart. Er sollte nun nicht den Fehler machen, sich auf ein einzelnes Genre festzulegen.
Christian Günther - debugging
(sr) Diese als Hardcover gebundene Kurzgeschichte entdeckte ich neulich per Zufall in meinem Bücherregal und habe sie in etwa einer Viertelstunde verschlungen. Ganz nett geschrieben, allerdings in meinen Augen nichts besonderes. Die Aufmachung der limitierten Ausgabe macht aber eindeutig was her.
Rezensentenverzeichnis: (lh) Lilli (ms) Mischa (sr) Sven (su) Walter (ts) Tanja (rm) Mona Anzahl der Rezensionen: Derzeit 202.
