NordCon 2010

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Bericht - Bilder

NordCon 2010
Wann?
  • Start: 4. Juni, 20 Uhr (Freitag)
  • Ende: 6. Juni, 20 Uhr (Sonntag)
  • NONSTOP
Wo?
  • Pachthofschule,
  • Beim Pachthof 15,
  • 22111 Hamburg
Wieviel?
  • Dauerkarte ab Freitag oder Samstag: 10,00 Euro
  • Dauerkarte ab Sonntag: 5,00 Euro
Übernachtung?
  • Übernachtung im Gebäude oder in der Turnhalle
Was?
  • Rollenspielrunden
  • LARP-Wiese
  • Workshops
  • Händlerstände
Homepage:
Bild:NordCon-Logo-2010-klein.jpg

Deutschlands größte freie Rollenspiel-Convention ging am vergangenen Wochenende in ihre vierzehnte Runde. Hurra, möchte man da fast rufen, vier Jahre noch und "unser" Dauerbrenner im hohen Norden der Republik wird endlich volljährig. Noch aber ist es nicht so weit und so wollen wir Partyhüte und Tröten noch einmal wegstecken und einen Blick zurück werfen auf die drei zurück liegenden Con-Tage.

In der Organisation des NordCons hatte es seit dem NordCon 2009 letzten Jahr einige Veränderung gegeben. Die gravierendste davon ist sicherlich die Tatsache, dass der Verein "Störtebekers Erben" sich aufgelöst hatte. Es blieben somit Die Loge, Sodalitas Dei Nomine Vacantis und unser Rollenspielclub Tornesch 94 als Vereinstalter. Diese drei Vereine bilden zusammen die gemeinnützige NordCon GbR, welche die Convention komplett ehrenamtlich organisiert und durchführt. Soweit im Internet zuweilen von einem großen anonymen Sponsor gesprochen wird, der die Veranstaltung finanziert, um damit seine eigenen Interessen durchzudrücken, so muss ich diese Freunde von Verschwörungstheorien leider enttäuschen: Der Konzern, der Unmengen an Geld in eine Rollenspiel-Veranstaltung steckt, muss erst noch gefunden werden. Auch personell hatte es einige Änderungen gegeben, von denen baerbaels Ausstieg als Chef der Orga sicherlich die auffallendste ist. Dafür gab es wie immer eine ganze Horde motivierter Helfer, die teilweise bis zum Umfallen schufteten und so dafür sorgten, dass der Großteil unserer Besucher am Abend zufrieden nach Hause gehen konnte.

Doch kommen wir erst einmal zu den "Basics", den Dingen, die sich seit dem letzten Jahr nicht geändert haben. Hier ist vor allem die Location zu nennen. Die Pachthofschule in Hamburg-Horn war nunmehr zum dritten Mal die Heimat des NordCon. Neben einem großen Gebäude bietet sie auch einen Schulhof und einen Rasenplatz. Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren waren auf dem Schulhof nun einige Zelte aufgebaut, in denen u.a. das Support-Team von Pegasus seine Spielrunden anbot. Gleich gegenüber gab's das große Catering-Zelt, in denen leckere und relativ preisgünstige Gerichte und natürlich auch Getränke angeboten wurden. Für diejenigen, die nur einmal hineinschnuppern wollten, war der Eintritt für den Schulhof sogar frei, eine Dauerkarte (10,- bzw. 5,- Euro) benötigte man lediglich für die Wiese und das Gebäude selbst. Stichwort "Wiese": Auf dieser gab es wie immer LARP-Aktivitäten, Live-Schlachten und das allseits beliebte Juggern. Gut, beim Ambiente muss man sicherlich Abstriche machen, da es sich doch immer noch um einen umzäunten Schulsportplatz handelt, aber im Vergleich zu anderen Universal-Cons (RatCon, Hannover spielt!, Odyssee etc.) ist dieses Außengelände doch sehenswert. Das strahlend schöne Wetter trug seinen Teil dazu bei, dass die Stimmung "draußen" hervorragend war, genau wie das leckere Essen und die zahlreichen Gewandeten, die teilweise aufwendige Kostüme trugen.

Setzen wir unseren virtuellen Rundgang fort und wenden uns nunmehr dem Gebäude zu. Auffälligste Veränderung im Vergleich zu den beiden Vorjahren waren hierbei die aufgeräumt wirkenden Treppenhäuser. Aus Brandschutzgründen mussten fast alle Händlerstände entweder nach draußen oder in den breiten Seitengang im Erdgeschoss verlagert werden. Aus diesem Grund wirkte das Gebäude für mich weitaus "aufgeräumter" als in den Vorjahren und das Gedränge an den Engstellen war auch nicht so groß. Voll waren dagegen die zahlreichen Klassenräume, in denen Spielrunden veranstaltet werden konnten und teilweise auch Workshops abgehalten wurden.

Das Spielrundenangebot war, wie es bei einer Convention dieser Größenordnung wohl auch nicht anders zu erwarten ist, relativ vielfältig. Spitzenreiter unter den Systemen war meines Wissens nach in diesem Jahr Shadowrun, was vor allen dem Einsatz des offiziellen Support-Teams zu verdanken war, das nahezu nonstop Spielrunden anbot. Aber auch "Exoten" wie InSpectres, Grimm, NOVA oder Sundered Skies standen auf dem Programm. Wer gerade nicht in einer Spielrunde saß, konnte sich einen der zahlreichen Workshops oder eine Lesung anhören.

Eigene Eindrücke

Ich selbst war in diesem Jahr nur als Gast auf dem NordCon vertreten. Nach einigen Jahren in der Orga (und einer berufsbedingten Pause im letzten Jahr) löhnte ich am Eingang als brav meinen Eintritt und bekam im Tausch dafür ein blaues Besucherarmbändchen. Tapfer widerstand ich auch den zahlreichen Versuchen "Kannst du mal eben kurz..." oder "Wir bräuchten da mal jemand, der..." und konzentrierte mich auf meine Rolle als Gast und Besucher, um den NordCon einmal aus dieser neutralen Perspektive betrachten zu können. Nachdem ich das Gebäude erkundet hatte und mich mit vielen alten Bekannten unterhalten hatte, leitete ich schließlich am Samstag abend eine spontane Runde DSA, an der mehrere Mitglieder des SDNV gerne teilnahmen. Für das Abenteuer verwendete ich einen meiner gut erprobten Instant-Plots, der bei meinen Spielern sehr gut ankam. Ich glaube, dass wir alle unseren Spaß hatten.

Am Sonntag guckte ich mir vor allem die grandiose Abschlussveranstaltung an, die ich bisher mehr oder weniger nur vom Hörensagen kannte. Diese wurde souverän von Janny und Lars moderiert. Ein besonderes Highlight war der Gewandungswettbewerb, der mit zahlreichen wirklich aufwendigen Kostümen aufwarten konnte. Die Fotos dazu sprechen wohl für sich. In der Pause gab es stimmungsvolle irische Musik und zum Abschluss eine Versteigerung von Rollenspielartikel durch Atlantis-Ingolf. Und ja, es wurden auch wieder Gratis-Würfel in das Publikum geworfen.

Mein Fazit

Es ist durchaus interessant, den NordCon einmal aus der reinen Besucherperspektive zu sehen und keinen Finger rühren zu müssen. Auf die Tatsache, am Sonntagabend nach dem NordCon einmal nicht total ausgelaugt ins Bett zu fallen, konnte ich ganz gut verzichten. Nach meinem Eindruck ist der NordCon wieder einmal exzellent gelaufen. Zumindest nach außen hin hat so gut wie alles sehr reibungslos funktioniert. Vereinzelte Kritik von Gästen betrafen u.a. das Rauch- und Hundeverbot und die als solches gekennzeichnete ehrenamtliche Security, die auf die Einhaltung dieser Verbote achtete. Diese Vorgaben wurden dem NordCon durch geltendes Recht bzw. die Schulbehörde als Eigentümer des Gebäudes gemacht - wirklich beschweren darüber kann man sich also nicht. Kleinere Conventions mögen zwar weitaus familiärer und gemütlicher sein, dafür ist der NordCon meiner Meinung nach eine sehr gut Universal-Veranstaltung. Ich bin froh, dass es in Hamburg und Umland sowohl eine große Veranstaltung wie den NordCon als auch kleinere Events wie den Adventure Con oder den in diesem Jahr noch bevorstehenden ConTor gibt. So wird jedem etwas geboten - was will man mehr?

Sven

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