Mein erster Rat Con

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19. bis 21. August 2006
Rat Con 2006 in Dortmund
Bild:RatCon-2006.gif

Mein erster Rat Con

RatCon 2006! Nicht nur mein erster Con in Dortmund, sondern auch der erste Con, über den ich einen Bericht schreibe. Ist das nicht toll? Richtig, das ist es. Also lest schön weiter.

Tag 1
Gemeinsam mit Fahrer Walter und seinen tollkühnen Mitfahrern Carsten, Merten und Lilli trat ich eine wahre Odyssee nach Dortmund an. Gemeine Staus, fehlende Straßenschilder und Wege, die einen nicht zum gewünschten Ort brachten, machten ein Beenden der Reise schwer. Dennoch erreichten wir am Freitag den 19. August 2006 gegen 19.00 das Ziel. Das Gepäck wurde vom Parkplatz zum nahen Eingang des Ratcon-Geländes transportiert. Hierbei sei erwähnt, dass ich mich bei der Menge des benötigten Gepäcks ein wenig verschätzt hatte. Nächstes Jahr wird wohl mindestens eine Tasche weniger den Weg nach Dortmund finden, um mir unnötige Traglast zu ersparen. So erreichten wir das Ende einer ewig wirkenden Anstehschlange. Diese wirkte für Merten, Lilli und mich gleich noch ein wenig länger, als Carsten und Walter von ihrem VIP-Status Gebrauch machten und sich einfach an der Schlange vorbei drängelten. Wie sich herausstellte, war die Schlange allerdings wesentlich kürzer als angenommen und so gelang es uns sogar noch vor den beiden eben gesondert genannten Personen unsere Eintrittsbänder zu erhalten.

Nachdem wir uns dann alle vor dem RatCon-Gebäude versammelt hatten, ergab eine spontane Abstimmung, dass das Gepäck vorerst hier abgelegt werden würde. Überlegungen über den weiteren Verbleib der Gepäckstücke wurde auf später verlegt. Und so begann unsere Erkundung des sich offenkundig im Umbau befindlichen Gebäudes. Walter schloss sich dieser Erkundungstour vorerst nicht an, da er sofort etliche bekannte Gesichter ausgemacht hatte, mit denen er Kontakt aufnehmen wollte. Das erste Besichtigungsobjekt war der Vorraum, in dem sich eine Vielzahl von Händlern breit gemacht hatte. Es folgte ein Blick auf das Außengelände. Hier befand sich das Versorgungzelt, das allerhand leckere Gerichte zu fairen Preisen anbot. Dahinter breitete sich eine Zeltlandschaft aus. Mit Ausnahme des BattleTech-Domizils handelte es sich ausschließlich um mitgebrachte provisorische Wohnungen. Wäre einer unserer illustren Runde auf die Idee gekommen, ebenfalls ein Zelt mit sich zu führen, so hätte er wohl den Rest des Abends damit verbringen können, sich einen freien Platz zu suchen, nur um am Ende frustriert aufzugeben. Zum Glück blieben wir davor aber verschont. Somit gab es hier für uns nichts Interessantes mehr zu sehen und wir setzten unsere Tour anderenorts fort. Unsere nächste Station war wohl die wichtigste: Der Rundenaushang. Noch ließ er sich relativ leicht erreichen und nur wenige menschliche Hindernisse mussten überwunden werden, um einen Blick darauf werfen zu können. Das darauf präsentierte Rundenangebot war allerdings ziemlich spärlich, einzig zwei "Engel"-Runden gewannen mein Interesse. So beschloss ich, mich nach beendeter Tour dort zu verewigen.

Diverse bankgeschmückte Gänge folgten, die wohl später vielen Rollenspielrunden Platz bieten würden. Aus Mangel eines Vergleiches mit früheren RatCons bin ich nicht in der Lage eine Wertung des Platzes abzugeben, allerdings wirkten die Gänge nicht sonderlich gemütlich. Wir bedienten uns nebenbei noch als Scout für einen geeigneten Schlafplatz, aber der Boden war bereits von Schlafsäcken gepflastert, so dass wir diese Nebenbeschäftigung schnell wieder aufgaben. Weiter ging es in den Innenhof, wo die Zelte der Alveraniare zu finden waren. Dort war gerade das MPA-Würfeln im vollen Gange, doch wir beschlossen, unser Glück erst an den beiden noch kommenden Tagen zu versuchen. So beendeten wir unsere kleine Erkundungstour wenig später auch fürs erste und versammelten uns wieder auf dem Vorplatz, wo Walter noch immer in Gespräche mit diversen Leuten vertieft war. Es gelang uns allerdings, ihn davon zu überzeugen, seinen Gesprächspartnern und sich selber eine Pause zu gönnen und uns zu Pizza-Hut zu begleiten.

Wenig später trafen wir in dieser Gesundheitshochburg ein und machten uns über die Speisekarte her. Nach langem Studium konnten wir ihre Weisheiten entschlüsseln, was uns leckere Pizzen und Getränke einbrachte. Nach diesem wohl mundenden Mahl kehrten wir zum Con-Terrain zurück, wo mir mein Plan wieder einfiel, mich für eine Runde "Engel" einzutragen. Leider war in keiner einzigen Runde mehr ein Platz zu bekommen, was bei dem geringen Angebot nicht besonders verwunderlich war. Inzwischen tummelten sich auch schon mehr Rollenspieler vor dem Aushang, so dass es zusehends schwerer wurde, diesen zu erreichen. Das bei so einem Verhältnis von Spielrunden zu Spielern sich nicht mehr Spielleiter finden konnten, ist erstaunlich, könnte aber zum Teil an dem Belohnungssystem für Spielleiter liegen. Danach musste man mindestens zwei mal leiten, um eine Eintrittsgeldrückerstattung in Höhe von 5 € zu erhalten. Der Eintritt hatte übrigens 10 € gekostet, Karten für einzelne Tage wurden nicht angeboten.

Wenig später traf die zweite Delegation RSCTler ein, bestehend aus Mirko, Mona und Sven. Gemeinsam machten wir uns zur nahen Turnhalle auf, um uns dort einen Schlafplatz zu suchen. Mit Bedauern mussten wir erfahren, dass unser Aufenthalt dort nur bis 9.00 Uhr morgens möglich war, allerdings konnten wir unser Gepäck auch den Tag über vor Ort lassen. Kurz besahen wir usn die Turnhalle, die wieder Erwarten nur wenig gefüllt war, entschieden uns schließlich aber dazu, unser Nachtlager lieber in zwei Umkleidekabinen zu verlegen. So waren wir nicht nur ungestört, sondern verfügten auch über private Dusche und WC.

Während die Spätankommer sich zum Essen zurück zogen, eröffnete Walter eine Runde Werwölfe vom Düsterwald, an der sich Lilli, Merten, Carsten und ich zusammen mit diversen anderen Con-Besuchern beteiligten. Schließlich stieß auch Sven dazu, den das Spiel jedoch nicht lange zu fesseln schien, da er nur wenige Runden dabei blieb. Die Zeit reichte ihm aber, um in einer Runde, in der sowohl er als auch ich ein Werwolf war, die anderen Wölfe dazu zu bringen, mich zu töten, obwohl dieser Spielzug zu keinerlei taktischem Vorteil führt. Einige Stunden später so gegen 2.00 Uhr beendeten wir das Spiel und unsere Gruppe begab sich zu unserem Schlafplatz, wo wir kurze Zeit später ins Reich der Träume sanken.

Tag 2
Um 8 Uhr wurden wir per Wecker geweckt. Als wir gerade gehen wollten, wurde uns mitgeteilt, dass die Kabinen benutzt werden würden und so mussten wir mit Sack und Pack in die Turnhalle umziehen. Doch dann konnten wir uns ins Con-Vergnügen stürzen. Vorher stand jedoch noch ein Besuch bei Aldi an, um sich mit Frühstück einzudecken. Dann stand fürs erste das MPA-Würfeln an, wobei man mit drei W20 eine möglichst niedrige Summe erreichen musste. Ich legte mit einer 15 ein gutes Ergebnis hin und hatte so meinen Platz sicher. Ich sollte vereinsintern aber leider der einzige bleiben, da trotz einiger guter Würfe auf Seiten der anderen RSCTler eine ziemlich niedrige Würfelgrenze von 21 für ihr Scheitern sorgte. Björn vom SDNV hingegen legte eine Triple 1 hin und wurde dafür mit einer Urkunde und einer CD belohnt. So bummelte ich noch ein wenig umher und gesellte mich schließlich zu den anderen zum Glücksraddrehen. Dabei verfehlte ich knapp einen DSA-Abenteuerband. Dafür gewann ich großartige KlickTech-Ware, die sicher ihren Weg auf ominöse Weise in die Gewinnebox des ConTor finden wird.

Schließlich war es soweit und die Gruppen für das MPA wurden bekannt gegeben. Ich fand mich mit meinem Schützen in einer Gruppe voller Krieger wieder und passend dazu entpuppte sich unser Auftraggeber als Rondra-Geweihte aus Donnerbach. Während des Abenteuers stießen wir mehrmals auf andere Gruppen und erfuhren so von ihren Aufgaben, bis es schließlich in einer geheimen Höhle unter dem Donnerfall zum Showdown kam. Dabei verlor mein Charakter beinahe das Leben. Am Ende wurden alle Teilnehmer mit einem heiligen Elfenahornblatt belohnt, das den Spielern in Form einer Fotokopie ausgehändigt wurde.

Von Mirko erfuhr ich von dem alljährlichen Shadowrun-Pokerturnier, wo ich mich auch sogleich eintrug. Keine Minute zu früh, denn es waren nur noch zwei Plätze frei. Die Zeit bis zu eben diesem Turnier wurde mit der Einnahme einiger Scheiben Toast als Abendessen und des Spielens einer Runde "Ja, Herr und Meister" verbracht. Um rechtzeitig beim Pokern einzutreffen, verzichtete ich auf den Auftritt von Amber. Neben mir nahmen auch Mirko und Merten aus der RSCT-Fraktion am Turnier teil. Die Startgebühr in Höhe von 2 € wurde gezahlt und sich im Raum verteilt. Es folgte die Verteilung der Tische. Ich durfte mit Mirko an einem Tisch spielen. Eine Vorstellungsrunde offenbarte, dass es sich bei drei der sechs Personen am Tisch um Orks handelte. Jeder Charakter musste 50000 Nuyen als Buy-In zahlen, wobei mein Charakter "Speed" sich dieses Geld zuvor von der World Poker Federation für einen Zinssatz von 100 Prozent geliehen hatte. Die ersten Blätter wurden gegeben und die ersten Chips wechselten den Besitzer. Besonders viel hierbei ein Spieler auf, dem es gelang, gleich am Anfang dreimal hintereinander ein Full House zu erhalten, was seinen Chiphaufen enorm vergrößerte. Wenig später schieden die ersten Spieler aus, wobei es Mirko an unserem Tisch als erster schaffte. Schließlich blieben nur noch Mister Full House und meine Wenigkeit übrig, wobei ich mich einem riesigen Chipvorrat gegenüber sah. Dank geschickter Bluffs und viel Glück gelang es mir die Chipverhätnisse zu meinem Gunsten zu verändern und schließlich im Besitz sämtlicher Chips zu sein. Damit war die Vorrunde an diesem Tisch abgeschlossen und die anderen Tische folgten dem Vorbild. Lediglich an einem Tisch gab es ein Duelle der besonderen Art. Mit nur wenigen Chips gelang es einem Spieler, seinen Konkurrenten über mehr als eine Stunde bei der Stange zu halten, ehe er schließlich ebenfalls unterging und damit die letzte Vorrunde beendet war. Wenig später startete also das Finale. Die ersten drei Spieler verließen den Final Table innerhalb von zwei Stunden und so blieben nur noch zwei Spieler über, wobei es sich bei einem von ihnen um mich handelte. Mehrere Stunden wechselten die Chips hin und her und nur wenige gute Blätter wurden uns beschert. Doch schließlich konnte ich das Spiel mit vier Zehnern beenden und als Sieger aus diesem Turnier hervorgehen. Damit gewann nicht nur mein Charakter die stattliche Summe von 1,25 Millionen Nuyen, sondern ich durfte auch den Poker-Wanderpokal mit nach Hause nehmen. Gleichzeitig habe ich mich damit aber auch zum Organisator des Turniers und Präger des Pokals gemacht.

Gegen 4.00 Uhr begab ich mich dann zur Turnhalle, wo ich mich zu den schlafenden Rollenspielkollegen legte und wenig später einschlief.

Tag 3
Erneut wurden wir um 8.00 Uhr durch schrilles Weckerklingeln geweckt. Da wir nicht erneut die Möglichkeit haben würden, in die Turnhalle zu gelangen, packten wir unsere Sachen und beförderten sie in Walters Auto. Für heute stand bei den anderen RSCTlern erneutes MPA-Würfeln an. Ich gesellte mich zu ihnen und sah ihnen beim Würfeln zu. Bis zur Bekanntgabe der Gruppen war noch eine Stunde Zeit und Sven, Lilli und ich entschlossen uns für ein Brunch im Alex. Dies ließen wir uns auch ordentlich schmecken und kehrten danach gut gesättigt zum RatCon-Gelände zurück. Dort mussten wir feststellen, dass lediglich Sven einen Platz im MPA ergattern konnte. Dieser gab er an Lilli weiter, die sich dementsprechend freute.

Mirko, Mona und Sven kehrten wenig später bereits in Richtung Heimat zurück, während ich mich versuchte für eine Runde "Unknown Armies" einzutragen, was jedoch scheiterte. So spielte ich kurz mit dem Gedanken selber etwas zu leiten, entdeckte dann aber eine "Cthulhu Now"-Runde, die ich als gute Alternative ansah. Pünktlich traf ich im angegebenen Raum ein und musste feststellen, dass der Spielleiter es mit der Genauigkeit was Spielrundenstartzeiten betrifft, nicht so genau nahm. Schließlich traf er aber ein. Während wir uns daran machten im Schnellverfahren möglichst abgedrehte Charaktere zu erstellen, stellte der Spielleiter mit Schrecken fest, dass seine Runde aus mehr Spielern bestand als von ihm beabsichtigt. Ein Spieler opferte sich dann aber und verließ die Runde, was der Spielleiter ungefähr eine halbe Stunde später bemerkte. Ich entschied mich bei der Charakterwahl für einen Informatiker, der unter krankhaftem Verfolgungswahn litt und die Regierung für eine Unterabteilung der Illuminati hielt. Bei dem gespielten Abenteuer handelte es sich um ein Vorababenteuer aus dem bald erscheinenden Cthulhu Now Regelwerk. Ob sich ein Abenteuer, in dem es um Kinderpornographie geht, wirklich als Einstiegsabenteuer eignet, sei dahingestellt. Allen Beteiligten hat das Abenteuer, dass im Dortmund der Gegenwart spielte, aber auf jeden Fall viel Spaß gemacht und pünktlich um 17.30 Uhr waren wir fertig, so dass wenig später die restlichen RSCTler versammelt zu Walters Auto aufbrachen, um mit diesem gen Heimat zu reisen. Hierbei bleiben wir von Staus verschont, so dass wir ohne Probleme ankamen. Einer nach dem anderen wurde zu Hause abgeliefert und so ging ein erlebnisreiches RatCon-Wochenende zu Ende.

Fazit
Noch auf der Hinfahrt war ich am Zweifeln, ob es nicht ein Fehler war, den weiten Weg nach Dortmund auf mich zu nehmen, um die Haus-Convention von FanPro zu besuchen, obwohl ich mit deren Produkten bisher eher weniger anfangen konnte. Doch jetzt im Nachhinein weiß ich, dass es kein Fehler war. Sogar ganz im Gegenteil, ist dies doch die erste Con, bei der ich permanent Spaß hatte. Hier wurde ich von keiner Runde enttäuscht, was sonst ja leider viel zu oft mal passiert. Besonders das MPA hatte es mir angetan, was nicht zuletzt an den hervorragenden Meistern lag. Ein weiteres Highlight war für mich natürlich das Pokerturnier, das ich wider erwarten gewann. Auch der große Schlafplatz hat mich positiv überrascht, hätte ich doch mit einem eng gedrängten Schlafen gerechnet. Die Orga hat ihre Sache sehr gut gemacht und wird mich im nächsten Jahr garantiert wieder als Gast begrüßen zu dürfen. Schließlich wartet ein Pokerturnier darauf, organisiert zu werden.

Timo
Archiv & Berichte
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