Ein Ausflug zum RatCon
Aus RSCT94
Die Fahrt nach Dortmund war wieder mal eine mittlere Katastrophe... wir trafen ein wenig später als geplant am Dortmunder Bahnhof ein, nachdem unsere Bahn nach Elmshorn Verspätung hatte, die Anschlussbahn nach Dortmund sich geweigert hat, noch drei Minuten auf uns zu warten, wir eine Dreiviertelstunde Zeit hatten, auf die nächste Bahn zum Bahnhof Hamburg-Dammtor zu warten, der total überfüllt und ebenfalls einige Minuten zu spät war, was aber nicht so schlimm war, weil die Anschlussbahn nach Dortmund ebenfalls zwanzig Minuten verspätet im Dammtor eintraf, schließlich hatten wir also die geeignete Bahn betreten und konnten den Rest der Strecke zurücklegen. Leider gibt es keine Abteile für 7 Personen, so dass ich der übrigen Person, Julia, die, nachdem sie sich bereits einen Platz gesucht hatte, nicht erneut ihren Rucksack (der den Eindruck erweckte, schwerer zu sein als sie) auf ihre Schultern laden wollte, im Waggon nebenan Gesellschaft leistete. Während also der Rest der Truppe (Carsten, Mirko, Nicolas, Sven, Walter) beim Skat spielen in einem gemütlich (kühl) klimatisiertem Abteil saß, war in unserem Waggon die Klimaanlage kaputt und die Temperatur kletterte rasch auf... ziemlich warm (ich tippe auf 35 bis 40 Grad). Das war nicht wirklich angenehm, aber eine angemessene Vorbereitung auf den RatCon. Warum ist es immer so warm, wenn ich in Dortmund bin?
Jedenfalls waren wir ein bisschen zu spät dort, um uns in eine nette Spielrunde eintragen zu können. Ich jedenfalls habe nichts gefunden, was mich interessiert hätte, nicht schon belegt gewesen wäre und nicht erst am Samstag oder Sonntag stattfinden sollte. Ich lief also eine Weile ziellos im Gebäude umher und später mit Julia, Nicolas und Sven zur Pizza-Hut. Julia war gerade dicht am schwarzen Brett, als eine DSA-Autorenrunde aufgehängt wurde und konnte ihre Teilnahme daran sichern. Wir anderen leisteten Mirko Gesellschaft, der spontan eine Runde DSA (In den Höhlen des Seeogers) anbot. Dass einige von uns es zwar schon gespielt oder angefangen hatten, ignorierten wir mal... mit dabei war noch eine nahezu komplette Gruppe Spieler, dich sich untereinander kannte und durch eine sehr... individuelle Spielweise auszeichnete. Sven machte sich dann relativ bald davon, um seinen Schlafsack aufzusuchen, während wir anderen das Abenteuer offenbar sehr effektiv lösen konnten. Irgendwann danach versuchte ich selbst auch, ein wenig Schlaf zu finden, aber dieser konnte mir immer wieder entwischen... Wir hatten uns im Keller, in der Nähe der Battletech-Spieler auf den Boden gelegt. Es war einerseits ein wenig staubig dort, was meiner Allergie nicht unbedingt zuträglich ist, während das Stimmgewirr, das wohl die ganze Nacht kaum abebben wollte, ein wenig störend wirkte. Außerdem muss sich unter den Tabletoplern ein Extremwürfler befunden haben, der die ganze Nacht über in regelmäßigen Abständen mit seinem Würfelbecher Salven von Würfeln auf den Tisch donnern ließ... Aber ich will nicht jammern, trotz der unruhigen Nacht war ich nach einer erfrischenden Dusche überraschend wach und gut gelaunt, begab mich in die Stadt auf Brötchensuche und ging den Tag ganz entspannt an.
Als nächstes stand die Anmeldung zum Multiparallelen DSA-Abenteuer an. Bei dieser wirft man mit drei W20 eine möglichst niedrige Zahl, die 36 Leute mit dem niedrigsten Wurf sind dabei. Dieses Mal konnte ich, im Gegensatz zu vor zwei Jahren, locker meine Teilnahme sichern, indem ich eine 17 warf. Mirko hatte auch einen Versuch gewagt, mit seiner 30 war er dabei, wenn auch sehr knapp. Mein Spielleiter war Patrick, der es sehr gut verstand, eine entrückte Hesindegeweihte darzustellen, die uns (drei Magier, einen Schrift- und Sprachgelehrten, einen Skalden und meinen abenteuerlichen Maraskaner Cyberijin) als Begleitung für eine Reise von Al'Anfa in den südlichen Dschungel anheuerte. Über den Sinn dieser Reise hielt sie sich lange Zeit bedeckt, wir konnten jedoch irgendwann feststellen, dass der Junge, der sich in Begleitung der Geweihten befand, an zunehmender Ver-echs-ung litt, er also Schuppen und so Zeugs bekam, ein wenig mit seiner gesssspaltenen Zssssunge lissspelte und so weiter. Da wir eine alte echsische Tempelstadt untersuchen und eine geheimnisvolle Scheibe aus weißem Obsidian bergen wollten, konnten wir nur raten, was es damit auf sich hatte. Ob wir damit recht hatten? Jedenfalls hatten seltsame Leute und Achaz eines maraskanischen Schlangenkultes wohl etwas ganz ähnliches vor, was für ein wenig Durcheinander sorgte, da einer unserer Magier ein fanatischer Echsengegner war, der eine Weile mit Rakorium Muntagunus herumgereist war. Wir konnten aber trotzdem erfolgreich die Scheibe bergen, während der Junge plötzlich wusste, in welche Richtung wir reisen mussten. Während der Reise begegneten wir einigen Mohas an ihrer kaputten Hängebrücke, die ich mit etwas Affenfleisch von unseren friedlichen Absichten überzeugen konnte. Zusammen reparierten wir in einer ziemlich wilden Aktion mit Wurfankern und Seilen die Brücke, wurden in den Stamm aufgenommen, bekamen ein seltsames Jade-Dreieck geschenkt und setzten die Reise fort. Dann erreichten wir einen riesigen Krater, in dem irgendwann eine Stadt errichtet worden war, inzwischen verlassen von seinen Bewohnern und mit Dschungel verwuchert. Wir streiften ein wenig durch die Gegend, fanden ein interessantes Gebäude, das ich als Tempel der Gegensätze Boron und Tsa fehl deutete (Eigentlich einer Totengottheit und einem Wesen, das Satuaria ähnelt, geweiht). Schließlich kamen wir zu einem Becken, dass, so erklärte unsere Geweihte, ein vergessenes Hesinde-Orakel darstellte, welches das von Borbarad zerstörte Altaia ersetzen sollte. Leider irrte sie ein wenig, denn nachdem wir die Scheibe aus weißem Obsidian in die richtige Öffnung geschoben hatten, stellte es sich vielmehr als Heiligtum des Amazeroth heraus, der in diesem Becken erschien, aus einer schwarzen Flüssigkeit geformt und in der Gestalt einer ziemlich großen und attraktiven Frau. Dann trafen unzählige Gegner ein, die Kultisten, denen wir begegnet waren, irgendwelche Marus, Albino-Schlinger und anderes Zeugs. Zum Glück waren auch die anderen Gruppen zugegen (die wohl von einigen der Gegner verfolgt wurden) und ein Endkampf begann. Jeder durfte sich aussuchen, gegen welche Gegner er antreten wollte und die Gruppen wurden neu gebildet. Ich trat mit einigen anderen Leuten gegen die maraskanischen Schlangenkultisten an. Meine Gefährten für diesen Kampf waren wohl in einen namenlosen Pakt geraten, aber erst mal waren die Kultisten in der Überzahl... Aus jeder Gruppe wurden inzwischen einzelne Spieler weggeholt, die eine Extraaufgabe zu erledigen hatten. Mit den Jadedreiecken (wir hatten nicht das einzige gefunden), die sie richtig zusammenpuzzelten, brachten sie den Teclador in dem Halbechsenjungen an die Oberfläche, der die Sache mit dem Orakel wohl mal eben in Ordnung brachte. Dann begann der Vulkan unter dem Krater, in dem wir uns befanden, auszubrechen und wir traten (in der alten Gruppenzusammensetzung ohne den Jungen Alrik) die eilige Rückreise an. Das war es dann auch im groben, es gab noch ein Abschlussbriefing, eine Teilnahmeurkunde und Abenteuerpunkte. Das Abenteuer hat eine Menge Spaß gemacht, Danke noch mal von hier aus an die Organisatoren und Spielleiter.
Der Rest des Wochenendes verlief dann ziemlich entspannt, ich nahm an keiner Spielrunde mehr teil, hörte den einen oder anderen Vortrag wie die DSA-Diskussion, sah mir nachts Herr der Ringe - Die zwei Türme und X-Men2 an, ging noch mal Pizza essen (diesmal mit Mirko), trank mit einigen Leuten den einen oder anderen Cocktail oder besuchte Julia, die wohl das ganze Wochenende mit ihrer Autorenrunde beschäftigt war, kaufte zwei neue DSA-Produkte und einige Lose, drehte am Glücksrad, das übliche Programm eben.
Die Rückreise war nicht mehr so warm, beinahe pünktlich (ich war um 12 Uhr nachts zu Hause) und relativ ruhig. Mehr gibt es dazu kaum zu sagen.
Mirco Schubert
