ConTor:Interview mit Olaf

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Herr Unger: Moin Herr Schubert. Wenn meine Redaktion mich da richtig informiert hat, sind sie ja wohl sowas wie der Orga-Opa bei ConTor. Wie gedenken sie denn ihre geballte Lebenserfahrung bei dieser Veranstaltung einzubringen?

Herr Schubert: Herr Unger, vielen Dank, daß Sie den Weg ins Altersheim nicht gescheut haben, um mit mir zu sprechen. Das ich in die ConTor-Orga berufen wurde, was natürlich eine große Ehre für mich ist, hat wohl eher mit dem Respekt vor dem Alter zu tun. Trotzdem werden ich den jungen Hüpfern beweisen, wie wichtig ich für das gelingen der, die oder das ConTor bin. Ich werde der ruhende Pol sein. Wenn irgendwelche Helfer oder Orga-Mitglieder nicht richtig spuren, werde ich mit gezielten Schlägen auf die Hinterköpfe sie wieder auf den richtigen Weg bringen.

U: Ihr Zivi sagte mir gerade, daß er sie extra für dieses Interview hochpäppeln mußte. Meinen Sie nicht, daß der Stress einer Con-Orga dann zu viel für Sie ist, denn es gibt ja bestimmt glorreiche Höhepunkte auf ConTor, die sie überwachen müssen. Nebenbei eine private Frage: Gibt es wirklich ein Leben über 30?

S: Das eben in der Schnabeltasse war nur meine tägliche Biersonderration. Sie haben recht das die Con-Tor-Orga stressig wird. Ich habe mir aber erlaubt, zwei Helferinnen für meine persönliche Betreuung abzustellen. Sie werden mir helfen in ruhigen Augenblicken zu entspannen. Zu Ihrer Frage, ob es ein Leben über 30 gibt, kann ich nur sagen das ich mir auch schon Gedanken darüber mache. Ihre Nachforschungen sind wohl nicht ordentlich geführt worden! Ich habe noch 6 Monate Zeit. Dann könnte ich vielleicht, für die, die mir bald folgen werden, eine Rollenspielrunde leiten, so dass sie auf das Leben über 30 vorbereitet werden.

U: Oha - höre ich da die erste Ankündigung einer Rollenspielrunde für ConTor 2005? Ich werd das gleich mal notieren.... Was sind denn nun aus Ihrer Sicht die Höhepunkte der Veranstaltung und warum sollten irgendwelche Pappnasen überhaupt kommen?

S: Wo fange ich an, wo höre ich auf. Die Veranstaltung ist gespickt mit Höhepunkten. Die Bandbreite der verschiedenen Rollenspielsysteme, die gespielt werden, ist enorm. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, besonders zu empfehlen ist das multiparalelle DSA4 Abenteuer geleitet von Niki. Hier erwartet die Spieler sicherlich ein Abenteuer der Superlative. Zu empfehlen ist auch die Küche, die vom Küchenchef Markus geleitet wird. Sein Geschmack wurde über Jahre von der Bundeswehrküche geprägt. Außerdem gibt es am Samstag in der Turnhalle noch eine Lesung, für alle die nicht lesen können oder zum Einschlafen eine "Gutenachtgeschichte" brauchen.

U: Das klingt ja nach jeder Menge Lobhudelei, die Sie da ablassen - nun aber mal 'Butter bei die Fische', Herr Schubert: Glauben Sie wirklich, daß diese Veranstaltung ein Erfolg wird? Warum sollten Leute denn ausgerechnet nach Uetersen, von wo aus man den A.... der Welt schon ziemlich gut sehen kann, fahren und nicht einen Feld-/Wald- und WiesenCon in Berlin, Düsseldorf oder Frankfurt besuchen?

S: Wenn wir doch mal ehrlich sein wollen, sind Rollenspieler Aussenstehende der Gesellschaft. In einer deutschen Großstadt sind wir nur wenige von vielen Verrückten. In Uetersen fallen wir schon auf und wir können den Besuchern ein Umfeld bieten, daß an eine große Familie erinnert. Können Sie meinem Zivi sagen, er soll die Zwangsjacke wieder wegstecken? Außerdem können wir sicher sein, daß nur die Ultraharten der Szene nach Uetersen finden, da die Anreise schon ein Abenteuer für sich ist.

U: Sie meinen also, Herr Schubert, die verweichlichte zivildienstleistende Jugend würde allein bei der Anfahrt schon die ihnen vorenthaltene Fronterfahrung bekommen - interessant...spricht für Ihr Alter.... Ist so ein Wochenende spielen, reden und würfeln in Flüchtlingslageratmosphäre denn heutzutage wirklich noch zeitgemäß?

S: Gerade in der heutigen Zeit ist es doch wichtig zusammenzurücken und den persönlichen Kontakt zu anderen Gleichgesinnten zu suchen. Die Flüchtlingslageratmosphäre dient doch gerade dazu, alles auf das Wesentliche zu reduzieren. Eine warme Mahlzeit und kein Trockenfraß, Toiletten im Haus und kein Donnerbalken im Wald und vorallem jede Menge Karma, Legendenpunkte, Erfahrungspunkte, magische Artefakte und Tränke. Das ist es, was die Leute in Scharen zu uns treibt. Wenn dann noch ein Bayer zu seinen Freunden sagt, er war in Uetersen, denken die gleich 'Boah ist der mutig.'

U: Ich bedanke mich für Ihre Geduld, Herr Schubert - Was machen Sie im Anschluß noch heute?

S: Keine Ursache, ich habe mich gerne Ihren Fragen gestellt. Ich werde gleich meine blauen Tabletten bekommen und auf die Nachtschwester warten. Ich hoffe, ich brauche danach das Sauerstoffzelt heute nicht, dann kann ich doch noch eine Runde zocken.

Das Interview führt Stefan 'Walter" Unger.

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