Blaue Mappe:Geschichte Serawiens

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Einleitung - Geschichte - Geographie - Städte - Kultur - Persönlichkeiten - Sagen und Legenden

Inhaltsverzeichnis

Urzeiten

Das Ered Albumin gilt als die mythische Heimat der Alben. Die Berge und das Land südlich von ihnen sind mit dichten Wäldern bedeckt, in denen vor allem Orks und Kener leben. Nur nördlich des Spiegelsees gibt es einige menschliche Ansiedlungen, die in einem guten Kontakt zu ihren Nachbarn steht. Vor guten 5.500 Jahren wird das Klima in der Region jedoch ein wenig kälter, so dass die Kener dazu übergehen, große Viehherden zu halten, um ihre Ernährung sicher zu stellen. Dafür beginnen sie damit, größere Flächen der Wälder zu roden und es kommt zu zunehmenden Konflikten mit den Alben, die sich als die Hüter des Waldes verstehen. Diese Konflikte spitzen sich im Laufe der Jahre immer weiter zu, bis es schließlich zu einem Krieg kommt. Diesen können die Alben für sich entscheiden, worauf der große Exodus der Kener beginnt, die aus ihrer angestammten Heimat weiter in den Süden ziehen.

Aber auch den Alben macht das immer kältere Wetter zu schaffen. Schweren Herzen beschließen einige Sippen, das Ered Albumin zu verlassen und sich anderswo eine neue Heimat zu suchen. Ihre Träume weisen ihnen dabei den Weg in ferne Regionen, wo sie schließlich seßhaft werden. Für etliche Jahrhunderte versinkt das heutige Serawien in einer Art Dornröschenschlaf. Die Natur holt sich die einst prächtigen Städte der Alben zurück und weite Gebiete liegen vollkommen brach dar. Einzig die Menschen, die sich besser an die neuen Gegebenheiten anpassen können, profitieren von der neuen Situation. Ungestört können sie sich ausbreiten und dringen im Tal der Nieme immer weiter nach Norden vor, wo sie ihre Städte und Siedlungen gründen.

Ab ca. 1.500 vGdR: Konsolidierung des Reiches

Es bildet sich langsam ein funktionierendes Staatswesen heraus. Aus einer Reihe von Konflikten zwischen lokalen Herrschern geht schließlich das Haus derer von Kerkul dermaßen gestärkt hervor, dass man schließlich von einem vereinigten Reich sprechen kann. Dieses wird nach seinem ersten Herrscher, Fürst Seraw von Kerkul fortan „Serawien“ genannt. Die unterlegenen Häuser leisten zwar noch einige Zeit Widerstand, werden jedoch nach und nach niedergeschlagen oder unterstellen sich freiwillig dem neuen Herrscher. Serawien erlebt eine erste Blütephase und schließt Kontakte zu dem südlich gelegenen Cantaria. Gemeinsam unternimmt man etliche Expeditionen in das Ered Albumin und entdeckt einige lange verschollene Städte wieder.

Ab ca. 1.100 vGdR: Der Fluch aus der Vergangenheit

Serawische Siedler beanspruchen die wieder entdeckten Städte für sich, so dass sich das Reich langsam bis in die Berge ausdehnt. Vielerorts stoßen die Siedler auf seltsame Artefakte, die von den Alben dort zurück gelassen wurden. Nicht selten führen diese sie direkt ins Verderben, da in ihnen Daimonen festgehalten wurden, die nun wieder auf freien Fuß gelangen. Diese fallen über die Siedler her oder – was noch weitaus schlimmer ist – übernehmen von Ihnen Kontrolle und infiltrieren die Städte. Noch heute rührt der Aberglaube der serawischen Bevölkerung von diesen Zeiten her, als scheinbar vollkommen normale, aber verfluchte Menschen heimlich in die Städte eindringen und dort schreckliche Massaker anrichten. Erst nach vielen Jahren und mit magischer Unterstützung gelingt es den Serawiern, einigermaßen geordnete Zustände wieder herzustellen.

Ab ca. 900 vGdR: Es wird kälter

Das Klima wird zunehmend kälter. Das Leben der Siedler in den abgeschiedenen Bergdörfern wird zunehmend härter, einige Orte werden ganz aufgegeben. Ausbleibende Ernten sorgen für Hungersnöte und viele Bewohner fliehen in andere Provinzen oder verdienen sich ihren Lebensunterhalt als Söldner. Gerade Cantaria kommt dies sehr gelegen, da man in den zunehmenden Konflikten mit den Inneren Landen Soldaten benötigt und diese in den genügsamen und abgehärteten Serawiern auch findet.

666 vGdR: Gründung des Herzogtums

Für seine großzügige Unterstützung Cantarias mit Truppen wird Fürst Seraw XVII. vom Cant mit dem Titel eines Herzogs belohnt. Serawien ist zu diesem Zeitpunkt zwar kein Teil oder eine Kolonie des großen Nachbarn im Süden, allerdings wäre eine eigenmächtige Ernennung in den Jahren zuvor einem Affront gleich gekommen und erst diese Anerkennung rechtfertigt den Titel auch. Unter dem Jubel der Bevölkerung zieht die Armee Cantarias, die sicherlich zu einem Fünftel aus Serawiern besteht, auch durch Kerkul in Richtung der Inneren Lande. Dies ist das letzte Mal, dass tausende der Söhne des Reiches in ihrer Heimat gesehen werden, denn die Armee verschwindet einige Zeit später spurlos.

Ab 665 vGdR: Besetzung

Serawien kommt seine Unterstützung Cantarias teuer zu stehen. Als die Inneren Lande Cantaria besetzen und zu einem Protektorat machen, ereilt das Land nördlich des Spiegelsees das gleiche Schicksal. Der Herzog wird abgesetzt und durch einen dem Imperator treu ergebenen Mann ersetzt. Die zu entrichtenden Abgaben lasten schwer auf den Schultern Serawiens, mögliche Aufstände werden aber schon im Keim erstickt.

Um etwa 540 vGdR: Die Befreiung

In den nachfolgenden Jahren steht Serawien unter Besatzung. Diese wirkt sich aber nicht nur negativ aus, denn der Aufbau einer geordneten Verwaltung sorgt sogar für einen kleinen Aufschwung. Erstmals werden die Rohstoffvorkommen im Ered Albumin in größerem Maße ausgebeutet und auch das Rechtswesen entwickelt sich weiter, da erstmals geschriebene Gesetze erlassen werden. Als die Inneren Lande sich dann mit Ausnahme weniger Stützpunkte (so z.B. in Altenfelde) aus der Region zurückziehen müssen, schwindet auch zunehmend der Einfluss in Serawien. Als die alte Herzogsfamilie nach jahrelangem Exil in Bordiapur wieder in Kerkul den Thron besteigt, ohne dass hierauf eine Reaktion der Inneren Lande erfolgt, wird dies als Wiedererlangung der Unabhängigkeit angesehen. Sämtliche Tributzahlungen werden ab sofort eingestellt und Serawien wendet sich wieder Cantaria zu.

Ab etwa 500 vGdR: Drohende Spaltung

Die kommenden Jahrzehnte stehen unter keinem guten Stern. Immer wieder sorgen besonders strenge und lange Winter dafür, dass die Ernten äußerst karg ausfallen und Teile der Bevölkerung hungern müssen. Der Herzog ist mehrmals gezwungen, den Notstand auszurufen. Die Not wird durch Getreidelieferungen aus Cantaria ein wenig gelindert, allerdings müssen die Serawier ihren Nachbar dafür große Zugeständnisse machen: Viele der ertragreichen Minen stehen fortan unter direkter cantarischer Kontrolle. Im Osten des Landes gewinnt Arandor zunehmend an Einfluss und einige kleinere Siedlungen im Süden liebäugeln offen mit einem Anschluss an Bordiapur. Die Provinz steht also vor einer Zerreißprobe.

71 bis 55 vGdR: Die Maschinenmenschen

Wie auch zahlreiche andere Länder wird auch Serawien vollkommen überraschend von einer Bedrohung überrascht, die scheinbar aus dem Nichts kommt. Der große Heerzug der mysteriösen Maschinenmenschen wütet auch in Serawien und findet im zerklüfteten Ered Albumin eine ideale Basis. Während die Bedrohung anderswo langsam unter Kontrolle gebracht wird, finden sich in den abgelegenen Tälern und versteckten Höhlen noch Jahrzehnte später versprengte Überreste der Maschinenmenschen. Einen schweren Schlag für Serawien stellt auch die jahrelange Besetzung der Minen von Umdahall dar, da man in dieser Zeit kaum die benötigten Waffen herstellen kann.

Etwas gutes hat die Krise jedoch: Durch den heroischen Einsatz seines Herzogs, Randor Kerkul II., gewinnt das Land wieder eine starke Identifikationsfigur, welche die unterschiedlichen Landesteile hinter sich vereint.

54 bis 7 vGdR: Ruhepause

Serawien erholt sich langsam von dem Schock, welches es durch die Maschinenmenschen erlitten hat. Der Herzog versucht, sein Land aus dem Kalten Krieg zwischen Cantaria und den Inneren Landen möglichst heraus zu halten, was aber angesichts der Abhängigkeit von Cantaria nur schwer möglich ist. Auf starken Druck hin läßt man sogar zu, dass ausländische Truppen in Kerkul stationiert werden, um – nach offizieller Lesart – die Interessen von dort lebenden Ausländern zu schützen. Dies ist jedoch nur eine Farce, da man bereits offen zu einem Krieg rüstet.

6 vGdR: Der Krieg

Lange wollte man ihn vermeiden, aber als die Inneren Lande in Altenfelde ungefragt einen bereits vor Jahrhunderten aufgegebenen Luftstützpunkt wieder für sich beanspruchen und dort Schiffe stationieren, wird das Land in den Krieg mit hinein gezogen. Besonders gefürchtet in diesen Zeiten sind die diversen Söldnergruppen, die mal für die eine, mal für die andere Seite arbeiten und auch nicht davor zurück schrecken, wehrlose Frauen und Kinder für ihre Sache zu mißbrauchen. Eine Gruppierung, die nur als "Die serawischen Werwölfe" bekannt wird, macht sich in dieser Hinsicht einen besonders unrühmlichen Namen.

1 GdR: Serawien im Reich der Tausend Nationen

Bevor der Krieg endet, muß Serawien einen gewaltigen Blutzoll entrichten. Die Front der Kriegsparteien verläuft mitten durch das Land und viele Orte wechseln mehrmals den Besitzer. Die Folge: Etliche Städte liegen in Schutt und Asche und weite Landstriche sind bald komplett entvölkert. Der beliebte Herzog Randor Kerkul II. stirbt am Vorabend des Friedensschlusses durch einen feigen Mordanschlag. Ihm auf den Thron folgt seine damals erst 8jährige Tochter Lil Kerkul. Diese wehrt sich zunächst trotzig gegen einen Beitritt Serawiens zum Reich der Tausend Nationen, gibt aber bald auf Druck ihrer Berater nach.

Meisterinformationen: Nicht abreißen wollende Gerüchte besagten, dass hinter dem wichtigsten Berater Lil Kerkuls damals niemand anderes steckte als Faolan Isidur, der Sprecher des Cants.
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