Blaue Mappe:Gebirge Cantarias

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Wälder - Gebirge - Seen und Flüsse

Das Ered Argonidia

Aus großer Höhe gesehen ist unsere Welt flach. Eine ausgedehnte Ebene mit kleinen Erhebungen, die wie leichte Wellen auf einer ruhigen Wasseroberfläche wirken. Doch es gibt einige Orte auf dieser Welt, an der die glatte Oberfläche größere Falten schlägt. Eine dieser Stellen ist das mächtige Gebirgsmassiv, dessen südlicher Teil Ered Argonidia genannt wird. Dieses Gebirge erhebt sich wie ein Geschwür aus der friedlichen Ebene, ein ewiger Außenseiter. Ehrfurchtsvoll meiden die Menschen das Ered Argonidia, soll es doch ein Zentrum von Magie und dunklen Kräften sein.

Tatsächlich haben in längst vergessenen Zeiten immer wieder Mutige versucht, dieses Gebiet zu bereisen und sich untertan zu machen, doch niemandem ist es dauerhaft gelungen. Zwar zeugen etliche Ruinen und verwüstete, längst verlassene Städte als stumme Zeugen der Zeit von menschlichen Besiedelungsversuchen, doch fanden alle letztendlich nur ihr Verderben. Ein großer Teil des Gebirges ist auch heute noch unerforschtes Gebiet. Wissenschaftler schätzen, daß sich seine höchsten Gipfel auf über zehntausend Schritt, doch mag es weit über den Wolken noch höhere Berge geben. Auch der bekannte Teil des Gebirges, die nach Südosten abfallenden Hänge, sind ein ungastlicher Ort. Von urwaldähnlichen und undurchdringlichen Wäldern bedeckt, bieten sie nur einigen Stämmen von Orks und Smills eine Heimat, die sich mit den eigentlichen Herren des Waldes, den Winzlingen und Alben, arrangiert haben und mit ihnen in einer Art Frieden leben.

Die Welt auf der anderen Seite des Ered Argonidia ist unerreichbar fern, wenn auch bekannt. Weite Ebenen erstrecken sich hier und zahlreiche Reisende berichteten nach jahrzehntelanger Abwesenheit von weit entfernten Völkern und fremden Rassen, welche nur durch die Macht des Gebirges davon abgehalten würden, über Cantaria herzufallen.

Die westlichen Blutberge

Wie eine drohende Mauer erheben sich die sogenannten Blutberge, um das Land Cantaria von seinem östlichen Nachbarn Bordiapur zu trennen. Wie der stellenweise bis sechstausend Schritt Gebirgszug zu seinem Namen kam, ist heute unbekannt, doch mag dies sicherlich an den tausenden Leben liegen, die hier bereits im Kampf gegen die unbezwingbare Natur ihr Leben gelassen haben. Eine weitaus weniger spektakuläre Erklärung sind die großen Kupfervorkommen hier, welche im Tagebau gewonnen werden können und die bei der richtigen Sonnenbestrahlung dem Gebirge einen rötlichen Schimmer verleihen. Gerade diese Kupfervorkommen sind es, welche die Blutberge für viele interessant macht. Seit Jahrhunderten sind immer wieder Smills und Menschen in dieses wilde Gebiet gezogen, um den wertvollen Rohstoff abzubauen. Viele fanden dabei den Tod, doch andere hatten auch Erfolg. So lassen sich heute vereinzelte Siedlungen mitten in den Blutbergen finden, deren Bewohner Minen betreiben.

Außer diesen wenigen gastlichen Orten sind die Blutberge kein Gebiet für Wanderer. Bis zur Schneegrenze sind sie von undurchdringlichen Wäldern bedeckt, in denen höchstens Orks und Affenmenschen ihr zuhause gefunden haben. Je höher man kommt, desto karger ist die Vegetation, bis man schließlich zu den schneebedeckten Gipfeln des Gebirges kommt. Diese namenlosen Hünen blicken für alle Ewigkeit auf das Land, welches ihnen zu Füßen liegt.

Es existiert nur eine erwähnenswerte Straße über die Blutberge, der sogenannte Blutpaß. Über ihn verläuft die wichtigste Ost-West-Handelsroute des gesamten Reiches und verbindet Cantaria mit den inneren Provinzen. Dieser Paß stellt einen strategisch wichtigen Punkt dar, da er den Weg von Cantaria in den Westen um hunderte von Meilen verkürzt und war deshalb auch schon immer ein Zankapfel zwischen Cantaria und den anderen Mächten.

Zur Zeit, da der kalte Krieg der Vergangenheit angehört, spielt die Verteidigung dieses Passes keine so große Rolle mehr wie in den alten Zeiten, doch trotzdem achtet die Regierung sorgsam darauf, daß die alten Wehranlagen nicht verfallen. Eine dieser Anlagen befindet sich in der Nähe des kleinen Dorfes Agornia.

Landkarte
Landkarte

Beschützt wird Agornia durch die Befestigungsanlage, welche den schmalen Gebirgspaß sichert. Die Wehranlage ist massiv gebaut und bei Bedarf kann ein Fallgitter heruntergelassen werden, welches den Durchweg komplett abriegelt. Für Notfälle wurden auf den Hängen riesige Felsbrocken plaziert, welche bei Bedarf in einer Lawine in den Paß heruntergestürzt werden können und den Weg somit sichern. Etliche Meilen weiter östlich befinden sich noch zwei andere solcher Anlagen, im Westen gabelt sich der Weg. Folgt man der Hauptstraße, kommt man auf ihr nach Cantaria (Konia ist etwa zweihundert Meilen entfernt). Der andere Weg führt zu den nahegelegenen Kupferminen.

Das erste, was der Reisende von der Ortschaft Agornia sieht, ist das Gasthaus „Zur Paßstraße“. Es verfügt über 50 Betten und eine immer gut besuchte Taverne, da dies die einzige feste Unterkunft für etliche Tagesreisen ist. Der Wirt, ein Smill namens Pagol Goldschürfer führt diese Einrichtung nun schon seit über einhundert Jahren und hat sich dabei eine goldene Nase verdient. Demnächst will er das Gasthaus an seine älteste Tochter Pangrella übergeben, welche eine Ausbildung in den Inneren Landen genossen hat. Pagol hat zum Schutz seiner Herberge ständig mindestens fünf Söldner im Lohn, die auch die ständig auftretenden Streitereien in der Taverne schlichten.

Auffällig ist auch die Stelle, an der ein namenloser Bach einen beeindruckenden Wasserfall von fast 40 Schritt Falltiefe bildet. Das Rauschen ist noch in einiger Entfernung zu hören und man sagt, daß ein Bad in dem See unter dem Wasserfall besonders gut gegen Hautkrankheiten sei.

In Agornia leben etwa 100 Personen, fast zur Hälfte Smills. Die meisten von ihnen verdienen sich ihren Lebensunterhalt als Hirten oder in den nahegelegenen Minen. Die Landwirtschaft stellt für viele nur einen kleinen Nebenerwerb dar, da der karge Boden und das kalte Klima in dieser Höhe keine großen Ernten erlauben.

Ein gewohntes Bild in Agornias sind die Soldaten, welche den Paß bewachen. In früheren Zeiten waren an dieser Stelle fast zweihundert Mann stationiert, zur Zeit sind aber nur deren dreißig, weshalb die meisten Gebäude leer stehen. Befehlshaber ist Arn Teskeliel, ein Mann von etwa vierzig Jahren, der zuvor der Garde in Frost angehörte. Er gilt gleichzeitig auch als Bürgervorsteher von Agornia und treibt die Steuern ein.

Der einzige Tempel des Ortes ist dem Rag’nag geweiht, dem Gott des Bergbaus. Geleitet wird der Tempel von einem Smill namens Umbosch Olo, welcher immer ein offenes Ohr für die Probleme der Bewohner Agornias hat. Zur Zeit befinden sich außer ihm noch vier Novizen im Tempel, die ihm zur Hand gehen.

Der Dalfalas

Dieser Gebirgszug stellt die südwestliche Grenze des Reiches dar. Es ist weitaus weniger urtümlich als etwa das Ered Argonidia, ist aber trotzdem ein von Menschen fast unbewohntes Gebiet. Der Dalfalas ist nicht sehr hoch, seine höchsten Gipfel erheben sich gerade einmal dreitausend Schritt über dem Meeresspiegel. Durch seine zerklüftete Natur mit vielen schroffen Tälern und plötzlich auftauchenden Schluchten ist eine Reise durch den Dalfalas sehr zeitaufwendig, weshalb die wichtigen Handelswege einen großen Bogen um dieses Gebiet machen. Nur wenige Wege führen durch das Gebirge, an denen sich auch die einzigen menschlichen Siedlungen befinden, die allesamt schwer befestigt sind. Die wahren Herrscher über den Dalfalas sind aber die Affenmenschen, die hier noch in größerer Zahl leben. Einige Stämme am Rande des Gebirges haben sich sogar mit den Menschen arrangiert und treiben Handel mit ihnen, andere Stämme im Herzen der Berge dagegen meiden jeden Kontakt zu anderen Rassen und verfolgen Eindringlinge in ihr Gebiet ohne Gnade.

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