Blaue Mappe:Die Stadt Kronenburg

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Einleitung - Geschichte - Die Stadt - Leben in Kronenburg - Persönlichkeiten


Karte Kronenburgs. Verzeichnet sind nur die
Hauptstraßen (weiß). Die Wohnviertel sind rot dargestellt.

Kronenburg befindet sich an der Mündung des Flusses Lamodan in das Innere Meer. Der Lamodan ist hier mehrere Hundert Schritt breit, allerdings nicht besonders tief und fließt meist träge dahin. Nur zu bestimmten Jahreszeiten, wenn in den weiter nördlich gelegenen Regionen das Eis schmilzt, dann schwillt der Fluss an und tritt über die Ufer. Dies ist zugleich Segen und Fluch für die Bewohner des Flusstales, deren Häuser dann meist überschwemmt werden. Nach jeder Flut bleibt allerdings äußerst fruchtbarer Boden zurück, weshalb mehrere Ernten im Jahr eingefahren werden können.

Doch die einst so ertragreiche Landwirtschaft wurde in den letzten Jahrhunderten immer weiter zurück gedrängt. Die wachsende Stadt Kronenburg erstreckt sich heute beiderseits des Flusses über einen mehrere Meilen langen Streifen des Tales und auch auf die angrenzenden Hügel. Diese flankieren den Flusslauf auf beiden Seiten und ragen teilweise so steil in die Höhe, dass das Flusstal wie eine enge Schlucht wirkt. Zum Inneren Meer hin schließlich ragt eine Steilklippe mehrere Hundert Schritt in die Tiefe. Hier brennt seit Menschengedenken ein großes Leuchtfeuer und weist Schiffen auch bei dunkelster Nacht den Weg in die Flussmündung.

Seit einer Naturkatastrophe, die in Kronenburg nur „das Große Beben“ genannt wird, sind die Hügel durch mehrere tiefe Risse und Schluchten durchbrochen. Diese trennen die Stadt in verschiedene klar voneinander abgegrenzte Stadtviertel.

Die Kronenburg vorgelagerte Bucht ist mit zahlreichen Sandbänken und spitzen Felsen durchsetzt. Unerfahrene Kapitäne greifen daher meist auf Lotsen zurück, die auf einer kleinen Felseninsel an Bord genommen werden können. Dieses passenderweise „Lotseninsel“ genanntes Eiland ist mit einem Wohn- und Versorgungsgebäude der äußerste Vorposten der Stadt. Das nächste, was man neben dieser Insel und dem imposanten Leuchtturm auf den höher gelegenen Klippen vom Meer aus erkennen kann, ist die imposante Brücke, deren großer Bogen sich in großer Höhe über den Fluss spannt. Diese ist so hoch, dass selbst die größten Schiffe mit gesetzten Segeln unter ihr hindurch fahren können. Hinter dieser Brücke beginnt der eigentliche Hafen der Stadt. An zahlreichen Kais und Piers liegen fast immer Schiffe, deren Waren und Güter in die großen Lagerhallen gebracht werden. Städtische Gardisten sind nur selten in diesem verwinkelten Areal anzutreffen, allerdings unterhält fast jedes größere Handelshaus hier eine eigene Miliz zum Schutz vor Langfingern und Plünderern. Zahlreiche bunte Hafenkneipen und Kaschemmen runden das Bild eines typischen Hafenviertels ab.

Meisterinformationen: Unentdeckt von den meisten Kronenburgern existiert unter der Wasseroberfläche des Lamodan und der vorgelagerten Bucht eine vollkommen andere Welt. Hier hat sich ein Stamm von friedlichen Fischmenschen niedergelassen und bevölkert einige unterseeische Kavernen. Nur ab und an wagt sich einmal einer der Angehörigen dieses Volkes für kurze Zeit an die Oberfläche. Der Kronenburger Unterwelt, angeführt von Leandra Taski, wird nachgesagt, dass sie regelmäßige Kontakte zu den Fischmenschen pflegt.

Im Tal des Lamodan selbst befinden sich die ärmlicheren Stadtviertel. Die Häuser sind hier meist auf Stelzen gebaut, da der Fluss häufiger über die Ufer tritt. Viele Gebäude sind sogar so hergerichtet, dass sie im Notfall wie große Boote schwimmen können. Der Erfindungsreichtum der Bewohner Kronenburgs hat somit für ein überaus buntes Stadtbild gesorgt mit etlichen sehr ungewöhnlich aussehenden Gebäuden. Gepflasterte Straßen findet man hier nur in Ausnahmefällen; meist verlegen die Bewohner nur hölzerne Planken zwischen ihren Häusern, damit man trockenen Fußes die schlammigen Gassen überwinden kann. Beliebt sind auch leichte Flöße, mit denen man für ein geringes Entgelt fast überall hin gelangen kann. Da gerade die Hafenviertel stark unter der Bombardierung zu Zeiten des großen Krieges gelitten haben, gibt es immer noch einige Straßenzüge, die noch nicht wieder aufgebaut wurden. Etliche dieser Ruinen werden auch gemieden, da in ihnen die Geister der damals gestorbenen Bewohner hausen und jede nach ihr schauriges Geheul eine deutliche Mahnung vor den Schrecken des Krieges ist.

Je weiter man sich vom Fluss entfernt, desto wohlhabender werden die Bewohner. Die Hänge der Hügel sind meist dicht bebaut und aus Platzmangel wurden einige Ebenen sogar übereinander gebaut. Hierfür wurden große Plattformen errichtet, die von Stützen getragen werden und unter denen sich im Halbschatten ganze Häuserblocks erstrecken. Diese verschiedenen Plattformen sind zum Teil mit Brücken verbunden, so dass diese Viertel Kronenburgs einem Labyrinth gleichen, in dem sich nur Einheimische wirklich gut auskennen.

Ganz oben auf den Hügelkuppen befinden sich die prachtvollen Villen der reichsten Bürger der Stadt. Diese Gebäude sind meist mit einer Mauer umgeben oder überhaupt nur über steile Treppen zu erreichen, die dann schwer bewacht sind. Im Gegensatz zu den meisten Gebäuden im Tal verfügen diese Villen über prachtvolle Gärten, in denen man bei schönem Wetter den Tag und vor allem einen grandiosen Ausblick auf die gesamte Stadt genießen kann.

Das prächtigste Gebäude ist der weiße Palast. Hier wohnten früher die Herrscher der Stadt, die mächtige Fürstenfamilie. Seitdem die Republik ausgerufen und die Fürsten ins Exil gedrängt wurden, ist der größte Teil des Palastes unbewohnt. Das Parlament der Stadt hält seine Sitzungen bescheiden in einem ehemaligen Seitentrakt des Gebäudes ab.

Verläßt man Kronenburg in nördlicher Richtung, so stößt man kurz hinter den Ausläufern der eigentlichen Stadt auf eine große Hochebene. Hier befindet sich ein großes Flugfeld mit mehreren riesigen Gebäuden – der größte Luftschiffhafen des Reiches der Tausend Nationen. Zum Gebiet der Provinz Kronenburg gehören auch noch einige eher ländlich geprägte Dörfer entlang des Lamodan. Die hiesige Landwirtschaft diente einst der Versorgung der wachsenden Stadt, reicht aber schon lange nicht mehr aus, um sämtliche hungrigen Mäuler zu stopfen. Aus diesem Grund ist es absehbar, dass auch diese letzten idyllischen Flecken in einigen Jahren mit Häusern bebaut werden, um den nach Kronenburg strömenden Menschen, Alben und Smills eine neue Heimat zu bieten.

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