Blaue Mappe:Die Nordlande
Aus RSCT94
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Golothwaithia - Die Nordlande - Die Goldene Au - Hylonien - Harodien - Hajimon - Albenlande - Hanburien - Marken |
Hunderte von Meilen vom Zentrum des Reiches entfernt, härtere natürliche Gegebenheiten und ein vollkommen anderer Menschenschlag - kaum etwas verbindet den Norden des Reiches mit dem übrigen Cantaria. Doch nie in den Jahrhunderten sind echte Zweifel darüber aufgekommen, dass dieses Land kein Teil des Reiches sein könnte. Lassen wir unseren Blick durch die Zeit zurückschweifen. Vor Urzeiten waren die Nordlande von dichten Laub- und Tannenwäldern bedeckt. Kaum ein Mensch lebte in dieser rauhen Gegend. Mit der Zeit aber entwickelten sich am Spiegelsee die ersten Siedlungen und mit dem Bau der ersten Straße in den Süden begann der Aufschwung der Nordlande. Die Bevölkerung wuchs ständig an und große Teile der Wälder wurden gerodet, um Platz für Felder und Äckerzu schaffen. Da der Boden nicht besonders fruchtbar ist und das rauhe Klima auch keine guten Ernten zuläßt, leben die Bauern hier meist von der Rinder- und Schafzucht. Heute ist das Land geprägt vom krassen Gegensatz zwischen den drei großen Städten Edoriath, Argon Etnui und Celebel auf der einen sowie dem wenig bevölkerten Umland auf der anderen Seite. Wie Inseln erheben sich diese drei Orte aus dem zerklüfteten Gebiet. Das Reisen ist zwar auf der großen Straße, die von Edoriath über Celebel nach Golothwaithia führt, kein Problem, um so komplizierter wird es aber, sobald man einen der kleinen Orte abseits dieser Strecke erreichen möchte. Die Straßen sind oftmals in einem bemitleidenswerten Zustand und verwandeln sich nach starken Regenfällen meist in Schlammpisten.
Celebel
In Kurzform Einwohner: um 8.000 Größte Bevölkerungsgruppen: Menschen, Argonoiden, Kener Stimmung in der Stadt: Rau, Geschäftstüchtig
Wer von Süden auf der großen Handelsstraße gen Norden reist, der kommt an Celebel nicht vorbei. Die Stadt ist eine der ältesten Siedlungen der gesamten Region und bildet das Tor zu den Nordlanden. Bereits aus einiger Entfernung kann man den hohen Palisadenwall erkennen, der den Ort vor möglichen Eindringlingen aus dem rauhen Umland beschützt. In klaren Nächten soll man die Leuchtfeuer, die hier entzündet werden, sogar bis Hanbur sehen können und genau so ist auch die Grundeinstellung der Bürger Celebels: An uns kommst du nicht vorbei, egal wohin du auch schaust.
Reisende aus Golothwaithia und der Goldenen Au mögen Celebel als nicht besonders attraktive Stadt empfinden. Der größte Teil der Gebäude ist aus Holz gebaut, nur die eigenartigen Behausungen der zahlreichen Kener in der Stadt und die Glas- und Stahlbauten der Argonoiden ragen wie Fremdkörper heraus. Aber hat man Celebel erst einmal näher kennen gelernt, so weiß man, dass es sich hier durchaus gut leben läßt. Der Celebeler hat aus den kargen Äckern und der tristen Landschaft um ihn herum das beste gemacht und sich seine eigene kleine Oase der Zivilisation geschaffen. Reise und Händler sind hier kein ungewohntes Bild, werden aber immer sehr freundlich empfangen, da sie neben Gütern auch immer wieder Geschichten aus den zentralen Teilen des Reiches mit sich bringen.
In der Stadtmitte befindet sich der große Bürgerpalast, der vor gut einem Dutzend Jahren neu errichtet wurde. Unter der Leitung verschiedener Baumeister reift hier der Plan, eines Tages die größte Versammlungshalle der gesamten Reiches zu errichten – und das komplett aus Holz. Probleme mit der Statik, faulendem Baumaterial und streikenden Arbeitern haben den ehrgeizigen Konstrukteuren aber immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass sich mitten in der Stadt wohl auch noch in den nächsten Jahre eine gewaltige Baustelle erheben wird.
Argon Etnui
In Kurzform Einwohner: um 15.000 Größte Bevölkerungsgruppen: Argonoiden Stimmung in der Stadt: Zivilisiert, teilweise etwas abgehoben.
Folgt man der Straße von Celebel weiter nach Nordosten, so kommt man nach Argon Etnui. Obwohl sie nur einige Tagesreisen von Celebel entfernt ist, fühlt man sich hier wie in eine andere Welt versetzt. Seit die Stadt vor einigen Jahrhunderten von einer Gruppe wagemutiger Argonoiden gegründet wurde, stellen diese die mit Abstand größte Bevölkerungsgruppe. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der klassische argonoidische Baustil hier vorherrscht und menschliche Behausungen dagegen fast kümmerlich wirken.
Argon Etnui ist eine vergleichsweise reiche Stadt. Zwar kommt man an das Lebensgefühl in den zentralen Teilen des Reiches nicht heran, aber mit viel Geschäftsinn und den Stahlgießereien in der Umgebung hat man es geschafft, sich eine gesicherte Existenz aufzubauen. Obwohl der Ort nur von einer niedrigen Mauer umgeben ist, fürchtet man sich hier nicht vor möglichen Eindringlingen, da mit den meisten Stämmen wilder Orks und Kener in der Region Geschäftsbeziehungen zum gegenseitigen Vorteil bestehen. Sollte dann doch einmal jemand die Stadt bedrohen, so ist das Stadtsäckel prall gefüllt, um eine ausreichende Zahl an Söldnern anzuheuern.
Auffälligstes Merkmal der Stadt ist wohl der erst kürzlich deutlich vergrößerte Luftschiffhafen. In zwei riesigen Hallen wird hier ein großer Teil des Warentransports in und aus den Nordlanden erledigt und dann nach Celebel und Edoriath weiter geleitet.
Edoriath
In Kurzform Einwohner: um 33.000 Größte Bevölkerungsgruppen: Menschen, Alben Stimmung in der Stadt: Kriegerisch, wachsam
Den Endpunkt der großen Handelsstraße bildet Edoriath. Die Stadt liegt einige Meilen südlich des Spiegelsees am Fluß Silpen, die Grenze nach Bordiapur befindet sich etliche Meilen weiter östlich. Edoriath ist die Hauptstadt der Provinz Nordlande und bildet somit ein regionales Machtzentrum, von wo aus der gesamte Norden des Reiches entscheidend mit beeinflußt wird.
Vor Urzeiten gab es einmal eine Brücke über den Silpen und die Stadt erstreckte sich zu beiden Seiten des Flußes. Nachdem allerdings immer wieder Überschwemmungen das Ostufer heimsuchten und das Gebiet zunehmend versumpfte, zogen viele Bürger in den westlichen Teil der Stadt und das östliche Viertel wie auch die Brücke verfielen zunehmend, Heute sind es fast nur noch einige Händler, die in ihren kleinen Buden mitten auf der Brücke diese mit Leben erfüllen, der gemeine Bürger benutzt, wenn er schon einmal in den „fremden“ Teil der Stadt möchte, lieber eine der günstigen Fähren.
Edoriath ist aufgrund des kargen Umfeldes keine reiche Stadt, lebt aber ganz passabel von den hier stationierten Garnisionen der cantarischen Armee, die von hier aus die östliche Grenze absichern. Im Zuge der Reichsgründung wird die Armee Schritt für Schritt verkleinert, so dass etliche der ehemals gewaltigen Kasernenanlagen mittlerweile verweist sind. Nicht selten werden diese Gebäude aber von den nicht ganz so wohlhabenden Bürgern der Stadt bezogen, da sie allemal besser sind als eine Notunterkunft in anderen Orten. Neben der trutzigen Garnisionsfestung befindet sich in Edoriath der Sitz des Privinzherren der Nordlande. Hierbei handelt es sich um einen mächtigen grauen Steinbau, der auf einem kleinen Hügel im Ortszentrum trohnt und alle anderen Gebäude überragt.
Einige Meilen nördlich Edoriaths liegt der kleine Ort Canthafen. Hier befindet sich, geschützt an einer kleinen Bucht gelegen, die Sommerresidenz des Herrschers über Cantaria, ständig bewacht von einer Elitegarde.




