Blaue Mappe:Die Goldene Au
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Der Teil Cantarias, der den Namen Goldene Au trägt, ist sicherlich eines der lieblichsten Gebiete des gesamten Reiches. Das günstige Klima und die intensive Bewässerung lassen in dem dicht besiedelten Land um die beiden großen Städte Konia und Jeloth mehrere Ernten im Jahr zu. Früher wurde dieses Gebiet immer wieder von Überflutung heimgesucht, doch durch den Deichbau zahlreiche Entwässerungskanäle hat man dieses Problem in letzter Zeit in den Griff bekommen. Der Reichtum der Bewohner der Goldenen Au hat dazu geführt, dass die Straße und Orte dieser Region in einem sehr guten Zustand sind auch Kunst und Kultur hoch geachtet werden. Als Reisender kann man damit rechnen, jede Nacht entweder in einem größeren Ort oder zumindest in einer gastlichen Herberge zu übernachten. Wenn einem auf den Straßen eine Gefahr droht, dann ist es nicht durch düstere Räuberbanden oder ähnliches, sondern durch eine zu schnell fahrende Kutsche.
Begrenzt wird die Goldene Au im Westen durch die undurchdringlichen Weiten des Forochels, im Norden durch den lieblichen Goron-Forst und das 'abtrünnige Drecksloch' Coelestinia, im Osten durch die sich auftürmenden Gebirgszüge der westlichen Blutberge. Im Süden geht das Land nahtlos in die Kernprovinz Golothwaithia über.
Konia
In Kurzform Einwohner: um 20.000 Größte Bevölkerungsgruppen: Menschen Stimmung in der Stadt: Bunt, verspielt, friedliebend
Konia ist die südliche der beiden großen Städte der Goldenen Au und auch gleichzeitig deren Hauptstadt. Die Stadt liegt verkehrsgünstig am Zusammenfluß von Ada und Arsen und bildet seit Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden einen wichtigen Marktflecken für die gesamte Region. Schon immer kamen zahlreiche Händler von überall her nach Konia und brachten neben ihren Waren auch ihren Reichtum und viele fremde Sitten in die Stadt. Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, dass man in Konia eigentlich alle Kulturen und Baustile finden kann. Kaum ein Stadtviertel gleicht dem anderen und oftmals scheinen sich die wohlhabenden Bewohner gegenseitig überbieten zu wollen, wer das prächtigste Haus oder die außergewöhnlichsten Verzierungen sein Eigen nennt. Zahlreiche kleine Läden, Tavernen und Park laden zum Verweilen ein und von überall her hört man Stimmengewirr, Musik oder das Lachen von Kindern.
Vor geraumer Zeit bereits hat man sich entschlossen, Konias Hafen zu einem der größten Umschlagplätze für Waren und Güter auf dem Golothwaith auszubauen. Riesige Lagerhallen und allerlei verarbeitende Betriebe haben sich hier angesiedelt und bilden einen willkommenen Gegensatz zu den verspielten Vierteln der Dichter und Künstler. Hauptattraktion der Stadt ist aber sicherlich die überregional bekannte ‚Akademie der schönen Künste’, einer von den reichen Bürgern der Stadt unterhaltenen Schule. Hier werden talentierte Jugendliche aus den teilweise ärmsten Schichten der Bevölkerung Cantarias ausgebildet. Als Gegenleistung verpflichten sie sich, ihr erstes großes Werk, sei es nun ein Denkmal, ein Lied oder auch nur eine Schnitzerei, der Stadt zu vermachen. So muß man sich nicht wundern, dass die zahlreichen Parks und Gärten der Stadt mit Denkmälern nur so protzen können.
Das eigentliche Zentrum Konias ist aber der sogenannte „bunte Palast“ der Fürstenfamilie der Goldenen Au. Fürst Varanion, der derzeitige Herrscher über Konia, ist dafür bekannt, dass er hier gerne rauschende Feste feiert, zu denen dann die einflussreichen Bürger der Stadt eingeladen werden. In den meisten Kreises gilt es als die größte Auszeichnung, zu einem solchen Fest eingeladen zu werden und wer nicht auf der Gästeliste steht, der ist offenbar auch nicht bedeutend genug. Nichts desto trotz macht der Fürst sich immer wieder einen Spaß daraus, zu jedem Fest ein gutes Dutzend zufällig ausgeloste einfache Männer und Frauen einzuladen. Es verwundert nicht, dass schon so manche Eheschließung auf einem dieser Feste ihren Ursprung hat und damit auch Leuten aus dem einfachen Volk ein großer sozialer Aufstieg zuteil wurde.
Jeloth
In Kurzform Einwohner: um 10.000 Größte Bevölkerungsgruppen: Menschen, Argonoiden Stimmung in der Stadt: Streitlustig, freiheitsbewußt
Jeloth bildet den nördlichen Kernpunkt des reichen Landes, welches als Goldene Au bekannt ist. Auch diese Stadt ist vom natürlichen Reichtum gesegnet, aber während das verspielte Konia seit jeher ein Anziehungspunkt für Künstler und andere friedliebende Leute ist, hat sich Jeloth stets eine gewisse Dickköpfigkeit bewahrt. Nicht erst seit dem Krieg von 54/53 vGdR ist man nicht besonders gut auf das noch weiter nördlich gelegene unabhängige Coelestinia zu sprechen. Umso stolzer hissen die Jelother jeden Tag ihren cantarischen Flaggen, um jedem zu zeigen: Wir stehen zu Cantaria. Zwar kommt es nur äußerst selten zu Übergriffen auf durchreisende Bürger Coelestinias, aber so manch einen kecken Spruch müssen diese sich schon anhören, sobald sie die wehrhaften Stadtmauern erreicht haben.
Diese gab es noch nicht, als Jeloth im 54 vGdR von Coelestinia überrant und für einige Zeit besetzt wurde. Zwar verzichteten die Besatzer auf größere Plünderungen, doch nagte die Fremdherrschaft sehr am Gemüt der Jelother Bürger. Damals formten sich im Untergrund erste Widerstandbewegungen, die nicht unerheblich dazu beitrugen, dass die Stadt wieder befreit werden konnte. Gerüchteweise sollen viele dieser Gruppen noch immer existieren und nur darauf warten, wieder tätig werden zu können. Von den „Jelother Möchtegernkämpfern“ ist dann die Rede, wenn alternde Bürger der Stadt ihre längst verrosteten Waffen wieder hervorkramen und während geheimer Saufgelage davon träumen, wieder einmal ihre Stadt retten zu können.
Seit die Stadt vor einigen Jahrzehnten von etlichen Hochwassern bedroht wurde, haben sich die Jelother auf den Deichbau spezialisiert. Heute erinnert nichts mehr daran, dass man sich zu früheren Zeiten oftmals nur mit dem Boot in der Stadt bewegen konnte. Zwar gibt es immer noch einige Straßenzüge, die verlassen vor sich dahin rotten und damit so manch zwilichtigem Gesindel Unterschlupf bieten, aber der größte Teil der Stadt präsentiert sich doch genau so, wie ein Jelother ihn haben will: Adrett, sauber und vor allem „viel schöner als dieses Drecksloch Coelestinia“ – typisch Jeloth eben.



