Blaue Mappe:Der Orden der üppigen Verschwendung und des Schalkes
Aus RSCT94
Im größten, prächtigsten und bei der Bevölkerung beliebtesten Gebäudes Aikens, der "Hütte des Vergnügens und der Pracht", befindet sich der einzige Sitz des "Ordens der üppigen Verschwendung und des Schalkes", einer Gruppe die der Göttin Lafeum zu Ehren entstanden ist. Der Orden besteht aus derzeit dreißig Priestern, dreißig "Gemeinen" und etwa hundert "Wandernden" und wurde im Jahre 1 nach Erk gegründet.
Die "Hütte" ist ein dreistöckiger Prachtbau mit vermutlich etwa dreihundertfünfzig Zimmern, Sälen und Hallen, in dem es jeden Tag zugeht wie in einer Mischung aus Taverne, Freudenhaus, Markt und Zirkus. Grund hierfür ist das anfangs etwas befremdliche Motto des Ordens: "Deines Reichtums wird sich lediglich ein Erbe bemächtigen." Diesen Grundsatz beherzigen fast alle reichen Kaufleute Vallands in der Art, daß sie, sobald sie meinen sie hätten genug Geld verdient, ihr Geschäft an einen Nachfolger übergeben und mit ihrem gesamten Vermögen als Mitbringsel in den Orden eintreten. Vom Eintritt an geben diese "Gemeinen" ihr Geld so lange für den "Bedarf" des Ordens - Finanzierung der täglichen Festivitäten, Erweiterung der "Hütte", Ausstattung der "Wandernden" - aus, bis sie völlig pleite sind und widmen sich nur noch den Freuden des Lebens. Danach werden sie von einem neuen "Gemeinen" mit etwas Barschaft ausgestattet und gehen mit einem zweiten bis zu ihrem Lebensende auf Wanderschaft. Im ganzen Reich bekannt sind diese Wandernden als die "Zwillingspriester" der Lafeum.
Im Ordenshaus kann jeder der will täglich für ein Bronzestück mit allen die da sind, feiern, singen, tanzen, lachen, gaukeln oder auf sonstwelche andere Arten Lafeum huldigen. Den Obulus von einem Bronzestück müssen allerdings nur diejenigen entrichten, die denken es sich leisten zu können, alle anderen erhalten auch umsonst Einlaß. Genauso verhält es sich mit allen Reisenden, die eine Unterkunft für die Nacht suchen. In Aiken gibt es keine einzige andere Möglichkeit zu übernachten außer dem Ordenshaus, sodaß jeder vom Händler bis zum Abenteurer hier anzutreffen ist, was auch zur Folge hat, daß man hier alles - und zwar wirklich alles! - bekommen kann, wonach einen das Herz begehrt, man muß nur hartnäckig genug nachfragen.
Im untersten Stock des Hauses befinden sich im vorderen Teil einige Fest- und Tanzhallen sowie ein Badehaus mit allen (!) Annehmlichkeiten, die man sich wünschen kann, im hinteren Teil sind ein schöner Garten und die Stallungen gelegen. Das erste Stockwerk nennt unzählige Schlafräume sowie Speisezimmer und Fechtsäle sein eigen. Das zweite Stockwerk bleibt den Angehörigen des Ordens vorbehalten. Im Keller findet man außer der Küche und den Lagerräumen den Teil des Hauses, der neben jedem Freudenhaus des Reiches der Tausend Nationen bestehen könnte.
Der Orden finanziert sich selbstverständlich nicht nur allein über das Vermögen der eintretenden "Gemeinen" und die Einnahmen für die Teilnahme an den Festivitäten, er gilt auch als Auftraggeber für diverse Expeditionen in abgelegene Gebiete Vallands zur Entdeckung neuer Gold- und Edelsteinminen, an denen er dann natürlich entsprechenden Profit macht.
