Blaue Mappe:Crusis – Das Ende einer Stadt

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Länger als tausend Jahre war Crusis zwar nur die zweitgrößte Stadt Vallands, dafür aber sehr wahrscheinlich die Reichste. Gegründet von Siedlern aus Aiken zu Füßen des Obrisk wurde aus dem kleinen Dorf sehr schnell eine - für Valländer Verhältnisse - große Stadt. Hauptgrund hierfür war, daß Crusis von Anfang an zum Hauptumschlagplatz für Waren aus Vallands größtem und wichtigsten Wirtschaftszweig, dem Abbauen von Gold und Edelsteinen im Val und den angrenzenden Gebirgszügen, wurde. Ziemlich früh siedelte sich dort eine große Menge an Händlern, Goldschmieden und Gesteinskundigen an, die der Stadt zu ihrem enormen Reichtum und ihrer überregionalen Bekanntheit verhalfen. Vor allem der "Edelsteinbasar", das Haupthandelsgebäude für Steine, Geschmeide und Schmuck aller Art, brachte es ob seiner prachtvollen Ausstattung und seinen aufwendig gesicherten und gutbewachten Lagerräumen schnell zu nationaler Bekanntheit und Anerkennung.

Im Jahre 645 nach Erk dann bricht für die Bevölkerung von Crusis völlig überraschend der vorher inaktive Vulkan Obrisk aus und begräbt die 4.000 Einwohner umfassende Stadt beinah völlig unter sich. Lediglich der etwas abseits gelegene Ho'O'ck-Tempel, in dem 213 Bewohner um ihre Rettung beten, wird von dem Lavastrom, der unmittelbar vor dem Tempel zum Stehen kommt, verschont. Dieser Tag geht als schwärzester Tag in der Geschichte Vallands ein, allerdings wird auch "Ho'O'cks gnädige Rettung" seitdem jedes Jahr als Gottesfest begangen.

In den letzten zehn Jahren hat sich rund um die Lavaberge über Crusis ein reges Treiben entwickelt. Es hat sich ein regelrechte kleine Zeltstadt dort gebildet, aber auch einige Hütten sind inzwischen zu sehen. In diesem Dorf leben hauptsächlich Smills und Deformen, die unzählige Tunnel, Röhren und Schächte in die Hügel gegraben haben, um an die nun unterirdischen Reichtümer von Crusis heranzukommen. Da sich bei dem Vulkanausbruch innerhalb der Lavaberge auch noch eine große Menge natürlich Hohlräume und Tunnel gebildet haben, ist inzwischen ein völlig unübersichtliches Gewirr aus Gängen und Höhlen entstanden, daß kaum jemand zu durchschauen vermag. Allerdings kann auch niemand mit Gewißheit sagen, daß alle diese Gänge schon erforscht worden sind, daher zieht es immer wieder Abenteurer, Schatzsucher aber auch Familienangehörige der Opfer in dieses Labyrinth hinein. Angeblich soll es bis jetzt noch niemandem gelungen sein den "Edelsteinbasar" zu finden geschweige denn hineinzukommen. Nichtsdestotrotz ist schon so mancher durch das Plündern einer der dutzenden Goldschmieden oder eines Handelskontors zu einem reichen Mann geworden.

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