Blaue Mappe:1. Zeitalter

Aus RSCT94

Wechseln zu: Navigation, Suche

Übersicht - Geschichte - Geographie - Gesellschaft - Politik - Provinzen - Landkarten

1. Zeitalter - 2. Zeitalter - 3. Zeitalter - 4. Zeitalter - 5. Zeitalter - 6. Zeitalter

Inhaltsverzeichnis

Das erste Zeitalter - Der Götterbote betritt den Kreis der Welt

Lange bevor der Mensch die diesseitige Sphäre betrat und auf unserer Welt noch das Chaos herrschte, zu einer Zeit, da die alten Völker noch groß und mächtig waren, da existierte in den Auen des Golothwaith eine Rasse von unbekannter Herkunft. Sie gründeten eine der ersten großen Zivilisationen, deren Ära heute in den Ländern westlich der Blutberge allgemein als das erste Zeitalter bekannt ist. Nur wenige Quellen berichten noch von diesen längst vergangenen Tagen und oftmals sind es nur Märchen und Legenden, die uns ein Bild von diesen Zeiten vermitteln.

Das goldene Volk

Aus den "Annalen des Weltenkreises" (Verfasser unbekannt, etwa 2.000 vor Gründung des Reiches): "Und die Götter sandten ihr eigenes Volk, um die Welt zu ordnen und sie auf die Ankunft ihrer Kinder vorzubereiten. Diese bauten Gondoria, die goldene Stadt, welche so glanzvoll war, dass sie alle anderen Städte um ein vielfaches überstrahlte. So kam es dann, dass alles dunkle Volk die Nähe der Stadt mied und lediglich die Alben sie unbeschadet betreten konnten. Das gesegnete Volk der Götter wuchs und machte sich das Lande untertan und lebte fortan in immerwährender Glückseligkeit. Diese Epoche ist bekannt als das goldene Zeitalter."

Der Frevel

Die alten Chroniken der Alben berichten von einer Zeit des Umbruchs:

"Das goldene Volk lebte in vollkommener Eintracht mit den ewigen Gesetzen und täte es vermutlich immer noch, wenn da nicht die Saat der Zwietracht aufgegangen wäre. Im Zentrum der Stadt Gondoria stand nämlich ein immergrüner Baum, der von den Weisen des Volkes Cor Jaheriel genannt wurde - Baum des Lebens. Dieser Baum trug gar wundersame Früchte, die golden in der aufgehenden Sonne leuchteten, doch niemand wagte es, auch nur eine einzelne dieser Früchte zu pflücken, da sie unter dem Schutz der Götter standen. Während dieser Zeit versuchten die dunklen gottlosen Völker vergeblich, in das Licht zu treten und es mit ihrem lästerlichen Treiben zu trüben. Alle ihre Versuche blieben vergeblich, bis ein einzelner der ihren wagemutig genug war, um unter das goldene Volk zu treten. Des Nachts, als alles gute Volk schlief, schlich er sich heimlich in die Stadt. Sein Ziel war der Cor Jaheriel, dessen Ruf selbst unter den seinen legendär war. Unbemerkt schlich er sich auf den zentralen Platz der Stadt, auf dem der Baum wuchs und griff ohne zu zögern nach einer der Früchte. Zwar kamen ihn in diesem Moment Zweifel an seinem Tun, doch die Finsternis in seinen Gedanken war letztendlich so stark, dass er die Frucht pflückte.

Kaum hatte er dieses getan, da veränderte sich der Nachthimmel. Binnen kürzester Zeit zogen dunkle Wolken auf und ein Gewitter begann, wie es seit den Tagen der Erschaffung der Welt nicht mehr gegeben hatte. Die friedlichen Bewohner von Gondoria erwachten aus ihrem Schlaf und fragten sich, was da wohl geschehe. Bald stürmten die ersten von ihnen zum Cor Jaheriel, der das Zentrum dieses übernatürlichen Gewitters zu sein schien. Und siehe da - der Baum brannte in einem höllischen Feuer, welches nicht rot, sondern von einem kalten blau war. Alle Versuche, dieses Feuer zu löschen, blieben vergeblich und als es auf die umliegenden Häuser übergriff, verbrannten auch diese. Trotz des Tumults, der in dieser Nacht herrschte, muß es den Bewohnern der Stadt gelungen sein, den Dieb der Frucht zu entdecken. Zitternd hatte er sich unter einer Brücke versteckt und betete zu seinen Götzen, als er aufgegriffen wurde.

Als das Feuer endlich erlöschte und die Bewohner von Gondoria am nächsten Morgen in den rauchenden Trümmern ihrer einst blühenden Heimat standen, entbrannte in ihnen ein Zorn, wie es ihn nie zuvor unter ihresgleichen gegeben hatte. Ohne Skrupel nahmen sie den armen Dieb und banden ihn an die Hinterachse eines Streitwagens. Der Beherrscher von Gondoria selbst bestieg diesen Wagen und jagte ihn durch die Ruinen seiner Heimat, so dass der Leib des Frevlers auf grausame Weise zerschmettert wurde. Aber ihr Zorn war noch nicht versiegt und als sie sahen, dass noch ein Funken Leben in ihm war, banden sie ihn an ein hölzernes Kreuz, welches sie an dem Platz aufstellen ließen, auf dem einst der Cor Jaheriel gestanden hatte. Von der Magie des goldenen Volkes noch tagelang am Leben gehalten, kam der arme Dieb erst nach unzähligen Tagen des Martyriums zu einem qualvollen Ende, welches eine echte Erlösung für seinen geschundenen Leib war. Seine Seele soll noch heute durch die Lande Cantarias geistern.

Die Götter aber beobachteten diese dunkle Zeit, in der zum ersten Male ein Lebewesen durch die Hand des goldenen Volkes ermordet worden war, und sie waren tieftraurig darüber."

Das Urteil der Götter

Aus dem Buch "Von den Anfängen der Welten" (Vermutlich albischen Ursprungs, etwa 1.200 vor Gründung des Reiches):

"Die Götter beratschlagten, was sie angesichts des allerersten Mordes unternehmen sollten. Bald zeigten sich zwei Lager, die unterschiedliche Meinungen vertraten, wie man mit dem goldenen Volk umgehen solle. Wäre es nach Gerandis, dem Gott des Krieges gegangen, so wäre unsere Welt wohl an diesem schwarzen Tage vernichtet worden, zugunsten einer neuen, vermutlich besseren. Doch am Ende siegten die milden Götter und man faßte einen anderen Beschluß. Also nahm jeder der 20 (?!) Götter einen Tropfen seines Blutes und man formte aus ihm ein Lebewesen, welches als Mittler zwischen ihnen und den niederen Völkern auf der Welt dienen sollte. Landa hauchte ihm Leben ein und Mogo verlieh ihm seinen Namen - Cant, der Götterbote. So schickte man ihn auf die Welt herunter."

Der Götterbote

"Das Erscheinen des Götterboten" (Nurwen Jah Galandris, etwa 1.600 vor Gründung des Reiches):

"Nackt und ohne Schutz betrat Cant den Kreis der Welt. Als das goldene Volk ihn erblickte, war es zuerst voller Furcht, denn er ähnelte keinem Wesen, welches es zuvor je gesehen hatte. Zwar war er von einer Gestalt, die derer der Alben und der noch jungen Rasse der Menschen ähnelte, doch war seine Haut von einer silbernen Schicht überzogen, die seinen ganzen Körper bedeckte. Nur seine großen schwarzen Augen, in denen sich jeder spiegelte, der ihm gegenübertrat, vermittelten dem Betrachter den Eindruck, dass es sich bei dieser Gestalt überhaupt um ein lebendes Wesen handelte. Schnell hatte sich eine große Menge um Cant versammelt, der mit einer seltsam klingenden Stimme zu sprechen ansetzte. Er offenbarte den Anwesenden seine göttliche Herkunft und gab das Urteil der Götter bekannt: Das goldene Volk stehe fortan nicht mehr unter dem Schutz der Götter und müsse sich nun in einer Welt bewähren, die ihm feindlich gesinnt gegenüber stehe. Erst wenn die Schuld gesühnt sei, wäre diese Welt bereit für einen erneuten Anfang, der zugleich das Ende aller Zeiten bedeute. Der genaue Wortlaut der Rede Cants ist nicht bekannt, doch sprach er wohl insgesamt mehrere Stunden und die, die ihm zugehört hatten, waren zutiefst bewegt.

Diese war nicht die letzte Ansprache Cants, da er die Trümmer Gondorias später verließ und durch die Lande zog. Insgesamt mögen es wohl zwanzig Jahre gewesen sein, die er die Städte und Dörfer der Welt durchwanderte und seine Lehren verbreitete. Doch dies ist eine andere Geschichte und soll ein anderes mal erzählt werden..."

Das Ende des goldenen Zeitalters

"Die Zeit des goldenen Volkes" (Aus der Bibliothek in Frost, etwa 800 vor Gründung des Reiches:

"So endete also die Epoche des goldenen Volkes, nachdem es fast eintausend Jahre lang als göttliches Volk auf unserer unbedeutenden Welt verbracht hatte. Dies bedeutete das Ende einer Ära, wie sie später nie wieder erreicht werden sollte, denn die Zeit des Friedens und der Glückseligkeit waren nun für immer verloren. Mit dem Ende des goldenen Volkes war auch die Hochzeit der alten Rassen beendet und ein neues Volk begann seinen Siegeszug: Die Menschheit, die sich wie eine Krankheit selbst in die entferntesten Winkel der Welt ausbreitete und sie zu ihren Gunsten umzuwandeln begann."

Persönliche Werkzeuge
Archiv & Berichte
www