Blaue Mappe:"Drin Bodir" – der größte Held Vallands

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Drin Bodir wurde vor etwa vierhundert Wintern in Aiken als dritter Sohn des zu diesem Zeitpunkt über Valland herrschenden Fürsten Gamin Bodir geboren. Schon mit einem Jahr fiel er durch ungewöhnliche Fähigkeiten auf, als er einmal einen Assassinen aus Bordiapur, der in die fürstlichen Gemächer eingedrungen war, derart laut anschrie, dass dieser auf der Stelle tot umfiel. Mit drei Jahren erstand sein Vater auf einer Auslandsreise ein goldenes Medallion, dass er seinem kleinsten Sohn schenkte. Diesem Medallion schien eine unbekannte magische Macht innezuwohnen, was dazu führte, dass ein Eisalb nach Aiken kam, um es in Gewahrsam zu nehmen. Der junge Drin klammerte sich allerdings so stark an diesem Medallion fest, dass der Eisalb keine andere Wahl hatte, als das Kind mitzunehmen.

Der Legende nach wurde Drin in den nächsten zwanzig Wintern von den Eisalben großgezogen, wo er lernte die ihm von den Göttern gegebenen Fähigkeiten wie die Kraft von dreißig Deformen, den Verstand von dreißig Gelehrten und die Gewandheit von dreißig Katzen zu beherrschen und für das Gute einzusetzen, ehe er im Alter von dreiundzwanzig wieder auftauchte – selbstverständlich mit dem Medallion um den Hals. Fortan kämpfte er in ganz Valland gegen Drachen, Daimonen und noch viel schrecklichere Ungeheuer – er soll angeblich sogar eine Matchela ganz alleine bezwungen haben -, erledigte die schwierigsten Reisen und Botengänge und bestand die schwersten göttlichen Questen, sein berühmtes Schwert „Überwinder“ und sein treues Roß „Galopper“ immer an seiner Seite.

Mit fünfzig Jahren rief sein greiser Vater ihn ans Totenbett und bestimmte ihn zu seinem Nachfolger. Er übernahm diese Nachfolge und ehelichte kurze Zeit später die holde Brunhild. Nach einigen Jahren des weisen und gütigen Regierens verschwand Drin Bodir auf mysteriöse Weise. Man munkelt seine Gattin habe sich in seinen ältesten Bruder verliebt und ihn dann vergiftet, um ihren Liebhaber auf den Fürstenthron zu bringen, der dann auch tatsächlich Nachfolger wurde und Brunhild zur Frau nahm. Andere behaupten er wäre in die Götterstadt aufgestiegen oder hätte sich wieder in die Ruhe und Abgeschiedenheit der Eisalben zurückgezogen, wo er heute noch leben soll.

Es existieren unzählige Heldenlieder und Epen über Drin Bodir und in jedem Dorf bekommt man eine neue Heldentat erzählt. Wenn auch nur die Hälfte davon wahr sein sollte, ist Drin Bodir wahrlich der größte Held Vallands und vermutlich auch einer der größten des Reiches der tausend Nationen. Die Valländer können also mit recht stolz auf ihn sein. Einmal im Jahr findet ihm zu Ehren ein Turnier in Aiken statt, an dem nur die edelsten und tapfersten Recken mit untadeligem Ruf teilnehmen können.

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