Besuch bei 'Dialog im Dunkeln'

Aus RSCT94

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Eine Eintrittskarte
Eine Eintrittskarte

Habt ihr euch schon einmal vorgestellt, wie es wäre, für immer in absoluter Finsternis zu leben? Nun, was für die meisten Menschen wohl eine absolute Horrorvorstellung wäre, ist für viele etwas vollkommen normales. Menschen, die von Geburt an blind sind oder aufgrund einer Erkrankung kein Sehvermögen mehr haben, sind erleben die Welt vollkommen anders als wir es tun. So manch einer mag einen Blinden bemitleiden, aber es ist auch wirklich erstaunlich, wie gut viele von ihnen Situationen meistern, die wir als normal Sehende ohne unsere Augen nie und nimmer bewältigen könnten. Einen Eindruck davon, wie diese Menschen in ihrer Umgebung zurecht kommen, bietet die Ausstellung Dialog im Dunkeln, die seit einigen Jahren in der Hamburger Speicherstadt gastiert.

Die Idee dahinter ist denkbar einfach: In völlig abgedunkelten Räumen führen blinde Menschen das Publikum in kleinen Gruppen durch eine Ausstellung. Aus Düften, Winden, Temperaturen, Tönen und Texturen wird ein Park, eine Stadt oder eine Bar gestaltet. Alltagssituationen, die ohne Augenschein eine völlig neue Erlebnisqualität erhalten. Ein Rollentausch findet statt: Sehende Menschen werden herausgelöst aus sozialer Routine und gewohnter Rezeption. Blinde Menschen sichern Orientierung und Mobilität und werden zu Botschaftern einer Kultur ohne Bilder. Die Wirkung ist beachtlich: "Dialog im Dunkeln" tourt seit Jahren durch die Lande und wurde bisher in siebzehn Ländern Europas, Asiens und in Amerika präsentiert. Seit April 2000 ist "Dialog im Dunkeln" in Hamburg zu erleben. Hier konnte der Beweis angetreten werden, dass die Ausstellung auch über einen langen Zeitraum ihr Publikum findet und bindet. (Zitiert von der Homepage der Veranstalter)
Hier geht's rein
Hier geht's rein
Genau so dunkel war's.
Genau so dunkel war's.

Und was haben nun die Nasen vom RSCT 94 mit dieser Ausstellung zu tun, fragt ihr euch? Nun, das ist einfach: Wir haben diese Ausstellung besucht! Mit insgesamt 13 Leuten, darunter auch Freunde und Verwandte (ein Dank für's Mitkommen geht an: Lilli, Mirco, Merten, Timo, Arne, Mandip, Chrissy, Tanja, Nadine, Sandra sowie meine Eltern), sind wir am Sonntag, den 13. August nach Hamburg gefahren und haben den Schritt in die Finsternis gewagt. "Finsternis" ist übrigens wörtlich zu verstehen, denn in den Räumen der Ausstellung sieht man nicht einmal die Hand vor Augen. Nur mit Hilfe eines Blindenstockes und der Stimme eines Führers erkundet man dort für satte 90 Minuten verschiedene Räume und sogar einen Park. Am Ende, als wir dann etwas verschlafen wirkend wieder aus der Dunkelheit hervor kamen, waren wir uns einig: Der "Dialog im Dunkeln" ist wirklich eine ganz besondere Erfahrung.
Ein Besuch, der sich wirklich gelohnt hat!

Sven

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