Adventure Con 2007
Aus RSCT94
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Bericht - Fotos |
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Alle Jahre wieder...
... veranstaltet der Hamburger Rollenspielverein "Sodalitas Dei Nomine Vacantis" im Bürgerhaus Eidelstedt zusammen mit dem Zauberstein seine hauseigene Convention, den Adventure Con. Wie auch im letzten Jahr hatten die Jungs und Mädels aus der Hansestadt uns vom Rollenspielclub Tornesch eingeladen und freien Eintritt gewährt. Diesem Aufruf folgten wir natürlich brav und überschwemmten das Bürgerhaus zum Dank wieder einmal mit Horden (Zitat) "barbarischer Rollenspieler aus der Wildnis Schleswig-Holsteins" - ha, das hatten sie nun von ihrer Großzügigkeit!
Wie wir das Wochenende dort verbrachten, davon will ich euch nun berichten:
Freitag, der 16. Februar 2007
Gegen 17 Uhr klingelt es bei mir an der Tür: Ian und Torben stehen dort, beide mit schweren Rucksäcken bepackt, und warten darauf, in Richtung Bahnhof aufzubrechen, um nach Hamburg zu fahren. Auf dem Weg leeren beide noch jeweils eine Flasche des wohl scheußlichsten Alcopops der Menschheitsgeschichte und stimmen sich auf das bevorstehende Wochenende ein. Am Bahnhof treffen wir auf Maren, Christian, Merten, Timo und Daniel, die natürlich das selbe Ziel haben wie wir. Etwa 15 Minuten in der Bahn und einen kurzen Fußweg später kommen wir dann am Bürgerhaus an und werden erst einmal freundlich mit einem... "Sorry, wir brauchen noch einige Minuten" an der Tür abgewiesen. Man merkt: Der SDNV hat das "Just in Time"-Prinzip verinnerlicht und keine großen Leerlaufzeiten eingeplant. Pünktlich um 18 Uhr wurden dann jedoch die Pforten geöffnet und wir begrüßt.
Ein kurzer Rundgang durch das Gebäude und es stand fest: An den Räumlichkeiten im Bürgerhaus hatte sich nichts verändert. Wie auch im letzten Jahr standen auf zwei Geschossen mehrere Spielräume für Rollen-, Brett- und Kartenspiel zur Verfügung, die liebevoll mit Folien oder Stoffbahnen dekoriert waren. Um den Trubel in den größeren Räumen ein wenig abzudämpfen, hatte man die einige Spieltische mit provisorischen Sichtwänden voneinander abgegrenzt, was sich in der Praxis später als sehr nützlich erwies. Mittelpunkt der Convention war natürlich wieder einmal die große Küche, wo zu günstigen Preisen Hot Dogs, leckere Kartoffelsuppe, Softdrinks und allerlei Naschkram angeboten wurde. Ein Service, an dem man wieder einmal nichts aussetzen konnte, gaben sich doch die Küchenfeen (u.a. Björn, Sebastian usw.) große Mühe und waren auch bei größerem Stress stets freundlich und hilfsbereit.
Nachdem ein Blick auf den Spielrundenaushang zunächst leider nichts Interessantes hervorgebracht hatte und aus unseren Reihen außerdem noch Arne und Carsten auf der Bildfläche erschienen, setzten wir uns zu einer kurzen Runde "Project Pornstar" zusammen. Aus dieser stiegen Merten, Torben und ich jedoch relativ schnell aus, da wir im Nebenraum eine Partie "Star Wars Monopoly" mitspielen wollten, die sonst wohl nicht zustande gekommen wäre.
Wie heißt es so schön: Es gibt gute Spielrunden und es gibt... weniger gute. Die Spielrunde, in der wir nun die nächsten zwei Stunden saßen, erwies sich leider als eine "nicht ganz so gute". Der Spielleiter hatte sich die Mühe gemacht, das Spiel mit einigen eigenen Regeln "aufzumotzen", was sich jedoch als Schuss nach hinten erwies, da diese äußerst wirr und auch willkürlich erschienen. Schade.
Es war nun also schon ein wenig später und der Rest unserer Truppe hatte sich inzwischen kreuz und quer im gesamten Gebäude verteilt, um sich mit diversen Spielrunden oder Smalltalk mit den vielen bekannten Gesichtern die Zeit zu vertreiben. Einige von uns waren z.B. im Obergeschoss in einer Spielrunde "Walking Dead", einem Table Top, welches anschließend sehr gelobt wurde. Der Spielrundenaushang war just zu diesem Zeitpunkt zwar nicht mehr so leer wie am Anfang, allerdings konnten wir uns für keines der angebotenen Systeme so recht erwärmen. Zu unserem Glück kam in diesem Moment Markus vom SDNV vorbei, den wir nicht lange zu einer Runde "Star Wars D6" überreden mussten. Diese stellte sich als der erste Volltreffer heraus: Nettes System, sehr guter Meister und eine entspannte Runde.
Gegen 3.00 Uhr in der Nacht waren wir dann fertig und rundum zufrieden. Während die anderen noch verbleibenden Con-Besucher sich nun entweder auf eine durchspielte Nacht vorbereiteten oder in den Schlafraum im Obergeschoss zurück zogen, fuhr ich wieder nach Hause zurück - es geht doch nichts über ein eigenes Bett, soweit dieses in einigermaßen erreichbarer Nähe liegt.
Samstag, der 17. Februar 2007
Nach viel zu kurzem Schlaf treibt mich der nervtötende Wecker an diesem Morgen aus dem Bett. Schon bald finde ich mich immer noch reichlich verschlafen erneut am Bahnhof wieder, wo sich bereits eine kleine Gruppe mit dem gleichen Ziel wie ich versammelt hat. Merten und Ian waren ja bereits am Vortage da, verstärkt wurden wir nunmehr noch von Joe, Chrissy und Heiko. Letzterer bot dabei einen etwas ungewohnten Anblick, hatte er sich doch für das am Abend stattfindende Cthulhu Live besonders in Schale geworfen mit Weste, Mütze und grandiosen Knickerbockern. Aber vielleicht läuft er ja in seiner Freizeit immer so herum und hat sich sonst bei unseren allwöchentlichen Treffen nur verkleidet, wer weiß?
Kurz nach 10 Uhr waren wir also wieder im Bürgerhaus und trafen auf die anderen, die dort übernachtet hatten. "Übernachtet" ist vielleicht das falsche Wort, denn nach glaubwürdigen Aussagen soll es im Schlafraum wieder einmal einen Wettkampf im lautesten Schnarchen gegeben haben, der den nicht ganz so erfahrenen Con-Besuchern den Schlaf raubte. Tja - was nicht tötet, das härtet wenigstens ab.
Ich selbst fand mich dann nach einem Frühstück (günstige Brötchen und Kaffee) in einer Runde "Das Schwarze Auge" wieder, an der vom RSCT auch Klein-Daniel teilnahm. Dieses sollte nach Angaben des Meisters nicht so lange dauern: "Wenn ihr euch einigermaßen gut anstellt, dann seid ihr in drei Stunden durch". Diese Vorgabe wurde jedoch nicht ganz eingehalten und als wir nach fast zwei Stunden noch nicht einmal die (äußerst langwierige) Einleitung beendet hatten, stieg ich aus der Runde aus, um zusammen mit den eingetroffenen Mirko, Mona und Walter in einer Premiere-Sportsbar das Spiel des Hamburger SV gegen Werder Bremen anzusehen. Dass dieses überraschend vom HSV gewonnen wurde, sorgte nicht nur dafür, dass letzterer ein wenig verstimmt war, sondern zu einer äußerst guten Laune der restlichen Anwesenden.
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Gegen 18 Uhr waren wir dann wieder zurück im Bürgerhaus, wo wir uns die Zeit mit ein wenig Kartenspiel vertrieben, denn unser nächster Programmpunkt sollte in genau einer Stunde beginnen: Wie in den letzten Jahren gab sich das Team von Green Abyss aus Kiel wieder einmal die Ehre und veranstaltete ein großes Cthulhu Live. "Groß" bitte ich in diesem Fall auch wirklich als "groß" zu verstehen, denn statt der eigentlich vorgesehenen 12 Mitspieler fanden sich schätzungsweise 30 ein, um daran teilzunehmen. Genau dieser Umstand erwies sich dann auch leider ein wenig als Manko, da die Orga um Martin und Sabrina Jungeblut den Plot aufgrund der Masse an Mitspielern zum Teil umstellen musste und die gruselige Grundatmosphäre natürlich nicht so gut herüber kommt, wenn der Ort des Geschehens vor Leuten nur so wimmelt. Vielleicht hätte man da eine rigorosere Beschränkung verwenden sollen und alle diejenigen, die sich nicht auf dem Anmeldezettel eingetragen haben, wieder wegschicken sollen. Das wäre zwar für diejenigen sehr schade gewesen, hätte aber einen größeren Spielspaß für die anderen zur Folge gehabt. Ich selbst zog es genau aus diesem Grund vor, nur als (zum größten Teil) stiller Beobachter (und Fotograf) bei einigen Szenen zu fungieren und den Rest der Zeit anderweitig zu verbringen, um mir später davon berichten zu lassen. Eine Anekdote dazu möchte ich nicht vergessen: Als die Spieler, im Plot von dämonischen Maden befallen, außerhalb des Bürgerhauses agierten und dort einige von ihnen qualvoll starben, rückte doch tatsächlich ein Notarztwagen an, der wahrscheinlich von einem Anwohner alarmiert worden war. Dass derjenige sich nicht über die kostümierten Gestalten überall Gedanken gemacht hatte, die sich scheinbar wenig um die zusammengebrochenen Kameraden kümmerten, bleibt mir bis heute ein Rätsel.
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Das Cthulhu Live endete gegen 21.45 Uhr und damit im Vergleich zu den Vorjahren erstaunlich früh. Es blieb also noch ausreichend Zeit für mich, noch selbst ein Abenteuer zu leiten. Meine Wahl fiel auf "Unknown Armies". Es dauerte nicht lange, da war ich vom Orga-Team mit einem Regelwerk und einigen leeren Heldenbögen ausgestattet und konnte eine abgewandelte Version des Abenteuers "Being Bundesaußenminister" leiten. Diese wurde seitens der Mitspieler sehr gut aufgenommen und brachte etwa drei Stunden kurzweilige Unterhaltung, bei der neben unheimlichen Szenen auch die Lachmuskeln nicht zu kurz kamen.
Zusammen mit Walter ging es dann gegen 2.00 Uhr nachts wieder nach Tornesch zurück.
Sonntag, der 18. Februar 2007
| Der Sonntag ist ja auf allen Conventions meist ein sehr ruhiger Tag, aber trotzdem wollte ich es mir nicht nehmen lassen, auch in diesem Jahr die vollen drei Tage Con-Programm auszuschöpfen. Nach ein wenig Frühsport (Schwimmen) und dem Mittagessen fuhr ich daher gegen 13 Uhr erneut mit der Bahn nach Hamburg, wo kurz nach mir auch Johannes und später auch noch Regina im Bürgerhaus eintrafen. Regina landete in einer Runde "Das Schwarze Auge", während Johannes und ich bei den Leuten des Pegasus-Promo-Teams eine Partie "Frag" spielten. Dabei handelt es sich um die Brettspielversion eines Ego-Shooters, der sich als äußerst witzig erwies und auch prompt für die vereinseigene Spielesammlung erworben wurde.
Als sich das Bürgerhaus dann zunehmend leerte, halfen wir noch ein wenig beim Aufräumen mit und fuhren abschließend noch nach Hamburg ins Down Under, wo wir das Wochenende mit sieben Leuten bei Chicken Wings und einigen Cocktails ausklingen ließen. |
Fazit
Alle Jahre wieder...
... fährt man zum Adventure Con und hat dort seinen Spaß. Im Prinzip könnte ich hier mein Fazit aus dem letzten Jahr wiederholen, doch ich möchte mich diesmal nur auf einige Teilaspekte beschränken: Die Beuscherzahl ist 2007 im Vergleich zu 2006 gestiegen, es waren wohl über 200 Gäste anwesend, von denen wir aus Tornesch etwa ein knappes Zehntel stellten. Damit haben wir unseren Rekord aus dem Vorjahr zwar nicht wie geplant übertroffen, aber immerhin eingestellt, was ja auch schon einmal nicht schlecht ist. Alles in allem war das Spielrundenangebot für eine Convention dieser Größe gut, auch wenn man meist nicht sofort einen Platz zum Mitspielen bekam, insbesondere dann, wenn man sich auf ein bestimmtes System festgelegt hatte. Das spontane Ansprechen von potentiellen Meistern (siehe Freitag) erweist sich in diesem Falle immer als gute Lösung.
Nicht ganz so überzeugt war ich in diesem Jahr leider vom Cthulhu Live. Martin & Co. haben zwar wieder einmal eine Menge Arbeit investiert, allerdings hatte der Plot leider einigen Leerlauf und die Atmosphäre litt unter der großen Teilnehmerzahl. Alles in allem sicherlich kein schlechtes Abenteuer, nur haben Green Abyss durch ihre tollen Abenteuer die Erwartungen in den letzten Jahren so hoch geschraubt, dass man immer noch eine Steigerung erwartet.
Ein großes Lob geht natürlich an die Veranstalter vom SDNV, die den Adventure Con wieder einmal so gestaltet haben, dass man sich als Besucher willkommen fühlt und auch auf seine Kosten kommt.
Sven
