8. LindenCon

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Svens Bericht - MPA - Bilder

LindenCon 2010
Wann?
  • Start: 2. Juli, 18 Uhr (Freitag)
  • Ende: 4. Juli, 16 Uhr (Sonntag)
  • NONSTOP
Wo?
  • Kulturwerkstatt Kaos
  • Wasserstraße 18,
  • 04177 Leipzig
Wieviel?
  • Preis: Con-Paket 10,- Eur (Wochenendkarte, Übernachtung & Frühstück plus Con-Tasse)
Übernachtung?
  • Übernachtung im Haus, in Schlafzelten oder in eigenen Zelten.
Was?
  • Rollenspielrunden
  • Vampire Live
  • Lesungen
  • Händlerstand
  • Feuershow
  • Große Tombola
  • Übertragung des Fußballspiels
Homepage:
Vom RSCT und SDNV dabei:
  • Sven, Timo, Björn und Jost.

Zu viert brachen wir in diesem Jahr von Hamburg bzw. Schleswig-Holstein auf, um im fernen Sachsen wieder einmal den LindenCon mit unserem Besuch zu beehren. Mit dabei waren Björn und Jost vom SDNV sowie Timo und ich von unserem heimischen RSCT. Für Timo und Björn war es der zweite Besuch in Leipzig, Jost erlebte in diesem Jahr seine Premiere und für mich war's bereits die fünfte Convcention dort. Kinder, wie die Zeit vergeht...

Fakten, Fakten, Fakten

... und immer an die Leser denken, schreit es mir aus der Tastatur förmlich entgegen. Für diejenigen, die meinen Bericht aus dem letzten Jahr noch gut im Gedächtnis haben: Ihr könnt den nachfolgenden Abschnitt gerne überspringen - geändert hat sich nämlich (zum Glück!) nicht allzu viel. Allen anderen seien die wichtigsten Dinge noch einmal kurz zusammen gefasst.

Der LindenCon ist eine mittelgroße Veranstaltung, die jährlich etwa 160-180 Besucher zählt. Bereits zum zweiten Mal in Folge fand die Convention nun auf dem Gelände der Kulturwerkstatt Kaos statt. Der Großteil der Programmpunkte wie auch die meisten Rollenspielrunden finden in Zelten oder unter freiem Himmel auf dem Außengelände statt, das sehr nett direkt an einem kleinen See gelegen ist. In diesem darf man leider nicht baden, aber darauf verspürte ich im Angesicht des ominösen grünen Algenteppichs ohnehin keine allzu große Lust. Gab's den im letzten Jahr auch schon? Die Badehosen, die Björn, Timo und ich vorsichtshalber eingepackt hatten, blieben also im Rucksack.

Schlafmöglichkeiten gibt es auf der LindenCon in etlichen geräumigen Zelten, die ein wenig abseits des Veranstaltungsgebäudes aufgebaut sind. Dies hat den ungeheuerlichen Vorteil, dass diejenigen, die gerne etwas früher den Schlafsack aufsuchen, nicht von direkt angrenzenden Rollenspielrunden oder gar dem traditionellen Vampire Live wach gehalten werden, wie es z.B. bei der alten Location leider noch der Fall war. Der nette Blick auf den See beim morgendlichen Verlassen des Zeltes ist zudem wesentlich angenehmer als die Massen von verschwitzten Con-Besuchern in einer stickigen Turnhalle, die man auf manch anderer Conventions morgens als erstes sieht.

Die Kosten für den LindenCon lagen wie gewohnt in einem äußerst niedrigen Preisrahmen. Da wir uns als Spielleiter vorher online angemeldet hatten, löhnten wir schließlich nur 5,00 Euro für das Rundum-Glücklich-Paket. Dieses bestand aus Eintritt für das gesamte Wochenende, einem immervollen Becher für Kaffee und Tee und zweimal Frühstück am Samstag und Sonntag. Auch die Tagesverpflegung hielt wieder einmal dem kritischen Blick des erfahrenen Con-Besuchers stand: Steak und Wurst im Brötchen, vegetarische Soljanka, Kuchen, Knabberkram und Getränke zu Preisen, die wir auch schon für den doppelten Preis gesehen und trotzdem gekauft haben.

Keine großen Überraschungen hielt das Rahmenprogramm bereit. Mit André Ziegenmeyer und Oliver Graute hatte man zwei prominentere Autoren im Programm, die ihre Sache wieder einmal ausgezeichnet machten. Dazu gab es wie in den Jahren zuvor am Abend eine spektakuläre Feuershow, die sich wirklich sehen lassen konnte. Respekt an Sandra Rienow für ihre tolle Leistung, die ohne erkennbare Brandblasen und andere Blessuren endete.

Aufgrund des deutschen Spiels im Viertelfinale der Fußball-WM gab es diesmal sogar ein Public Viewing auf dem Gelände der Convention - an König Fußball kommt man eben in unserem Lande nicht vorbei. Auch wenn ich selbst das Spiel anderswo geguckt habe, geht ein großes Lob an die Organisatoren für ihren Aufwand, um trotz schlechten Empfangs, blendender Sonne und sonstigen Widrigkeiten diesen Service bieten zu können.

Bei den Rollenspielrunden vertraute man wieder auf das Blocksystem. Auch wenn man die Spielrundenaushänge erneut auf mehreren Pinwänden aushängte, bildeten sich zu den Aushangzeiten dichte Menschentrauben, in denen sich derjenige durchsetzte, der am rücksichtslosesten drängelte. Wenn ich das richtig beobachtet habe, dann war der weitaus größte Teil der Runden gut ausgelastet und mit ein wenig Flexibilität kam auch kaum jemand in die Verlegenheit, nicht irgendwo seinen Namen eintragen zu können.

Soviel erst einmal zu den "harten Fakten", soweit ich sie beurteilen kann. Kommen wir nun zu meinen eigenen, höchst subjektiven, Eindrücken zum LindenCon 2010. Ladies and gentleman, here we go.

Freitag: Anreise & John Sinclair

Bereits zur Mittagszeit trafen wir uns am Bahnhof Altona, um dort beim hiesigen Autoverleiher unsere prächtige Reisekutsche für das Wochenende in Empfang zu nehmen. Als wichtigstes Accessoire verfügte diese über eine Klimaanlage, ohne die wir uns vermutlich bereits auf der Hinreise bereits wie in einer Sauna gefühlt hätten. Die Anfahrt dauerte etwa 5 1/2 Stunden, wovon wir etwa eine Stunde im Stau standen - der aufgrund der Baustellen rund um Hannover und die dazu gehörenden Umleitungen allerdings auch zu erwarten war. Gerade noch rechtzeitig erreichten wir das Gelände, etwa eine Minute, bevor die Spielrunden ausgehängt wurden. Björn ergatterte den bereits im Vorfelde anvisierten Platz in einer DSA-Runde, während ich mich ein wenig zurücklehnen konnte, um das chaotische Treiben vor den Aushängen zu beobachten. Als Spielleiter hatte ich eine Runde Geisterjäger John Sinclair ausgeschrieben, für die ich dann auch vier Mitspieler fand. Einer davon war übrigens Timo, dessen Runde God's Army aus Mangel an Mitspielern nicht stattfinden konnte.

Als Platz hatte man uns einen Tisch in einem der Zelte zugewiesen, den wir kurzerhand nach draußen direkt an den See verlegten. Anfangs fühlte ich mich inmitten der Sonne in die bereits zitierte Sauna versetzt, abends kühlte es dann aber auf ein erträgliches Maß ab. Gegen 22.30 Uhr (wenn ich mich recht entsinne) endete die Runde, die mir - und nicht nur mir - aufgrund der netten Mitspieler und des unkomplizierten Regelsystems sehr viel Spaß machte.

Da wir anschließend keine allzu große Lust auf eine Nachtrunde hatten, beschlossen Timo und ich, noch etwas trinken zu gehen. Wie im letzten Jahr landeten wir im nicht allzu weit entfernten Café Westen, einer Bar, die ich wirklich weiter empfehlen kann. Dort sahen wir auf einer Leinwand dann noch das dramatische Elfmeterschießen zwischen Ghana und Uruguay.

Gegen Mitternacht und nach einigen... äh... isotonischen Sportgetränken landeten wir dann wieder auf der LindenCon. Dort quatschten wir dann noch ein wenig mit einigen netten Orga-Mädels, bevor es schließlich gegen 1 Uhr in der Nacht Zeit wurde, die Schlafsäcke aufzusuchen.

Samstag: Das Schwarze Auge & ein trauriger Diego Maradona

Morgenstund' hat Gold im Mund - was für ein blödes Sprichwort das doch ist. Als ich an diesem Tag gegen 7 Uhr wach wurde, war dies allerdings gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt - der Ausblick auf den See und das noch sehr ruhige Con-Gelände boten durchaus einen Anreiz, etwas früher aufzustehen und noch ein wenig die Seele baumeln zu lassen. Nach einer Katzenwäsche in den - ohne Duschen leider wieder einmal etwas knapp bemessenen - sanitären Einrichtungen kam langsam Leben in den Autor dieser Zeilen und den LindenCon insgesamt. Nach einem sättigenden Frühstück ging es gegen 11 Uhr mit dem ersten Spielrundenblock des Tages los. Ich hatte als Spielleiter eine Runde Das Schwarze Auge angeboten, die auch schnell voll wurde. Ich leitete einen meiner vorbereiteten "Instant-Plots" und auch hier kann ich sagen: Nette Mitspieler, insgesamt eine schöne Runde.

Pünktlich um 15.30 Uhr endete mein Abenteuer wie geplant, so dass wir uns nun König Fußball widmen konnten. Unsere komplette norddeutsche Reisegesellschaft machte sich also wiederrum in das oben erwähnte Café Westen auf. Bei gefühlten 40 Grad im Schatten überstanden wir den Kilometer bis dorthin mit Ach und Krach, aber wir hatten Glück: Dank kühler Getränke konnten wir den drohenden Hitzetod dort gerade noch einmal abwenden. Puh. Die Stimmung war aufgrund des spektakulären 4:0-Sieges natürlich prachtvoll, so dass wir - zugegebenermaßen - leicht angeheitert zum LindenCon zurück kehrten.

Der eigentlich für 18 Uhr geplante Spielrundenblock verzögerte sich etwas, da zunächst noch die große Tombola auf dem Programmplan stand. Da ich nicht viele Lose gekauft hatte, ging ich diesmal leider leer aus. Was die Orga diesmal aber wieder an Preisen organisiert hatte, war schon beeindruckend. Olli Graute moderierte die Tombola sehr souverän, so dass die gefühlten nunmehr 45 Grad auf der Dachterrasse gar nicht mehr so schlimm waren.

Mit einiger Verzögerung wurden dann die Spielrunden ausgehängt. Mit Spannung verfolgten Björn, Timo und ich den Mob, der sich allesamt auf unseren Aushang stürzte. Obwohl dieser nur zwölf Plätze für Mitspieler vorsah, fanden sich nachher dreißig verschiedene Namen auf dem Aushang, der fast zerfetzt an der Pinwand hing. Ohne größere Probleme reduzierte sich diese Zahl zum Beginn des Abenteuers auf dreizehn Mitspielerinnen und Mitspieler, davon viele bekannte Gesichter. Zum multiparallelen Abenteuer habe ich eine eigene Unterseite eingerichtet, die ihr hier findet.

Gegen Mitternacht endete dieses epische Abenteuer. Anschließend tigerte ich noch ein wenig über das Gelände, guckte mir die Feuershow an und landete gegen 1.30 Uhr etwa wieder im Schlafzelt. Ursprünglich hatte ich noch eine Nachtrunde anvisiert, allerdings war ich mittlerweile doch ein wenig zu müde. Das Alter, Leute, das Alter...

Sonntag: Björns Abschlussrunde & Abreise

Sonntagmorgen: Erneut war ich relativ früh wach, nämlich als Björn aus seiner Spielrunde kam, um sich noch für etwa 2 Stunden hinzulegen. Ich döste also noch ein wenig, bevor ich mich schließlich an diesen dritten Tag auf dem LindenCon wagte. Erneut begann der Tag mit einem leckeren Frühstück auf der Dachterrasse. Anschließend stand ich vor der Entscheidung, entweder selbst noch eine Spielrunde anzubieten, bei Björns DSA-Runde mitzuspielen oder das Angebot eines Mitspielers des MPA wahrzunehmen, bei seiner Runde mitzuspielen. Da diese allerdings noch nicht zu 100 % feststand, entschied ich mich für die zweite Variante.

In den nächsten Stunden entführte Björn uns in ein nettes kleines DSA-Abenteuer rund um eine von einem Drachen entführte Baronstochter und einen finsteren Kultistenkreis. Ich fühlte mich gut unterhalten. Auch der Platz direkt am See war angesichts der heute deutlich niedrigen Temperaturen überhaupt kein Problem.

Gegen 16 Uhr brachen wir schließlich unsere sprichwörtlichen Zelte ab und machten uns auf den langen Heimweg zurück nach Hamburg. Damit endete ein wieder einmal großartiges LindenCon-Wochenende.

Fazit

Ich kann's einfach nicht lassen: Kein Con-Bericht ohne ein abschließendes Fazit, auch wenn dieses kurz ausfällt. Kurzum: Wenn ich einmal von Kleinigkeiten (keine Duschmöglichkeiten) absehe, dann ist die LindenCon eine nahezu perfekte organisierte und durchdachte Veranstaltung. Herumzumäkeln gibt es eigentlich nichts, nicht umsonst fahre ich immer wieder gerne hin - der LindenCon wird mich also auch im kommenden Jahr wieder als Besucher begrüßen dürfen. Versteht das als Versprechen oder sogar als Drohung, ha!

Sven

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