7. LindenCon

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Svens Bericht - Gröschls Bericht - MPA - Bilder

LindenCon 2009
Wann?
  • Start: 26. Juni, 18 Uhr (Freitag)
  • Ende: 28. Juni, 16 Uhr (Sonntag)
  • NONSTOP
Wo?
  • Kulturwerkstatt Kaos
  • Wasserstraße 18,
  • 04177 Leipzig
Wieviel?
  • Preis: Con-Paket 10,- Eur (Wochenendkarte, Übernachtung & Frühstück plus Con-Tasse)
Übernachtung?
  • Übernachtung im Haus, in Schlafzelten oder in eigenen Zelten.
Was?
  • Rollenspielrunden
  • Vampire Live
  • Lesungen
  • Händlerstand
  • Feuershow
  • Große Tombola
Homepage:
Vom RSCT dabei:
  • Sven, Timo und Hanni.

Höret! Höret! Höret! Von meinem inzwischen vierten Besuch beim Leipziger LindenCon möchte ich euch nun berichten, also lehnt euch zurück und schenkt mir ein paar Minuten eurer werten Aufmerksamkeit. Danke. Anscheinend ist es nette Tradition, dass seit einigen Jahren eine immer anders besetzte Truppe aus der holsteinischen Provinz eine etwas längere Autofahrt auf sich nimmt, um dort eine meiner persönlichen Lieblings-Conventions zu besuchen. Diesmal mit von der Partie war neben dem Autor dieser Zeilen ("Erzschurke" Sven) auch der werte "Schurkenpraktikant" Timo. Als Fahrer konnten wir uns bei Johannes alias Hanni bedanken, der allerdings selbst nur kurz auf der Convention war und für den Rest des Wochenendes seine Freundin in Magdeburg besuchte. Die Hinfahrt dauerte dank einiger Staus über sechs Stunden, weshalb wir am Freitag auch erst gegen 21 Uhr 30 das Con-Gelände erreichten. Hier mußte ich mich als erfahrener LindenCon-Besucher gleich auf eine Neuerung einstellen: Nach sechs Jahren mußte die Veranstaltung aufgrund von Renovierungsarbeiten in die "Kulturwerkstatt Kaos" nach Leipzig-Lindenau umziehen. Dies war nicht nur ein "Muss", sondern angesichts der zunehmenden Enge in den letzten Jahren eine sehr gute Entscheidung. Zwar standen in dem neuen Gebäude nur wenige Räume zur Verfügung, dafür aber war das Gelände um einiges weitläufiger. Die Schlafzelte standen nun nicht mehr unmittelbar neben den Spielrundenzelten, was sich gerade nachts als praktisch erweisen sollte. Der direkt neben den Zeltplätzen liegende See bot, auch wenn man in ihm leider nicht baden durfte, einen großartigen Anblick und schuf gleich eine nette Atmosphäre.

Wenn man einmal von der neuen Örtlichkeit absieht, dann bot der LindenCon viele vertraute und inzwischen liebgewonnene Details: Eine gute und günstige Verpflegung samt Frühstück, ein funktionierendes Spielrundensystem mit einer großen Auswahl, etliche Lesungen (André Ziegemeyer, Oliver Graute und Christian von Aster, allesamt sehr großartig), "feurige" Nachtunterhaltung und einmal mehr eine große Tombola mit einer Vielzahl von Preisen. Im Detail möchte ich an dieser Stelle nicht mehr darauf eingehen, Interessierte seien auf meinen Bericht z.B. aus dem letzten Jahr verwiesen. Den größten Kritikpunkt aus dem letzten Jahr hatte die Orga dabei aufgegriffen und recht gut umgesetzt: Um dem üblichen Chaos beim Aushang der Spielrunden vorzubeugen, hatte man diesen in die drei Bereiche "Fantasy", "Science Fiction" und "Mystic, Horror und sonstiges" geteilt. Zwar war nicht immer sofort klar, in welches Genre ein System wie z.B. "Engel" eingeordnet wurde, dafür aber drängelten sich nicht mehr alle Leute auf einmal vor einer einzigen Pinwand.

Freitag: Anreise und Aufwärmprogramm

Nach unserer Ankunft und einer freundlichen Begrüßung streunten wir erst einmal eine Runde über das Gelände und erblickten dabei so manches vertraute Gesicht aus den vergangenen Jahren und von anderen Conventions. Da die meisten allerdings in einer der bereits begonnenen Spielrunden saßen, beschlossen Timo und ich, ein wenig die nähere Umgebung zu erkunden. Zu Fuß machten wir uns also in bester Touristen-Manier auf den Weg, die fremde Umgebung zu erforschen. Dabei landeten wir eher zufällig in einem Lokal, welches zu unserer großen Freude auch leckeres Strongbow in der Karte führte, zu einem Preis von gerade einmal 3 Euro. Strongbow! Für! Drei! Euro! Begeistert von diesem Preis, begannen wir unseren LindenCon mit ein wenig... äh... nennen wir es einmal "Apfelbrause" und schmiedeten erste Pläne für den weiteren Verlauf des Wochenendes. Dazu aber später mehr.

Da gegen Mitternacht der nächste Spielrundenblock startete, machten wir uns auf den Rückweg. Da mich bereits kurz nach der Ankunft etliche Leute gefragt hatten, ob ich wieder DSA leiten könnte, meldete ich eiligst eine solche Runde an. Timo leitete parallel dazu sein selbst entwickeltes System "God's Army". Meine Spielrunde entwickelte sich zu einer netten kleinen Session, an deren Ende die Charaktere vor ein moralisches Dilemma gestellt wurden: Was sollten sie mit dem Magier machen, der seine geliebte, aber leider verstorbene Frau mittels eines mächtigen Zaubers wiederbelebt hatte? Die in solchen Sachen recht konsequente Praios-Kirche informieren? Einfach so tun, als wüßte man nichts von dieser götterlästerlichen Tat? Letzten Endes entschieden sich die Spieler schweren Herzens dazu, diesen überaus seltsamen Zustand zu beenden. Dabei hatten die einzelnen Spieler aber höchst unterschiedliche Meinungen, die auch lebhaft diskutiert wurden. Dem Feedback nach zu urteilen, fühlten sich meine Mitspieler recht gut unterhalten und ich war auch ganz zufrieden mit dem Verlauf des Abenteuers.

Nach dem Ende des Abenteuers unterhielt ich mich mit einigen Leuten und landete dann schließlich, der Morgen dämmerte bereits, in meinem Schlafsack.

Samstag: Jetzt geht's richtig los

Traditionell ist der Samstag ja immer der Haupt-Tag auf einer Convention und hier machte der LindenCon natürlich keine Ausnahme. Nachdem wir gegen 9 Uhr erst gefrühstückt und eine Partie des Kartenspiels "Wizard" gezockt hatten, entschied ich mich, selbst als Spieler an einer Runde teilzunehmen. Ich entschied mich dabei für eine DSA-Session, die von Mit-Frühstücker Gröschl geleitet wurde. Anekdote am Rande: Nun weiß ich, dass Gröschl tatsächlich einen Vornamen hat. Er behauptet zumindest, dass dieser "Alexander" sei. Wir bekamen einen gemütlichen Platz, der etwas abseits des Gebäudes zwischen den Schlafzelten lag. Für den etwas weiteren Gang zur Küche und de Toiletten wurden wir mit einem Blick über den See entschädigt.

Warum eigentlich... DSA?
Was mir im Rückblick auf die letzten LindenCons auffällt, ist die relative Häufigkeit, mit der ich DSA geleitet habe. Vielleicht sollte ich es auch einmal mit anderen Systemen ausprobieren, die ich ja auch privat bei uns im Verein meistere. Seit meinen ersten DSA-Abenteuern in den Vorjahren habe ich jedoch fast schon so etwas wie eine "Stammspielerschaft", für die ich immer wieder gerne leite. Mal sehen, vielleicht schaffe ich es im nächsten Jahr ja einmal, mich rechtzeitig vorher beim LindenCon anzumelden und auch ein Abenteuer vorzubereiten anstatt jedes Jahr aufs neue spontane Plots aus dem Ärmel zu schütteln.

Gröschl leitete das Abenteuer souverän und wir hatten unseren Spaß, auch wenn nicht alles genau so lief, wie unsere armen Helden es sich vorstellten. Am Ende mußte unser Spielleiter etwas abkürzen, da doch ein wenig mehr Zeit verstrichen war als geplant und wir alle an der großen Tombola teilnehmen wollten. Deren Beginn verschob sich durch die noch nicht beendete Lesung von Oliver Graute noch ein wenig nach hinten. Da Timo und ich noch in die Innenstadt wollten, drückte ich meine Lose kurzerhand einem vertrauenswürdigen Mädel in die Hand und unser Tourismus-Programm, zweiter Teil, konnte beginnen. Mit der Straßenbahn fuhren wir in die Stadt und landeten u.a. dabei auch in einem Irish Pub, dessen Kassenbon später noch ein überaus wichtiges Utensil werden sollte. Warum? Nun, wir hatten kurzerhand entschlossen, im Nachtrundenblock ein spontanes MPA ("multiparalleles Abenteuer" mit zwei parallelen Gruppen) zu leiten. Den Plot hierfür notierten wir uns auf der Rückseite des bereits genannten Kassenbons. Mit einer dermaßen guten Vorbereitung konnte natürlich nichts in die Hose gehen. Wieder zurück auf der LindenCon, vertrieben wir uns die Zeit am gemütlichen Lagerfeuer und guckten uns die immer wieder beeindruckende Feuershow an. Ich würde mich trotz des angebotenen Workshops ja nicht trauen, mit diesen brennenden Fackeln etc. zu hantieren, aber Sandra Rienow versteht ihr "Handwerk" eben.

Anschließend warteten wir dann auf den Aushang unserer Runde, die sich relativ schnell füllte. Es nahmen zehn Mitspieler daran teil, darunter auch einige bekannte Gesichter, für die ich in den letzten Jahren schon mehrmals geleitet hatte. Nähere Informationen zu diesem Abenteuer habe ich auf dieser Unterseite zusammen gefaßt. Eventuell leite ich dieses Abenteuer bei uns im Verein oder auf einer anderen Convention noch einmal - wer also mit dem Gedanken spielt, daran dann teilzunehmen, der möge sich diese Seite bitte nicht ansehen.

Nach etwa sechs Stunden hatten die Helden schließlich auch das Finale erfolgreich überlebt und Aventurien wieder einmal vor einer großen Gefahr gerettet. Knapp war's aber durchaus. Auch bei diesem Abenteuer war das Feedback überaus positiv und so konnte ich den (laaangen) Tag dann auch zufrieden abschließen und erneut meinen treuen Schlafsack aufsuchen.

Sonntag: Ausklang und Rückfahrt

Nach guten zwei Stunden Schlaf wurde ich schließlich geweckt, da sich eine Ameisenstraße dummerweise ihren Weg genau durch unser Schlafzelt gebahnt hatte. Eigentlich habe ich ja nichts gegen dieses Krabbelgetier, aber irgendwie stand mir der Sinn dann doch nach Aufstehen. Da mir die größere Menge an Grillfleisch und -würsten vom Vortage noch etwas schwer im Magen lag, verzichtete ich an diesem Tag auf ein Frühstück. Stattdessen schnappte ich mir ein mitgebrachtes Buch und setzte mich auf dem noch fast leeren Con-Gelände erst einmal zum Lesen in eine ruhige Ecke. Interessanter wurde es dann gegen halb elf, als die Spielrunden für den heutigen Tag ausgehängt wurden. Ich versuchte - leider erfolglos -, mich in eine Runde von Chris Gosse einzutragen. Dies war allerdings nicht weiter tragisch, da einer meiner MPA-Mitspieler spontan eine DSA-Runde anbot, für die ich mich aufgrund seines guten Spiels am Vortag auch bedenkenlos anmelden konnte. In der Tat wurde ich nicht enttäuscht, denn mein novadischer Fernhändler durfte ein spannendes Detektiv-Abenteuer mit Horror-Finale erleben. Gedankenotiz für mich: Den Fernhändler nächstes Jahr nicht in Leipzig spielen. Einige seiner Kameraden könnten sich dafür revanchieren wollen, dass sie von ihm über's Ohr gehauen wurden. Autsch!

Kurz nach 16 Uhr tauchte dann auch unser Fahrer Hanni wieder auf dem Con-Gelände auf. Wir konnten also den langen Weg in Richtung Heimat in Angriff nehmen. Nach etwas mehr als vier Stunden (inklusive zweier Pausen) kamen wir dort wohlbehalten auch wieder an.

Fazit

Standard am Ende meiner Con-Berichte: Ein Fazit. Dieses fällt für den LindenCon 2009 äußerst positiv aus. Zu kritisieren habe ich eigentlich nur zwei Punkte: Eine einzige Herrentoilette war für die Zahl der Besucher, die ich auf etwa 180 schätzen würde, zu knapp. Gerade wenn man es etwas "eiliger" hat, kann eine längere Schlange sehr unpassend kommen. Im selben Kontext muss auch das Fehlen von Duschmöglichkeiten genannt werden. Zwar habe ich an beiden Tagen das Waschbecken genutzt, aber eine schöne warme Dusche nach einer Nacht im Schlafsack hat doch eine ganz andere Qualität.

Was war positiv am LindenCon? Kurze Antwort: So ziemlich alles. Besonders gefallen hat mir die immer noch sehr familiäre Atmosphäre. Die gesamte Orga gibt sich größte Mühe, ihren Besuchern einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten. Preislich bewegt man sich auf einem wirklich günstigen Niveau, ich habe mich auf anderen Conventions schon für mehr als doppelt so viel Geld schlechter verpflegt. Dies sind natürlich nur die Rahmenbedingungen, denn wichtig ist auch das Publikum, welches zu einer Convention kommt. Auch dieses "stimmt" auf dem LindenCon, denn ich kann wieder einmal sagen, etliche nette Leute kennen gelernt zu haben, mit denen ich auch in Zukunft mal wieder gerne zusammen spielen möchte. Rollenspieler aller (Bundes-)Länder, vereinigt euch!

Sven

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