"Die zwei Türme" am 18.12.2002

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Herr der Ringe - Die zwei Türme
Eine Vorpremiere der besonderen Art


Nach einem langen Jahr des Wartens war es an diesem sehr frühen Mittwoch Morgen dem 18.12.2002 um 0.01 Uhr dann endlich soweit: Der zweite Teil der "Herr der Ringe"-Verfilmung offenbarte sich dem Auge seiner unwürdigen Betrachter.

Nils hatte sich selbstlos bereiterklärt für die interessierten Vereinsmitglieder, Karten für die Vorpremiere zu besorgen, aber da dieses Event nun mal mitten in der Woche stattfand, fanden sich schließlich nur Olaf, Carsten, Walter und Nils ein, eine Gruppe die von Nils Freundin und seinem Vater dann noch zu einem halben Dutzend Personen erweitert wurde. Gegen kurz nach elf Uhr trudelten die Einzelnen schließlich am Ort der Veranstaltung, dem UCI in Othmarschen, ein. Zu unserer allgemeinen Überraschung waren wir doch tatsächlich nicht die einzigen Besucher der Vorpremiere und so drängelten sich Hunderte von Wesen vor den sechs Kinosäalen, die alle nur diesen einen Film zeigen sollten. Ich sage hier absichtlich "Wesen", da außer der üblichen Norddeutschen, auch Zwerge (erstaunlicherweise nicht übelriechend), Ritter (mit Kettenhemden, Schwertern, Schilden), Orks (auch die Bösen müssen ja vertreten sein), Magier (zwar eher im Harry Potter-Outfit, aber immerhin) und Elfen (warum war eigentlich jede übergewichtige Frau des Abends als Elfin verkleidet? Ich hab mir die immer anders vorgestellt.....) ihre Aufwartung machten. Insgesamt waren es allerdings doch deutlich weniger Gewandete als bei der Vorpremiere des ersten Teiles (anscheinend haben einige eingesehen, dass es kein wirkliches Vergnügen ist, in einem mehrere Kilo schweren, langen Kettenhemd, mit Helm auf dem Schoß und einem Schwert zwischen den Beinen in einem überfüllten Kinosaal zu schwitzen......).

Aber nun zum Hauptereignis: Ich denke allen Lesern dieses Berichtes werden die Geschehnisse des Filmes bekannt sein und den wenigen, die das Buch nicht gelesen haben, möchte ich ungern die Spannung nehmen, daher werde ich den Inhalt mal großzügig unterschlagen. Worüber ich dann noch schreiben will? Ihr werdet es sehen...... Der Film beginnt diesmal doch recht langsam und schwerfällig, steigert sich aber im Verlauf doch ziemlich gewaltig. Die erste Stunde besteht hauptsächlich aus der Darstellung der Reisen der einzelnen Gruppen, wobei sich allerdings die wirklich hervorragend dargestellte Figur "Gollum" stark hervortut und auch die "Ents" werden in ihrer ganzen Ruhe und Ausgeglichenheit doch wundervoll sympathisch präsentiert. Langsam aber sicher steuert der Film im weiteren Verlauf dann auf seine beiden Höhepunkte zu, die Schlacht um Helmsklamm und die Vernichtung Isengaards, während an den schon im ersten Teil vorgestellten Helden und ihrer Darstellung fein und unauffällig geschliffen wird. Aragorn, der nimmermüde, stolze, tapfere, innerlich zerrissene Krieger mit seiner großen Liebe Arwen (egal was alle anderen wieder sagen werden: Ich finde, Liv Tyler ist zu dick für eine Elfe!), Legolas, der leicht entrückte, unnahbare, abgehobene, nachdenkliche und eindeutig "anders" denkende Elb, Gimli, der sympathische, ungehobelte, fluchende, für die Komik zuständige und vor allem immer mürrische Zwerg, Gandalf, die weise, ruhige und allwissende Lichtgestalt, Frodo, der kleine, körperlich schwache Hobbit mit dem starken Willen und dem unerschütterlichen Vertrauen in seine Kameraden, Sam, der ebenso kleine, schwache Hobbit mit dem großen Herzen. Dazu kommen Szenen, die jeder Fantasyfan lieben wird, wie etwa die ewige Gesprächsrunde der Ents, die geisterhaften Moorgestalten, das bedrohliche, schwarze Tor von Mordor, ........ ( jeder weiß, dass ich diese Aufzählung endlos weiterführen könnte und wird vielleicht jemand wichtigen oder eine bestimmte Szene vermissen, aber irgendwann muss auch mal Schluss sein - außerdem gehen mir die Adjektive und Adverbien aus.).

Wie schon erwähnt bilden die beiden Schlachten den dramaturgischen Höhepunkt des zweiten Teiles, wobei der Kampf um Helmsklamm, in dem mehrere tausend Statisten ihr Werk tun, vor allem durch seine Massenszenen zu bestechen weiß, während bei dem Angriff auf Isengaard die Tricktechnik doch in opulenter und brillianter Weise eingesetzt wird. Mir persönlich gefällt dieser zweite Angriff besser, da ich, wie sicherlich auch die meisten anderen Kinogänger, die Ents sofort in mein Herz geschlossen hab. Wer bisher nicht wusste, wie er Trolle (bei DSA), Obsidianer (ED) oder Deformen (BM) darstellen sollte, wird hier eine gute Anregung finden. Des weiteren sind aus meiner Sicht noch besonders die Darstellung der Elben (so stell zumindest ich sie mir vor) und natürlich der äußerst effektvolle "Gollum" zu erwähnen. Ein bisschen schade ist es übrigens, dass der einzige Zwerg mal wieder nur für die komischen Elemente des Filmes sorgt und damit der allgemeinen Vorstellung von Zwergen nicht wirklich entspricht, aber ich setze meine ganze Hoffnung da in den dritten Teil. Insgesamt bleibt mir nur zu sagen, dass ich auch diesmal wieder hochzufrieden mit der filmischen Umsetzung des Buches bin und jedem eigentlich nur empfehlen kann, sich auch den zweiten Teil anzusehen. Fantasy at its best!

Walter

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